Masterarbeit, 2007
114 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung und Eingrenzung des Themas
2. Allgemeines zu Ertragsteuern in der Rechnungslegung
2.1 Begriffliche Eingrenzung der Ertragsteuern
2.2 Konzepte der Steuerabgrenzung
2.3 Methoden zur Steuerabgrenzung
2.4 Weitere Kriterien der Steuerabgrenzung
3. Ertragsteuern in der Rechnungslegung nach HGB
3.1 Ertragsteuern im HGB-Einzelabschluss
3.2 Ertragsteuern im HGB-Konzernabschluss
3.3 Internationalität im HGB-Abschluss durch DRS 10
3.4 Weitere Internationalität im HGB-Abschluss durch das BilMoG
4. Ertragsteuern in der Rechnungslegung nach IFRS
4.1 Zwecke und Grundsätze der Rechnungslegung nach IFRS
4.2 Darstellung tatsächlicher Ertragsteuern nach IAS 12
4.3 Darstellung latenter Ertragsteuern nach IAS 12
4.3.1 Konzeptionelle Grundsätze
4.3.2 Passivische latente Steuern
4.3.3 Aktivische latente Steuern
4.3.4 Bilanzierung latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge
4.3.5 Bewertung der latenten Steuern
4.3.6 Anhangsangaben zu latenten Steuern
4.4 Besonderheiten latenter Steuern im IFRS-Konzernabschluss
5. Ertragsteuern in der Rechnungslegung nach US-GAAP
5.1 Ertragsteuern in Jahres- und Konzernabschlüssen
5.2 Konvergenzprojekt IFRS/US-GAAP
5.3 Bedeutung der (Konzern-)Steuerquote
6. Ertragsteuern in der Zwischenberichterstattung
6.1 Notwendigkeit und Gegenstand der Zwischenberichterstattung
6.2 Grundsätze unterjähriger Erfolgsermittlung
6.2.1 Integrativer Ansatz
6.2.2 Eigenständiger Ansatz
6.2.3 Kombinierter Ansatz
6.3 Unterjährige Ertragsteuerbilanzierung nach HGB
6.3.1 Ertragsteuern in HGB-Zwischenabschlüssen
6.4 Ertragsteuern in der Zwischenberichterstattung nach IFRS
6.4.1 Konzept der Zwischenberichterstattung nach IAS 34
6.4.2 Grundsätzliches zu Ertragsteuern in der IFRS-Zwischenberichterstattung
6.4.3 Ermittlung des erwarteten Ertragsteuersatzes
6.4.4 Berechnung der Ertragsteuern im Zwischenabschluss
6.5 Ertragsteuern in der Zwischenberichterstattung nach US-GAAP
6.6 Praktische Probleme bei der Ermittlung von Ertragsteuern in Zwischenabschlüssen
6.6.1 Anforderungen an Rechnungswesen und Unternehmensplanung
6.6.2 Folgen der Umsetzungsprobleme für die Ertragsteuerberechnung in der Zwischenberichterstattung
7. Auswirkungen der Unternehmensteuerreform 2008 auf die Bilanzierung latenter Steuern in IFRS-Abschlüssen
7.1 Allgemeines zum Unternehmensteuerreformgesetz 2008
7.2 Änderung des Ertragsteuersatzes
7.3 Einführung einer Zinsschranke
7.4 Weitere Maßnahmen
8. Zusammenfassende Betrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bilanzierung von laufenden und latenten Ertragsteuern in der Zwischenberichterstattung, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Anwendung von IAS 12 und IAS 34 unter Berücksichtigung des deutschen Ertragsteuerrechts liegt. Ziel ist es, die Komplexität dieser Rechnungslegungsbereiche für börsennotierte Konzerne kritisch zu analysieren und die methodischen Herausforderungen bei der unterjährigen Steuerabgrenzung zu beleuchten.
4.3.1 Konzeptionelle Grundsätze
Mit der im Oktober 1996 vom IASB verabschiedeten überarbeiteten Fassung des IAS 12 kommt grundsätzlich nur noch die rein bilanzorientierte Liability-Methode zur Anwendung. Die Abgrenzung latenter Steuern erfolgt ausschließlich nach dem Temporary-Konzept. Es besteht grundsätzlich eine Bilanzierungspflicht für latente Steuern auf Grund von temporären Unterschieden zwischen dem Buchwert nach IFRS (carrying amount of an asset or liability in the balance sheet) und dem Steuerwert (taxe base). Gemäß IAS 12.15 ist für die zu versteuernden temporären Differenzen grundsätzlich eine latente Steuerschuld (deferred tax liability) und nach IAS 12.24 für alle abzugsfähigen temporären Differenzen, die wahrscheinlich zukünftig realisierbar sind, ein latenter Steueranspruch (deferred tax asset) zu bilanzieren. Im Gegensatz zum HGB wird der Bilanzierende im IFRS-Abschluss durch die grundsätzliche Bilanzierungspflicht für aktivische und passivische Steuerlatenzen zu einer paritätische Steuerabgrenzung gelangen.
Die Ratio des Konzeptes latenter Steuern nach IFRS kann nach HEUSER/THEILE wie folgt beschrieben werden: „Vermögenswerte reflektieren nicht nur künftige Nutzenzuflüsse, sondern auch eine steuerliche Abschreibungsgrundlage, die durch Abschreibung oder Verkauf realisiert wird. Sind IFRS- und Steuerbilanzbuchwerte identisch, besteht insoweit kein Raum für den Ansatz latenter Steuern. Anders verhält es sich, wenn Abweichungen, sog. temporäre Differenzen, zwischen Vermögen und Schulden in den beiden Rechenwerken bestehen“.
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz der Steuerbilanzierung für internationale Konzerne und Definition der Forschungsfrage.
2. Allgemeines zu Ertragsteuern in der Rechnungslegung: Theoretische Grundlagen und Konzepte der Steuerabgrenzung sowie Abgrenzung zu anderen Steuerarten.
3. Ertragsteuern in der Rechnungslegung nach HGB: Analyse der nationalen Rechnungslegungsvorschriften inklusive der Bedeutung von DRS 10 und dem BilMoG.
4. Ertragsteuern in der Rechnungslegung nach IFRS: Detaillierte Darstellung der Bilanzierung tatsächlicher und latenter Steuern gemäß IAS 12.
5. Ertragsteuern in der Rechnungslegung nach US-GAAP: Gegenüberstellung zu US-amerikanischen Standards und Bedeutung der Steuerquote.
6. Ertragsteuern in der Zwischenberichterstattung: Kernstück der Arbeit; Methoden der unterjährigen Steuerberechnung nach HGB, IFRS und US-GAAP sowie Identifikation praktischer Umsetzungsprobleme.
7. Auswirkungen der Unternehmensteuerreform 2008 auf die Bilanzierung latenter Steuern in IFRS-Abschlüssen: Untersuchung der Auswirkungen gesetzlicher Reformen auf die Steuerbilanzierung.
8. Zusammenfassende Betrachtung: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf künftige Entwicklungen.
Ertragsteuern, IAS 12, IAS 34, Zwischenberichterstattung, Latente Steuern, Steuerabgrenzung, Temporary-Konzept, Liability-Methode, HGB, US-GAAP, Konzernsteuerquote, Steuerreform, Verlustvorträge, Zinsschranke, BilMoG
Die Arbeit analysiert die komplexen Anforderungen und methodischen Vorgehensweisen bei der Bilanzierung von Ertragsteuern in der Zwischenberichterstattung international agierender Konzerne.
Die Untersuchung konzentriert sich primär auf die IFRS (insbesondere IAS 12 und IAS 34), stellt diese jedoch in den Kontext des deutschen HGB sowie der US-GAAP, um Unterschiede und Konvergenzbestrebungen aufzuzeigen.
Das Ziel ist eine kritische Würdigung der Anwendungsprobleme des IAS 34 in der Rechnungslegungspraxis, da die kurze Regelung zu Ertragsteuern in Zwischenberichten häufig zu Auslegungsfragen führt.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Analysearbeit der einschlägigen Standards, Kommentare und Gesetzesvorschriften sowie eine betriebswirtschaftliche Analyse der methodischen Ansätze zur unterjährigen Steuerglättung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Steuerabgrenzung, eine detaillierte Analyse der Regelwerke nach HGB, IFRS und US-GAAP sowie eine spezifische Untersuchung der Zwischenberichterstattung, ergänzt durch die Auswirkungen der Unternehmensteuerreform 2008.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie "Temporary-Konzept", "Effective Tax Rate", "Latente Steuern" und "IAS 34" geprägt.
Da Ertragsteuern rechtlich Jahressteuern sind, ist ihre unterjährige Ermittlung als "integrierter Bestandteil eines Gesamtjahres" methodisch anspruchsvoll, da Schätzungen des erwarteten effektiven Steuersatzes auf einem oft volatilen Geschäftsverlauf basieren.
Die Reform erfordert eine Anpassung bei der Bewertung latenter Steuern, da durch sinkende Steuersätze und neue Regelungen (wie die Zinsschranke) die Berechnungsgrundlagen zwischen IFRS- und Steuerbilanz massiv divergieren.
Die integrative Methode glättet den Steueraufwand über das Jahr hinweg, während die diskrete Methode die Zwischenperiode als eigenständige Abrechnungsperiode betrachtet, was zu stärkeren Ergebnisschwankungen führt.
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