Magisterarbeit, 2007
83 Seiten, Note: 1,6
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1. Einleitung
2. Die Osterweiterung der Europäischen Union
2.1. Der politische Erweiterungsprozess
2.1.1. Der Kopenhagener Gipfel von 1993 und die Bedeutung der Kopenhagener Kriterien
2.1.2. Die Ergebnisse des Luxemburger Gipfels von 1997 und die Ziele der „Agenda 2000“
2.1.3. Der Weg zum Vertrag von Nizza 2000 und der so genannte „Post-Nizza-Prozess“
2.2. Die ökonomischen Auswirkungen des Osterweiterungsprozesses
2.2.1. Die wirtschaftlichen Entwicklungen in den mittel- und osteuropäischen Ländern im Zusammenhang mit dem Beitritt zur Europäischen Union
2.2.2. Die wirtschaftlichen und sozialpolitischen Konsequenzen der Osterweiterung der Europäischen Union für die deutschen Regionen
3. Die Thematisierung der EU-Osterweiterung in ausgewählten bundesdeutschen Landtagen seit der Verabschiedung des Vertrages von Nizza (2000-2007)
3.1. Die Überlegungen zur EU-Osterweiterung im Landtag von Nordrhein-Westfalen
3.1.1. Die Haltung der Parteien und der nordrhein-westfälischen Landesregierung zu den wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Folgen der EU-Osterweiterung
3.1.2. Die Reaktion der nordrhein-westfälischen Landesregierung auf die Konsequenzen der EU-Osterweiterung in den Bereichen der Sicherheits-, Verkehrs- und Bildungspolitik
3.2. Die Überlegungen zur EU-Osterweiterung im Landtag von Bayern
3.2.1. Die Einstellung der Parteien und der bayerischen Landesregierung zu den wirtschaftspolitischen Folgen der EU-Osterweiterung
3.2.2. Die Reaktion der bayerischen Landesregierung auf die Folgen der EU-Osterweiterung in den Bereichen der Sicherheits-, Verkehrs- und Bildungspolitik unter besonderer Berücksichtigung der deutsch-tschechischen Grenzregion
3.3. Die Überlegungen zur EU-Osterweiterung im Landtag von Thüringen
3.3.1. Die Vorbereitungen der Thüringischen Landesregierung auf die EU-Osterweiterung und die Landtagsdebatte im Vorfeld des Beitritts der mittel- und osteuropäischen Länder
3.3.2. Die Reaktion der Parteien und der Thüringischen Landesregierung auf die vollzogene Osterweiterung der Europäischen Union
3.4. Die Überlegungen zur EU-Osterweiterung im Landtag von Brandenburg
3.4.1. Die Vorbereitungen der Brandenburgischen Landesregierung auf die EU-Osterweiterung und die Landtagsdebatte im Vorfeld des Beitritts der mittel- und osteuropäischen Länder
3.4.2. Die Reaktion der Parteien und der Brandenburgischen Landesregierung auf die vollzogene Osterweiterung der Europäischen Union unter besonderer Berücksichtigung der deutsch-polnischen Grenzregion
4. Ein Vergleich der Überlegungen zur EU-Osterweiterung in den ausgewählten Landtagen nach Politikbereichen und unter Berücksichtigung der parteispezifischen Ansichten sowie regionaler Unterschiede
5. Die Beteiligung der ausgewählten bundesdeutschen Landesregierungen und Landtage am politischen Erweiterungsprozess der Europäischen Union
6. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wahrnehmung und politische Thematisierung der EU-Osterweiterung aus der spezifischen Perspektive ausgewählter bundesdeutscher Landesregierungen und Landtage. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse von Handlungsstrategien, wirtschaftlichen Sorgen und politischen Ambitionen in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Thüringen und Brandenburg, um ein differenziertes Bild der regionalen Auseinandersetzung mit dem europäischen Erweiterungsprozess nach dem Vertrag von Nizza zu zeichnen.
1. Einleitung
„Mit der Erweiterung wird 15 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs die Spaltung des europäischen Kontinents überwunden.“ Mit diesen Worten würdigte Gabriele Sikora, Landtagsabgeordnete in Nordrhein-Westfalen, im Mai 2004 vor dem Plenum des Landtages die kürzlich vollzogene Osterweiterung der Europäischen Union um zehn neue Staaten. Es handelte sich hierbei unumstritten um einen wichtigen Schritt in der europäischen Geschichte, mit dem ein deutlicher Schlussstrich unter die Trennung Europas während des Kalten Krieges gezogen wurde. Ist es aber richtig, diesen Schritt als Erweiterung zu bezeichnen, oder müsste man vielmehr von einer Integration oder Wiedervereinigung sprechen?
Angesichts der nach wie vor bestehenden souveränen Nationalstaaten wäre es wohl irreführend, von einer Wiedervereinigung zu sprechen, da dieser Begriff zu sehr an den Vollzug der Deutschen Einheit im Jahre 1990 erinnern würde. Näherliegend ist hingegen die Verwendung des Begriffs der Integration. Insbesondere in den neuen Beitrittsländern spricht man eher von einer Integration in die Europäische Union als von einer Osterweiterung. Dies verdeutlicht die Bedeutung der jeweiligen Perspektive, wenn über den derzeitigen Prozess in Europa debattiert wird. Vor allem aus Sicht der Beitrittsländer ist es folglich naheliegend von einem angestrebten Integrationsprozess auszugehen, während man aus der Position der 15 bisherigen Mitgliedsländer von einem Erweiterungsprozess der Europäischen Union spricht.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die begriffliche Problematik der „Osterweiterung“ ein und kontextualisiert das Ereignis historisch vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs des Sowjetsystems und der europäischen Einigung.
2. Die Osterweiterung der Europäischen Union: Das Kapitel beleuchtet den politischen Erweiterungsprozess durch Meilensteine wie Kopenhagen 1993, Nizza 2000 und die Agenda 2000 sowie die ökonomischen Auswirkungen für die Beitrittsländer und die deutschen Regionen.
3. Die Thematisierung der EU-Osterweiterung in ausgewählten bundesdeutschen Landtagen seit der Verabschiedung des Vertrages von Nizza (2000-2007): Dieser Hauptteil analysiert die landesspezifischen Debatten und politischen Reaktionen in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Thüringen und Brandenburg im Kontext der Erweiterung.
4. Ein Vergleich der Überlegungen zur EU-Osterweiterung in den ausgewählten Landtagen nach Politikbereichen und unter Berücksichtigung der parteispezifischen Ansichten sowie regionaler Unterschiede: Der Vergleich führt die Erkenntnisse nach Politikfeldern wie Wirtschaft, Sicherheit und Bildung zusammen und arbeitet regionale Unterschiede in der Wahrnehmung heraus.
5. Die Beteiligung der ausgewählten bundesdeutschen Landesregierungen und Landtage am politischen Erweiterungsprozess der Europäischen Union: Hier wird untersucht, wie die Länder über Gremien und direkte Partnerschaften aktiv auf den Erweiterungsprozess Einfluss nahmen und ihre Interessen artikulierten.
6. Resümee: Das Schlusskapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bewertet die Auswirkungen der Osterweiterung aus Sicht der betrachteten Bundesländer.
EU-Osterweiterung, Landespolitik, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Thüringen, Brandenburg, Strukturförderung, Integrationsprozess, Arbeitsmarkt, Grenzsicherheit, Wirtschaftsförderung, Europäische Union, Politische Kommunikation, Regionalpartnerschaften, Transformationsprozess.
Die Arbeit analysiert, wie sich verschiedene deutsche Bundesländer – Nordrhein-Westfalen, Bayern, Thüringen und Brandenburg – im Zeitraum von 2000 bis 2007 politisch mit der EU-Osterweiterung auseinandergesetzt haben.
Im Zentrum stehen die wirtschaftlichen Folgen für die Regionen, der Anpassungsdruck auf den Arbeitsmarkt, sicherheitspolitische Aspekte sowie die bildungspolitische und kulturelle Kooperation mit den neuen Mitgliedsstaaten.
Ziel ist es, den Umgang der Landesregierungen und Landtage mit den Chancen und Risiken der Osterweiterung aufzuzeigen und zu ermitteln, wie die Länder versuchten, den Erweiterungsprozess auf europäischer Ebene mitzugestalten.
Der Autor führt eine quellenbasierte Analyse durch, indem er Plenarprotokolle, Ausschussprotokolle, Anträge der Fraktionen sowie Berichte der jeweiligen Landesregierungen auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich nach den vier untersuchten Bundesländern. Für jedes Land werden die spezifischen Debatten im Landtag sowie die Maßnahmen der jeweiligen Regierungen in den Bereichen Wirtschaft, Sicherheit, Bildung und Verkehr detailliert nachgezeichnet.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Strukturförderung, Wettbewerbsdruck, regionale Partnerschaften, EU-Beitritt, Übergangsregelungen und die politische Einflussnahme durch Landesvertretungen.
Brandenburg wird aufgrund seiner geographischen Lage an der EU-Außengrenze zu Polen und seiner wirtschaftlichen Situation besonders intensiv analysiert, da hier die Auswirkungen der Osterweiterung direkt spürbar waren und sehr umfangreiches Quellenmaterial vorliegt.
Die Strukturförderung ist ein zentraler Streitpunkt, da mit der Osterweiterung die Mittel neu verteilt wurden. Insbesondere in den ostdeutschen Ländern wie Brandenburg und Thüringen lösten die befürchteten Rückgänge der Fördermittel erhebliche politische Debatten aus.
Obwohl es bei der Bevölkerung Ängste vor einer massiven Abwanderung und Arbeitsmarktkonkurrenz gab, betonten die Landesregierungen, dass durch Übergangsregelungen und den wirtschaftlichen Aufholprozess in den neuen Ländern keine destabilisierenden Migrationsbewegungen zu erwarten seien.
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