Magisterarbeit, 2007
170 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Forschungsstand
3 Was ist Geschmack und was muss bei seiner Versprachlichung beachtet werden?
3.1 Schmecken - Physiologische Grundlagen
3.2 Relativität der Geschmackswahrnehmungen
3.3 Warum es wichtig ist über Geschmack zu kommunizieren
3.4 Warum es schwierig ist über Geschmack zu kommunizieren (es aber trotzdem versucht werden sollte)
4 Theoretische Grundlagen zur Versprachlichung von Geschmack
4.1 Definition Geschmacksbeschreibungen
4.2 Sprachliche Konzepte und Kategorisierungen
4.3 Metaphern
4.3.1 Grundlegende Metapherntheorien
4.3.2 Kognitive Metapherntheorie
4.4 Synästhesien
4.5 Metonymien
4.6 Wertende Beschreibungen: Subjektivität vs. Objektivität
4.7 Assoziationen und Konnotationen
5 Korpus
6 Möglichkeiten zur Versprachlichung von Geschmack
7 Analyse der Versprachlichungsstrategien
7.1 Vergleiche
7.2 Assoziationen - Geschmacksbeschreibungen, die keinen Geschmack beschreiben
7.3 Metaphern
7.3.1 Personifikationen
7.3.2 Andere Strukturmetaphern
7.3.3 Die Metapher als textbegründendes und -strukturierendes Mittel
7.3.4 Zusammenfassung
7.4 Synästhesie oder multimodale Wahrnehmung? Problem des Zusammenspiels mehrerer Sinne beim Schmecken
7.4.1 Entleihungen aus dem taktilen Wahrnehmungsbereich
7.4.2 Entleihungen aus dem visuellen Wahrnehmungsbereich
7.4.3 Entleihungen aus dem akustischen Wahrnehmungsbereich
7.4.4 Entleihungen aus dem olfaktorischen Wahrnehmungsbereich
7.4.5 Zusammenfassung
7.5 Metonymien
7.6 Affektive und bewertende Äußerungen
7.7 Komposita
7.8 Die Bedeutung des Kontexts
8 Fazit
9 Ausblick
10 Literatur
11 Anhang
Die Magisterarbeit untersucht Strategien und Möglichkeiten zur sprachlichen Beschreibung von Geschmackswahrnehmungen in der Standardsprache. Ziel ist es, anhand von Artikeltexten einer Kochzeitschrift aufzuzeigen, wie komplexe gustatorische Eindrücke kommuniziert werden, auch wenn ein dediziertes, präzises Geschmacksvokabular nur begrenzt zur Verfügung steht.
Beeinflussung durch visuelle Wahrnehmungen
Auch das Aussehen eines Nahrungsmittels beeinflusst erheblich die Geschmackseindrücke einer Speise. So wie ein festlich gedeckter Tisch den Appetit zum Essen anregt, können durch ungünstige Beleuchtungseffekte ungewohnte Farbwirkungen erzielt werden, die eine negative Wirkung auf das Geschmackserlebnis auslösen. So werden beispielsweise Nahrungsmittel als kräftiger, würziger oder salziger empfunden, wenn sie durch Lichteffekte dunklere, tiefere Farben erhalten.
Hier kommt erneut der Erwartung an ein Nahrungsmittel ein hoher Stellenwert zu. Das Zitat zeigt, dass offensichtlich gelernt wurde, dass dunklere Farben eher mit kräftigen Geschmäckern einhergehen. Dieser Zusammenhang ist anscheinend so stark in den Köpfen der Schmeckenden verwurzelt, dass er hergestellt wird, selbst wenn er tatsächlich nicht vorhanden ist. Wird die Farbe einer bekannten Speise dagegen nicht nur leicht verändert, sondern widerspricht der üblichen völlig, kann das zur Ablehnung, zumindest aber zur Verwirrung führen: „Ein blaues Schweinesteak [...] wird bei den meisten Menschen Unbehagen oder Widerwillen auslösen.“
Sogar im Rahmen einer mehr oder weniger professionellen Weinverkostungssituation werden solche visuellen Beeinflussungen erwähnt. Ein trüber Wein könnte, so Logue (1995), aufgrund seines Aussehens geschmacklich schlechter beurteilt werden, als er in der Tat ist, da die Erfahrung des Verkosters ihn gelehrt hat, dass eine Trübung oft mit schlechtem Geschmack einhergeht. Allerdings lassen sich nicht nur negative Beeinflussungen feststellen. Harper, Bate-Smith und Land (1968a) erwähnen Untersuchungen, bei denen einige Blumendüfte, die unabhängig vom üblichen visuellen Reiz präsentiert wurden, eher unangenehm auf die Probanden wirkten. Der Anblick der Blüte lässt die Geruchsreize also positiver erscheinen.
1 Einleitung: Die Arbeit beleuchtet das Missverhältnis zwischen der Fülle an Geschmackswahrnehmungen und dem begrenzten Wortschatz zu deren Beschreibung und setzt sich zum Ziel, Strategien zur Überbrückung dieser Lücke zu untersuchen.
2 Forschungsstand: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über interdisziplinäre Arbeiten zum Thema Essen und Geschmack und zeigt auf, dass linguistische Studien zu Geschmackswahrnehmungen in der Forschung bisher selten sind.
3 Was ist Geschmack und was muss bei seiner Versprachlichung beachtet werden?: Es wird die Komplexität des Begriffs "Geschmack" als Gesamtwahrnehmung erörtert, die physiologische Grundlagen und diverse Einflussfaktoren wie Geruch, taktile und visuelle Wahrnehmung einschließt.
4 Theoretische Grundlagen zur Versprachlichung von Geschmack: Kapitel vier definiert zentrale Begriffe wie Geschmacksbeschreibung und legt theoretische Grundlagen, insbesondere zur kognitiven Metapherntheorie und Synästhesie, die für die Analyse relevant sind.
5 Korpus: Die Untersuchungsgrundlage besteht aus 16 Artikeln einer Rezept- und Kochzeitschrift, die aufgrund ihrer lebensnahen, jedoch professionell verfassten Texte gewählt wurden.
6 Möglichkeiten zur Versprachlichung von Geschmack: Hier werden generelle Vorgehensweisen kategorisiert, von der einfachen Benennung der Substanz bis hin zur komplexen Verwendung von Metaphern und bewertenden Äußerungen.
7 Analyse der Versprachlichungsstrategien: In diesem umfangreichen Hauptteil werden die in Kapitel 6 identifizierten Strategien detailliert anhand von Korpusbeispielen analysiert und linguistisch eingeordnet.
8 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine präzise Kommunikation über Geschmack trotz fehlender Fachterminologie durch das Zusammenspiel verschiedener Strategien wie Vergleiche, Metaphern und assoziative Formulierungen möglich ist.
9 Ausblick: Es werden weitere Forschungsfelder aufgezeigt, wie etwa die Untersuchung der Verständlichkeit dieser Strategien für Leser oder der Vergleich mit anderen Kulturen.
Geschmack, Geschmackswahrnehmung, Versprachlichung, Metaphern, Synästhesie, Metonymie, Sensorik, Linguistik, Genussmittel, Kognitive Metapherntheorie, Lebensmittelbeschreibungen, Kommunikation, Gesamtwahrnehmung, Kochzeitschrift, Sprachgebrauch
Die Arbeit analysiert, wie Menschen Geschmackswahrnehmungen in der Standardsprache ausdrücken, obwohl es an einem speziellen Fachvokabular für den Sinneseindruck des Schmeckens mangelt.
Der Fokus liegt auf der Linguistik des Schmeckens, der kognitiven Strukturierung von Geschmack durch Metaphern sowie dem Einfluss externer Faktoren (Geruch, Optik, Kontext) auf die sprachliche Beschreibung.
Es wird untersucht, welche sprachlichen Mittel eingesetzt werden, um trotz einer begrenzten Anzahl an Grundbegriffen komplexe Geschmackserlebnisse verständlich und anschaulich an andere zu vermitteln.
Die Autorin nutzt eine linguistische Textanalyse eines eigens erstellten Korpus, das aus Artikeln einer Rezept- und Kochzeitschrift besteht, und ordnet die Ergebnisse in Theorien wie die kognitive Metapherntheorie ein.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Begriffe sowie eine detaillierte Analyse spezifischer Strategien wie Vergleiche, Metaphern, Synästhesien und Metonymien im Kontext von Koch- und Ernährungstexten.
Die zentralen Begriffe sind Geschmackssprache, kognitive Konzepte, Synästhesien, metaphorische Strukturen und die soziale Konstruktion von Geschmack.
Die Arbeit zeigt auf, dass visuelle Merkmale wie Farbe oder Form oft als Stellvertreter für Geschmack fungieren und die Erwartungshaltung des Lesers stark beeinflussen können.
Weil die Arbeit aufzeigt, dass Menschen im Alltag nicht nur den rein gustatorischen Sinn meinen, sondern ein Zusammenspiel aller Sinne (Geruch, Tastsinn, Hören) unter dem Begriff "Geschmack" zusammenfassen.
Es bezeichnet den kommunikativen Drang oder die Notwendigkeit, sensorische Erlebnisse sprachlich zu fassen, um Erfahrungen zu teilen, zu objektivieren oder Sicherheit bei der Lebensmittelauswahl zu gewinnen.
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