Examensarbeit, 1999
120 Seiten, Note: 1,0
A. Einleitung: Pluralität der Religionen - Der christliche Glaube in einer neuen Situation
B. Hauptteil: Die Scientology-Organisation und ihr Kirchenverständnis
B.I. Ein Einblick in die Scientology-Organisation
B.I.1. Entwicklungs- und Entstehungsgeschichte von Scientology
B.I.1.a Was ist Scientology? – Begriffserklärung
B.I.1.b Biographie von Lafayette Ronald Hubbard
B.I.1.b.1. Kindheit und Jugend Hubbards bis zur Gründung der ersten Scientology- „Kirche“
B.I.1.b.2. Stationen der Scientology-„Kirche“ bis zu Hubbards Tod
B.I.1.c Zusammenfassung der Entwicklungsstufen von Scientology
B.I.1.d Die Scientology-Organisation nach dem Tod Hubbards
B.I.2. Die Organisations- und Kommandostruktur des Scientology-Konzerns
B.I.2.a Beschreibung der Führungsstrukturen des Gesamtsystems
B.I.2.a.1. Religious Technology Center
B.I.2.a.2. Internationales Management der Scientology
B.I.2.a.3. Flag Command Bureaux
B.I.2.a.4. Continental Liaison Bureaux
B.I.2.a.5. International Association of Scientologists
B.I.2.b Organisationen der Scientology-Bewegung in Deutschland
B.I.2.b.1. Der Scientology-Sektor
B.I.2.b.2. Der WISE-Sektor
B.I.2.b.3. Der ABLE-Sektor
B.I.2.c Weitere Unter- bzw. Tarnorganisationen
B.I.3. Lehre und Ziele von Scientology
B.I.3.a Dianetik - Die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit
B.I.3.b Das Menschenbild der Scientologen
B.I.3.b.1. Body - Mind - Thetan
B.I.3.b.2. Die Tonskala
B.I.3.c Zielsetzungen von Scientology
B.I.4. Methoden und Praxis der Scientologen
B.I.4.a Verschiedene Kurse der Scientology-Organisation
B.I.4.a.1. Der Reinigungs-Rundown
B.I.4.a.2. Der Kommunikationskurs
B.I.4.a.3. Das Auditing
B.I.4.b Typische Kennzeichen der Scientology-Praxis
B.I.5. Anwerbung durch Scientology
B.I.5.a Wie locken die Scientologen?
B.I.5.a.1. Die anfällige Persönlichkeit
B.I.5.a.2. Scientology und Kinder
B.I.5.b Eigenwerbung (Public Relations) von Scientology
B.II. Diskussion: Kann man Scientology als Kirche bzw. Religion bezeichnen?
B.II.1. Einordnungsversuche /Begriffsdefinitionen
B.II.1.a Was versteht man unter Kirche eigentlich?
B.II.1.b Was ist eine Religion?
B.II.1.c Erläuterung zum Begriff Sekte
B.II.2. „Religiöse Elemente“ der Scientology-Organisation
B.II.2.a Die Wurzeln von Scientology
B.II.2.b Vergleich zwischen Scientology und dem Christentum
B.II.2.c Kultische Handlungen
B.II.2.d Zusammenfassung
B.II.3. Ethikverständnis der Scientology-Organisation
B.II.3.a Definition des Begriffs Ethik
B.II.3.b Ethik und Umgang mit Kritikern
B.II.3.c Fair-Game und andere Möglichkeiten
B.II.3.d Zusammenfassung
B.II.4. Die ökonomische Dimension von Scientology
B.II.4.a World Institute of Scientology Enterprises
B.II.4.b Hauptbeschäftigungsfelder von Scientology in der Wirtschaft
B.II.4.c Institutionen von WISE
B.II.4.c.1. WISE Charter Komitee
B.II.4.c.2. Hubbard College für Verwaltung
B.II.4.d Gefahren durch die Ausbreitung von Scientology in der Wirtschaft
B.II.5. Handlungsmöglichkeiten der Politik
B.II.5.a Beobachtung von Scientology durch den Verfassungsschutz
B.II.5.b Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages
C. Schlussbemerkung: Überblick über die Gefahren von Scientology und mögliches Entgegenwirken
Die vorliegende Arbeit untersucht die Scientology-Organisation im Hinblick auf ihr Selbstverständnis als Kirche bzw. Religion. Das primäre Ziel ist es, durch eine detaillierte Analyse der Organisationsstrukturen, der Lehre, der Praktiken sowie des wirtschaftlichen Gebarens zu klären, ob Scientology tatsächlich als Religionsgemeinschaft einzustufen ist oder ob religiöse Aspekte primär zur Tarnung wirtschaftlicher und machtpolitischer Interessen dienen.
B.I.1.b.1. Kindheit und Jugend Hubbards bis zur Gründung der ersten Scientology- „Kirche“
Lafayette Ron Hubbard wird am 13. März 1911 in Tilden (Nebraska)/USA als Sohn des Marine-Fregattenkapitäns Harry Ross Hubbard und Ledora May Hubbard geboren. Bis zu seinem zehnten Lebensjahr wächst er als Einzelkind bei seinem Großvater auf einer Ranch in Montana auf. Anschließend begleitet Hubbard vermutlich seinen Vater auf seinen zahlreichen Reisen (z.B. nach China, Indien usw.), wobei er angeblich die Glaubensvorstellungen verschiedener Völker auf der ganzen Welt erforscht (ca. 14.-18. Lebensjahr). Was seine schulischen Leistungen bzw. seine Studien angeht, so herrschen auch hier wiederum Ungereimtheiten. Wahrscheinlich absolvierte Hubbard das Columbian College in den Fächern Mathematik und Maschinenbau und wurde zudem Mitglied im ersten Kurs für Nuklear-Physik in den USA. Weiterhin soll er verschiedene Studien betrieben haben (z.B. Kernphysik, Mathematik und Ingenieurwissenschaften an der George Washington-Universität in Washington D.C.), die aber keinen Abschluss fanden. Unter anderem soll er auch an verschiedenen Expeditionen teilgenommen bzw. sie selbst geführt haben, z.B. nach Zentral-Afrika.
Seine Hauptbeschäftigung, nämlich die Schriftstellerei, die ihm zugleich als Lebensunterhalt diente, scheint jedoch unumstritten und bewiesen: „(...) Seine ersten Erfolge auf dem literarischen Sektor konnte er, lange bevor die Dianoetik auf eine nichtsahnende Welt losgelassen wurde, in den dreißiger Jahren für sich verbuchen, als er damit begann (unter dem ziemlich plumpen Pseudonym Winchester Remington Colt), eine lange Reihe Groschenhefttexte einschließlich Western-Stories, Abenteuergeschichten dieser und jener Art und selbst Romane der Spezies <
Überdies entstehen unter seinem eigenen Namen bzw. den Pseudonymen Rene Lafayette, Kurt von Rachen bzw. Strachen diverse Science-fiction Hefte, Aufsätze usw. (z.B. die Kurzgeschichte The Dangerous Dimension oder der Roman The Tramp). Vorwiegend behandelt Hubbard hier das Thema der „paranormalen Fähigkeiten des Menschen“, z.B. die Überwindung von Raum und Zeit. Ferner verfasst Hubbard auch Erzählungen, die in die Kategorie Sword and Sorcery (=Schwert und Zauberei) fallen. 1938 entsteht ein weiteres Buchmanuskript Excalibur, wo er seine grundlegende Überzeugung vom Sinn menschlichen Lebens darlegt, was zugleich die Grundlage der späteren scientologischen Ideologie verkörpert.
B.I. Ein Einblick in die Scientology-Organisation: Dieses Kapitel erläutert die Entstehungsgeschichte, die Führungshierarchie sowie die verschiedenen Unterorganisationen des Scientology-Konzerns.
B.II. Diskussion: Kann man Scientology als Kirche bzw. Religion bezeichnen?: Hier werden Definitionsversuche zu den Begriffen Kirche, Religion und Sekte herangezogen, um das Selbstverständnis von Scientology kritisch zu hinterfragen.
C. Schlussbemerkung: Überblick über die Gefahren von Scientology und mögliches Entgegenwirken: Dieser Abschnitt resümiert die identifizierten Gefahren und diskutiert die staatlichen Handlungsmöglichkeiten gegenüber der Organisation.
Scientology, L. Ron Hubbard, Dianetik, Auditing, E-Meter, WISE, Religion, Sekte, Weltanschauung, Organisation, Wirtschaft, Kontrolle, Ethik, Propaganda, Verfassungsschutz
Die Zulassungsarbeit analysiert die Scientology-Organisation, ihre Entstehungsgeschichte, ihre Strukturen, ihre Lehre sowie ihre ökonomischen und machtpolitischen Strategien im Hinblick auf ihr Selbstverständnis als Kirche.
Zu den zentralen Themen gehören die Organisations- und Kommandostrukturen, die Methoden der Mitgliederwerbung und Kursgestaltung (wie das Auditing), das ethische Verständnis der Gruppe sowie ihr Einfluss auf die Wirtschaft.
Das Hauptziel ist die Untersuchung der Frage, ob Scientology tatsächlich eine Religionsgemeinschaft ist oder ob dieses Label lediglich dazu dient, wirtschaftliche Interessen zu tarnen und rechtliche Vorteile zu erlangen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, die das Gedankengut Hubbards, interne Richtlinien sowie Berichte von Experten und Aussteigern gegenüberstellt.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Einblick in die Organisationsstrukturen (einschließlich WISE und RTC) und eine kritische Diskussion des Religionsstatus unter Einbeziehung von Fachlexika und politischer Einschätzungen.
Die wichtigsten Begriffe sind Scientology, Dianetik, Auditing, E-Meter, WISE, Weltanschauung, Kontrolle, Wirtschaft und Verfassungsschutz.
Die Arbeit identifiziert Scientology als einen internationalen Konzern, dessen Lehre und Kurse gewinnorientiert vermarktet werden, um durch ein "Kriegskassen"-System und Firmeninfiltration Macht auszubauen.
Basierend auf den Analysen kommt die Autorin zu dem Schluss, dass Scientology aufgrund totalitärer Strukturen, der ökonomischen Ausrichtung und mangelnder Vereinbarkeit mit christlichen Grundwerten nicht als Religion oder Kirche im herkömmlichen Sinne bezeichnet werden kann.
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