Examensarbeit, 2007
96 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Was sind Märchen?
2.1 Definition von Märchen aus literaturwissenschaftlicher Sicht
2.1.1 Volksmärchen - Kunstmärchen
2.1.2 Volksmärchen
2.1.3 Kurze Abgrenzung des Märchens gegen benachbarte Gattungen
2.2 Definition von Märchen aus literaturpädagogischer Sicht
3. Entstehung, Entwicklung und Rezeption der „Kinder- und Hausmärchen“
3.1 Altertum
3.2 Mittelalter
3.3 Neuzeit
4. Entstehung der Märchen, Sammeltätigkeit der Brüder Grimm und Herausstellung der Helfer und Gewährspersonen
5. Die Kinder- und Hausmärchen in der literaturpädagogischen und literaturdidaktischen Diskussion des 19. und 20 Jahrhunderts
5.1 Märchenpädagogik im Deutschen Kaiserreich von 1871 bis 1918
5.2 Märchen in der Schule der Weimarer Republik
5.3 Pädagogik des Märchens im Dritten Reich
5.4 Rezeption von (illustrierten) Märchen nach 1945
5.5 Grimms Märchen in der literaturpädagogischen Diskussion der DDR
5.6 Die Kinder- und Hausmärchen in der Literaturpädagogik der BRD
6. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die wechselvolle Geschichte der Literaturpädagogik im Hinblick auf die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm im 19. und 20. Jahrhundert, um die unterschiedlichen pädagogischen Ansätze, Sichtweisen und die kontroversen Debatten über den Bildungsauftrag des Märchens über verschiedene Zeitepochen hinweg kritisch zu analysieren.
Eindimensionalität:
Diesseits und Jenseits werden im Volksmärchen so miteinander verbunden, als ob sie keine zwei unterschiedlichen Dimensionen wären. Für den Helden und auch für die anderen Märchenfiguren stellt das Jenseits keine andere Dimension dar, vielmehr gehen sie mit jenseitigen Wesen, Feen, Zwergen etc. so um, als ob sie ihresgleichen wären. "Ihnen fehlt das Erlebnis des Abstandes zwischen sich und jenen anderen Wesen. Sie sind ihnen wichtig als Helfer und Schädiger, aber nicht interessant als Erscheinung."40 Der Märchenheld macht im Laufe der Handlung sehr phantastische und wunderbare Begegnungen, die ihm aber keineswegs als solche vorkommen. Anstatt diese als Staunender wahrzunehmen, tritt die Hauptfigur des Volksmärchens vielmehr als Handelnder auf, indem sie zum Beispiel einen Drachen überwältigt und nicht untätig, voller Erstaunen in Schrecken gerät.
Angst und Neugier behandelt das Märchen nur in profaner, wirklichkeitsnaher, nicht aber in numinöser Weise. Die Märchenfiguren fürchten sich zum Beispiel nicht, wenn plötzlich ein Tier zu sprechen beginnt, stattdessen macht sich ihre Angst eher im Hinblick auf Gefahren bemerkbar. Jedoch flößen unheimliche Wesen, wie Drachen oder Hexen, ihnen auch nicht mehr Furcht ein als menschliche Bösewichte und Räuber.
Zusammengefasst ausgedrückt ist das Übernatürliche, Wunderbare dem Märchen nicht fragwürdiger als das Alltägliche.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Popularität der Grimmschen Märchen ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die wechselvolle literaturpädagogische Aufnahme der Märchen über zwei Jahrhunderte hinweg zu untersuchen.
2. Was sind Märchen?: Es erfolgt eine detaillierte Definition des Märchens aus literaturwissenschaftlicher sowie literaturpädagogischer Perspektive, inklusive einer Abgrenzung von verwandten Gattungen wie Sage, Legende und Fabel.
3. Entstehung, Entwicklung und Rezeption der „Kinder- und Hausmärchen“: Dieses Kapitel bietet einen geschichtlichen Abriss über märchenhafte Motive und Quellen von der Antike bis zur Neuzeit vor der Grimmschen Ära.
4. Entstehung der Märchen, Sammeltätigkeit der Brüder Grimm und Herausstellung der Helfer und Gewährspersonen: Hier werden die Sammeltätigkeit der Brüder Grimm, die methodische Arbeitsweise sowie die Problematik der Identifikation und Bedeutung der verschiedenen Gewährspersonen beleuchtet.
5. Die Kinder- und Hausmärchen in der literaturpädagogischen und literaturdidaktischen Diskussion des 19. und 20 Jahrhunderts: Dieser Hauptteil analysiert ausführlich die instrumentelle Nutzung und didaktische Aufbereitung der Märchen in verschiedenen politischen Systemen (Kaiserreich, Weimarer Republik, Drittes Reich, DDR, BRD).
6. Schluss: Der Schluss fasst die zentralen Erkenntnisse über die historische und pädagogische Funktion der Märchen zusammen und reflektiert die Vielfalt der didaktischen Sichtweisen.
Kinder- und Hausmärchen, Brüder Grimm, Literaturpädagogik, Märchenforschung, Volksmärchen, Erziehungsgeschichte, Didaktik, Rezeption, Märchenalter, Ideologiekritik, Pädagogik, Kinderliteratur, Kindesentwicklung, Märchenanalyse, Bildungsauftrag.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm in der Literaturpädagogik und Didaktik über das 19. und 20. Jahrhundert hinweg.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definitionsgeschichte des Märchens, der Entstehungsgeschichte der Grimmschen Sammlung sowie der ideologischen Instrumentalisierung dieser Texte in verschiedenen deutschen Epochen.
Das Ziel ist es, den Wandel in der Wahrnehmung und pädagogischen Anwendung der Märchen aufzuzeigen und zu untersuchen, wie historische und politische Kontexte die Didaktik des Märchens beeinflusst haben.
Die Autorin nutzt eine literatur- und bildungshistorische Analyse, bei der sie fachspezifische Literatur und zeitgenössische pädagogische Debatten zur Märchenrezeption auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die chronologische Betrachtung der Märchenpädagogik vom Kaiserreich, über die Weimarer Republik und das Dritte Reich bis zur unterschiedlichen Entwicklung in der DDR und BRD.
Begriffe wie Literaturpädagogik, Märchenpädagogik, ideologische Instrumentalisierung, Entmythologisierung und Rezeptionsgeschichte sind maßgeblich für das Verständnis der Arbeit.
Die Arbeit analysiert kritisch, wer die Erzählerinnen waren, wie ihre französische oder hessische Herkunft den Märchencharakter prägte und wie die Grimms diese Quellen für ihre Zwecke auswählten.
Während die DDR den Fokus auf eine sozialistische Erziehung und die historische, soziale Funktion der Märchen legte, war die Entwicklung in der BRD stärker von einer erlebnispädagogischen, später von einer ideologiekritischen Debatte geprägt.
Das "Märchenalter" ist ein psychologisches Konstrukt, das in verschiedenen Phasen der Pädagogik als Argument diente, Märchen in den Lehrplan der Grundschule aufzunehmen oder die Art der Vermittlung anzupassen.
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