Magisterarbeit, 2007
68 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
2. Allgemeine Veränderungen: Geschichte, Gesellschaft und Sprache
2.1 Sprachpurismus und Sprachnormierung als wichtige Voraussetzungen für weitere Veränderungen in der polnischen Sprache des 20. Jahrhunderts
2.2 Gesellschaft, Wertesystem und nationales Bewusstsein: Das Weltbild der Polen und die Sprache
3. Abkehr von den Sprachnormen: Das neue Primat der Umgangssprache
3.1 Vermischung der Sprachkodes Umgangssprache und offizielle Sprache
3.2 Liberalisierung in den Anredeformen
3.3 Massenmedien im Wettbewerb um den Verbraucher
4 Konkrete Bestimmungen einiger Veränderungen im sprachlichen System
4.1 Intern beeinflusste Entwicklungen: Demokratisierung, Expansion der Subsprachen und die Universalisierung des grammatischen Systems
4.1.1 Gesellschaftliche und politische Veränderungen bewirken einen Bedarf nach neuer Lexik
4.1.2 Einfluss der Subsprachen auf die Standardsprache
4.1.3 Universalisierung- und Vereinfachungsmechanismen im System
4.2 Extern beeinflusste Entwicklungen
4.2.1 Fremdentlehnungen und die Übernahme von fremden Mustern
4.2.2 Der Einfluss von Fremdentlehnungen auf die erhöhte Produktivität bestimmter Morpheme
5. Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht die dynamischen Entwicklungen der polnischen Sprache nach der politischen Wende von 1989. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Prozesse der Demokratisierung sowie der Einfluss einer westlich geprägten Massenkultur das polnische Sprachsystem transformiert und zu einer verstärkten Orientierung an der Umgangssprache geführt haben.
3.1 Vermischung der Sprachkodes Umgangssprache und offizielle Sprache
Antonia Grybosiowa befasst sich mit den Veränderungen im Polnischen und den gesellschaftlichen Veränderungen im 20. Jahrhundert, die nach 1989 einen Wandel im Bewusstsein der Polen und ihrer Einstellung zu ihrer Sprache bewirkt haben. Sie beobachtet, dass sich im Polnischen insgesamt eine starke Tendenz zur Umgangssprache im offiziellen Rahmen entwickelt hat.
Der Umbruch im politischen System brachte auch einen Umbruch in der Einstellung zur Sprache, die zuvor traditionsgemäß wie ein nationales Heiligtum behandelt wurde. Dieses Nationalgut hatte in der Romantik seine wichtigste Bedeutung gehabt. Es war das Symbol für den Zusammenhalt einer Nation eines geografisch nicht existierenden Polens, das man gegen den Angreifer oder Okkupanten verteidigte. Es war auch das Symbol des Zusammenhalts, des Nationalstolzes und der Hoffnung auf Zeiten der Unabhängigkeit.
1. Einführung: Vorstellung des Untersuchungsgegenstands, der Einflüsse der Transformation und der Rolle der Massenkultur als Motor sprachlicher Veränderungen.
2. Allgemeine Veränderungen: Geschichte, Gesellschaft und Sprache: Historischer Rückblick auf die Sprachnormierung im 20. Jahrhundert und Analyse der soziolinguistischen Auswirkungen des gesellschaftlichen Wertewandels.
3. Abkehr von den Sprachnormen: Das neue Primat der Umgangssprache: Untersuchung des Phänomens der zunehmenden Informalität in offiziellen Kontexten, der Mediensprache und des Wandels der Etikette.
4 Konkrete Bestimmungen einiger Veränderungen im sprachlichen System: Detaillierte Analyse interner und externer Einflussfaktoren auf Lexik, Syntax, Flexion und Phonetik.
5. Schlusswort: Synthese der Ergebnisse über den Einfluss von Demokratisierung und Massenkultur auf die Entwicklung und Flexibilisierung des Polnischen.
Polnische Sprache, Sprachwandel, Transformation, Massenkultur, Umgangssprache, Demokratisierung, Anglizismen, Mediensprache, Sprachnorm, Soziolinguistik, Fremdentlehnungen, Morphologie, Syntax, Sprachkultur, Wertewandel.
Die Arbeit analysiert die tiefgreifenden Veränderungen der polnischen Sprache in der Zeit nach 1989, insbesondere unter dem Druck politischer Transformation und dem Einfluss westlicher Massenkultur.
Zentrale Themen sind der Wandel der Sprachnormen, die zunehmende Bedeutung der Umgangssprache, die Rolle der Medien bei der Sprachvermittlung sowie die Integration von Fremdwörtern in das polnische Sprachsystem.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie Demokratisierungsprozesse und die marktwirtschaftliche Ausrichtung der polnischen Gesellschaft den Rückzug strenger Sprachnormen zugunsten einer dynamischeren, umgangssprachlichen Kommunikation begünstigt haben.
Es handelt sich um eine soziolinguistische Untersuchung, die auf der Analyse existierender Fachliteratur und Studien basiert, um die sprachlichen Entwicklungen in einen historischen und gesellschaftlichen Kontext zu setzen.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur Abkehr von Sprachnormen, konkrete Bestimmungen syntaktischer und morphologischer Veränderungen sowie den Einfluss externer Faktoren wie Anglizismen.
Wichtige Begriffe sind Polnische Sprache, Transformation, Massenkultur, Umgangssprache, Sprachnormen, Mediensprache und soziolinguistischer Wandel.
Die Inteligencja fungierte über lange Zeit als Bewahrerin der gehobenen Sprachnormen und als intellektuelle Elite, deren Einfluss mit der Popularisierung von Bildung und der Demokratisierung der Gesellschaft abnahm.
Medien fungieren als Übermittler und Verstärker sprachlicher Innovationen, indem sie durch Konkurrenzdruck und das Ziel der Publikumsbindung verstärkt auf emotionale, umgangssprachliche und oft weniger formelle Ausdrucksweisen setzen.
Phraseologismen spiegeln den kulturellen Wandel wider; ihre Veränderung, Dekonstruktion oder der Austausch durch neue, oft mediengeprägte Begriffe zeigt deutlich, wie das Sprachsystem auf neue gesellschaftliche Herausforderungen reagiert.
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