Diplomarbeit, 2003
118 Seiten, Note: 1
1 Einführung
2 Zur Bedeutung von Innovationen
2.1 Innovation im Zeitablauf
2.2 Entwicklungen im Unternehmensbereich
2.3 Innovationstätigkeit in Österreich
3 Bionik – Umsetzung von Lösungen aus der Natur
3.1 Einführung in die Welt der Bionik
3.2 Entwicklung der Bionik: Bionik gestern – heute – morgen
3.3 Teilgebiete der Bionik
4 Bionik-Aktivitäten im deutschsprachigen Raum und International
4.1 Österreich
4.2 Schweiz
4.3 Deutschland
4.3.1 Bionik-Kompetenznetz BioKon
4.3.1.1 Was ist BioKon?
4.3.1.2 Netzwerkpartner
4.3.1.3 Aktuelle Forschungsprojekte des BioKon
4.3.1.4 Die Zukunft des BioKon
4.3.2 Kompetenznetz Biomimetik
4.3.3 Terra Bionica
4.3.4 Gesellschaft für Technische Biologie und Bionik
4.4 Internationale Bionik-Aktivitäten
4.4.1 Center for Biomimetics, University of Reading
4.4.2 Laboratoire de Neuro Biologie, CNRS, Marseille
4.4.3 Dept. of Integrative Biology, Berkeley
4.4.4 Dept. of Zoology, University of Cambridge
5 Bionik in Wirtschaft und Umwelt
5.1 Erwartungen von einem „Lernen von der Natur“
5.2 Ausgewählte Beispiele für bionische Innovationen
5.2.1 Der Lotus-Effekt
5.2.2 Sparen mit der Haihautfolie
5.2.3 Das Leichtbauprinzip bei BMW
5.2.4 ADIDAS und »Die Wand hochgehen« mit Gecko-Schuhen
6 Resümee
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Bionik für Wirtschaft und Umwelt, indem sie den technischen und biologischen Zugang um wirtschaftliche und ökologische Aspekte erweitert. Ziel ist es, den Beitrag bionischer Innovationen zu nachhaltigem Wirtschaften und deren tatsächliche industrielle Umsetzung kritisch zu beleuchten.
Die Bedeutung der Grundlagenforschung
Die Zusammenarbeit zwischen Biologen und Ingenieuren geht von der biologischen Analyse aus. Diese ist letztlich mit Grundlagenforschung gleichzusetzen – also mit Technischer Biologie. Hier kann zwischen der problembezogenen und der (zunächst) zweckfreien Forschung unterschieden werden. Von ersterer spricht man, wenn die Forschung von einer technischen Frage ausgehend betrieben oder von einem auftretenden Problem ausgelöst wird. Letztere stellt die Grundlagenforschung im eigentlichen Sinn dar und ist somit Zivilisations- bzw. Kulturauftrag. „Unbekanntes bekannt machen“ – einer der wichtigsten Kulturaufträge der Menschheit – ist das Ziel. Das kann jedoch auch implizieren, dass diese Forschung einerseits hohe Kosten verursacht, es andererseits nicht gewährleistet ist, dass sie unmittelbar etwas bringt. Dies ist auch der Grund warum es schwieriger ist, Politiker und Wissenschaftler für die zunächst zweckfreie Forschung (im Folgenden „Grundlagenforschung“ genannt) zu begeistern als für die problembezogene Forschung.
1 Einführung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Innovationen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit dar und führt das Konzept des "Lernens von der Natur" als bionischen Ansatz ein.
2 Zur Bedeutung von Innovationen: Dieses Kapitel erläutert ökonomische Innovationstheorien, beleuchtet Trends im Unternehmensbereich und analysiert die aktuelle Innovationstätigkeit in Österreich.
3 Bionik – Umsetzung von Lösungen aus der Natur: Hier erfolgt eine Einführung in die Wissenschaftsdisziplin Bionik, inklusive deren historischer Entwicklung sowie einer Definition der relevanten Teilgebiete.
4 Bionik-Aktivitäten im deutschsprachigen Raum und International: Dieser Abschnitt bietet einen detaillierten Überblick über bestehende Bionik-Netzwerke, Forschungsstandorte und internationale Kooperationen in diesem Bereich.
5 Bionik in Wirtschaft und Umwelt: Dieses Kapitel diskutiert die ökologischen Erwartungen an die Bionik und illustriert diese anhand von Fallbeispielen aus der Industrie, wie dem Lotus-Effekt oder dem Leichtbauprinzip.
6 Resümee: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle der Bionik als sinnvolle Ergänzung zu klassischer Forschung und Entwicklung.
Bionik, Innovation, Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz, Technische Biologie, Biomimetik, Forschungsförderung, Netzwerke, Ökologische Technik, Industrielle Anwendung, Innovationsmanagement, Wissensmanagement, Lotus-Effekt, Leichtbau, Evolutionsbionik
Die Arbeit untersucht die Relevanz der Bionik für die Bereiche Wirtschaft und Umwelt, um den in der Literatur dominierenden technischen bzw. biologischen Fokus um wirtschaftliche und ökologische Perspektiven zu ergänzen.
Neben den Grundlagen von Innovationen und der Wissenschaftsdisziplin Bionik stehen vor allem die Analyse von Bionik-Netzwerken, die ökologische Bewertung bionischer Lösungen und konkrete industrielle Anwendungsbeispiele im Mittelpunkt.
Nein, der Autor stellt explizit fest, dass eine bionische Lösung keinen automatischen Garant für ökologische Verträglichkeit bietet, sondern eine Ergänzung zur klassischen Forschung darstellt.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, ergänzt durch explorative Interviews und Datenerhebungen bei relevanten Forschungsnetzwerken und Industrieunternehmen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine Bestandsaufnahme der Bionik-Aktivitäten (insb. in Deutschland, Österreich und der Schweiz) sowie eine detaillierte Untersuchung prominenter Beispiele wie des Lotus-Effekts und des Leichtbaus bei BMW.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Ressourceneffizienz, die Unterscheidung zwischen Technischer Biologie und Bionik sowie das Konzept der "Eingriffstiefe" von Technologien.
Die Arbeit zeigt, dass beide Disziplinen wie Bild und Spiegelbild agieren: Die Technische Biologie betreibt die biologische Grundlagenforschung, während die Bionik diese Erkenntnisse für technische Anwendungen aufbereitet.
Diese Netzwerke dienen als Bündelungsinstanzen, die Synergien zwischen akademischer Forschung und industrieller Anwendung fördern und den Wissenstransfer in wirtschaftlich verwertbare Produkte unterstützen.
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