Diplomarbeit, 2008
129 Seiten, Note: 1,0
I. EINLEITUNG
II. THEORETISCHER TEIL
1. Die Wahrheiten über den Klimawandel
1.1 Komplexe Anforderungen an die Politik
1.1.1 Die Botschaften des IPCC
1.2 Die Rolle des Journalismus
1.2.1 Resonanz für Umweltprobleme erzeugen
1.3 Zusammenfassung
2. Wie der Journalismus Wirklichkeit konstruiert
2.1 Der Umweltjournalismus – ereignisorientiert und auf Sensationen fixiert
2.2 „Themenkarriere“ der Ökologie in Deutschland
2.3 Zusammenfassung
3. Der Klimawandel in den Medien
3.1 Merkmale der medialen Bearbeitung
3.2 Skeptische Kommunikation zum Klimawandel
3.2.1 Gründe für die skeptische Kommunikation
3.2.2 Balance as bias – das Versagen der US-Medien
3.2.3 Lobby-Einflüsse in Deutschland
3.3 Anmerkungen zur sozialwissenschaftlichen Forschung
3.4 Zusammenfassung
4. Selektionskriterien der Medien
4.1 Bedeutung der Redaktion für die Themenauswahl
4.2 Agenda-Setting: Wer setzt die Themen?
4.2.2 Agenda-Building
4.2.3 Intermedia-Agenda-Setting
4.3 Zusammenfassung
5. SPIEGEL und ZEIT im Vergleich
5.1 Besondere Funktion der politischen Wochenzeitschriften
5.2 Eigenschaften von Leitmedien
5.2.1 Wertschätzung durch andere Journalisten
5.2.2 Reichweite
5.2.3 Struktur der Rezipienten
5.2.4 Zitierhäufigkeit
5.2.5 Publizistische Intention und Qualitätsbegriff
5.3. Zusammenfassung
5.4 Bedeutung des Themas Klimawandel
5.4.1 Der SPIEGEL: Wandel unter Aust
5.4.2 Die ZEIT: Sympathie für Bürgerinitiativen und kontroverse Debatten
5.4.3 Zusammenfassung
III. EMPIRISCHER TEIL
6. Untersuchungsdesign
6.1 Analyse des Deutungswandels
6.1.1 Aufteilung in Themenkategorien
6.1.2 Aufteilung in Phasen
6.1.3 Zusammenfassung
6.2 Auswahl des Untersuchungsmaterials
6.3 Analysekonzept und Kategoriensystem
6.4 Analyse der Qualität der Berichterstattung
7. Hypothese und Forschungsfragen
7.1 Hypothese zum Deutungswandel
7.2 Forschungsfragen zur Qualität der Berichterstattung
8. Ergebnisse der Verlaufsanalyse
8.1 Beschreibung und Interpretation der ersten Phase (Ausgaben 45/06 – 10/07)
8.2 Beschreibung und Interpretation der zweiten Phase (Ausgaben 11/07 – 22/07)
8.2.1 Der „Klima-Hysterie“-Titel und seine Folgen
8.3 Beschreibung und Interpretation der dritten Phase (Ausgaben 23/07 – 35/07)
8.4 Phasenvergleich Bewertung Klimawandel – Klimapolitik
8.5 Fazit der Verlaufsanalyse
9. Ergebnisse der quantitativen Inhaltsanalyse
9.1. Formale Faktoren
9.1.1 Ressorts
9.1.2 Journalistische Darstellungsformen
9.1.3 Autoren
9.1.4 Fazit
9.2 Erstes Qualitätskriterium: Vielfalt der Quellen
9.2.1. Fazit
9.3 Zweites Qualitätskriterium: Angebot an meinungsbildungs-relevantem Wissen
9.3.1 Fazit
9.4 Drittes Qualitätskriterium: Darstellung der gesellschaftlichen Entscheidungsprobleme
9.4.1 Fazit
10. Schlussbetrachtung
IV. ANHANG
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht und vergleicht die Berichterstattung über den Klimawandel in den beiden deutschen Wochenzeitschriften DER SPIEGEL und DIE ZEIT. Das Hauptziel der Untersuchung ist es, den Deutungswandel in der medialen Klimawandel-Berichterstattung im Laufe des Jahres 2007 nachzuvollziehen und zu analysieren, welche Faktoren diesen Wandel beeinflussen und inwieweit die beiden Leitmedien ihren publizistischen Qualitätsansprüchen gerecht werden.
3.2.1 Gründe für die skeptische Kommunikation
Aus der 2005 ermittelten starken Co-Orientierung zwischen Klimawissenschaftlern und Journalisten, die nur durch „milde Irritationen“ getrübt werde, sind inzwischen also ernst zu nehmende Bedenken von Wissenschaftlern gegen Teile der Medien geworden. Grund genug zu fragen, welche Ursachen dieses Schema der „skeptischen Kommunikation“ hat. Ist angesichts des Aktualitätsdrucks und der medialen Konkurrenz eine „wahrheitsgetreuere“ Berichterstattung überhaupt zu leisten? Und welchen Einfluss kann die skeptische Kommunikation auf die politische Handlungsfähigkeit haben? Das hier Klärungsbedarf zwischen Wissenschaftlern und Journalisten besteht, zeigen nicht nur die vielfältigen, medial veröffentlichten Reaktionen auf Rahmstorfs Zwischenruf. Auch auf anderen Ebenen wurde über diese Fragen reflektiert. Im Mai 2007 diskutierten Journalisten, Sozialwissenschaftler und Politiker in einem öffentlichen Forum im Rahmen der Jahrestagung des „netzwerk recherche“ (vgl. Engels, 2007), im Herbst versuchten Wissenschaftler, Wissenschaftsjournalisten und Sozialwissenschaftler im „Quarterly“, dem Magazin der Wissenschafts-Pressekonferenz, Antworten zu geben (vgl. Lehmkuhl, 2007a+b; Hornschuh, 2007).
Hier wie dort begründeten Sozialwissenschaftler die Existenz der oben beschriebenen Schemata mit einer medienimmanenten Dynamik, die mit den medialen Aufmerksamkeitszyklen zusammenhängt. Zunächst verstärken die Medien die Warnungen der Wissenschaftler, nach einiger Zeit nutzen diese sich jedoch ab; in der Öffentlichkeit treten Sättigungseffekte auf. Es kommt zu einer Resonanzspirale, in der die „skeptische Kommunikation als Nachricht attraktiv“ wird (Lehmkuhl, 2007a). Manche Medien nutzen dies, um „Profilierungschancen im Wettbewerb“ wahrzunehmen (Hornschuh, 2007).
I. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die massive Zunahme der medialen Aufmerksamkeit für das Thema Klimawandel im Jahr 2007 und führt in die zentralen Problemstellungen ein.
II. THEORETISCHER TEIL: Der theoretische Teil definiert die Rolle des Journalismus in der gesellschaftlichen Kommunikation über komplexe wissenschaftliche Themen und erarbeitet Konzepte für die Untersuchung von MedienDiskursen.
III. EMPIRISCHER TEIL: Der empirische Teil beschreibt das methodische Design der Untersuchung, bestehend aus Verlaufs- und Inhaltsanalyse, und stellt die Ergebnisse der vergleichenden Medienstudie dar.
IV. ANHANG: Der Anhang bietet eine detaillierte Literaturliste, das für die Analyse verwendete Codierbuch sowie die vollständige Materialbasis der untersuchten Artikel.
Klimawandel, Journalismus, Diskursanalyse, Leitmedien, SPIEGEL, ZEIT, Agenda-Setting, Klimapolitik, Energieversorgung, Medienethik, Klimaskeptizismus, Medienwirkung, Framing, Themenkarriere, Qualitätsjournalismus
Die Arbeit untersucht und vergleicht die mediale Berichterstattung der politischen Wochenzeitschriften DER SPIEGEL und DIE ZEIT zum Thema Klimawandel im Jahr 2007.
Im Zentrum stehen die mediale Konstruktion von Wirklichkeit, die Themenkarriere des Klimawandels, der Einfluss von Lobbygruppen auf die Berichterstattung sowie die journalistische Qualität der beiden untersuchten Medien.
Das Ziel ist es, den Deutungswandel in der Berichterstattung nachzuvollziehen und zu analysieren, welche Faktoren (z.B. redaktionelle Linie, Lobbyismus, Framing) diesen Wandel bewirken und wie die Medien ihre Verantwortung als "vierte Gewalt" wahrnehmen.
Die Arbeit kombiniert eine quantitative Inhaltsanalyse mit einer deskriptiven Diskursanalyse, basierend auf dem Themenzykluskonzept von Kolb und den Problemdeutungstypen von Weßler.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Rolle des Journalismus und einen empirischen Teil, der das Untersuchungsdesign, die Verlaufsanalyse und die quantitative Inhaltsanalyse zur Bewertung der journalistischen Qualität darlegt.
Wesentliche Begriffe sind Klimawandel, Diskursanalyse, Agenda-Setting, Leitmedien, Framing und journalistische Qualitätskriterien.
Die Studie ordnet die inhaltliche Debatte innerhalb der SPIEGEL-Redaktion um die Berichterstattung zum Klimawandel und die damit verbundene Modernisierungsdebatte im Kontext der vorzeitigen Vertragsauflösung von Stefan Aust ein.
Die ZEIT verfolgt einen konsistenteren Kurs mit einem stärkeren Fokus auf ökonomische Hintergründe und wissenschaftliche Quellen, während der SPIEGEL stärkere Framing-Verschiebungen zeigt, insbesondere bei der Berichterstattung über Lösungsoptionen wie erneuerbare Energien.
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