Diplomarbeit, 2007
85 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Grundlagen und Notwendigkeit zur Evaluierung von Innovationen
2.1 Begriffliche und inhaltliche Abgrenzung der Thematik
2.1.1 Innovation und Innovationsprozess
2.1.2 Phasen des Innovationsprozesses
2.1.3 Entwicklungsbegleitende Evaluierung
2.2 Notwendigkeit einer entwicklungsbegleitenden Evaluierung von Innovationen
2.2.1 Kostenverantwortung in der Phase der Entwicklung
2.2.2 Unsicherheit und Risiko im Innovationsprozess
3. Methoden zur entwicklungsbegleitenden Prognose oder Abschätzung von Kosten
3.1 Kostenbeeinflussung in der Konstruktion
3.1.1 Zielkostenorientierung in der Entwicklungsphase
3.1.2 Klassifizierung der Methoden
3.2 Kurzkalkulationen
3.2.1 Einvariablige Kurzkalkulationen
3.2.2 Mehrvariablige Kurzkalkulationen
3.3 Kalkulation auf Basis von Ähnlichkeitsbeziehungen
3.3.1 Kostenwachstumsgesetze
3.3.2 Suchkalkulationen
3.4 Flexibilisierung der Kostenvorhersage
4. Betriebswirtschaftliche Methoden zur entwicklungsbegleitenden Evaluierung von Innovationen
4.1 Vorauswahl von Innovationen vor Entwicklungsbeginn
4.2 Zielbildung als Grundlage der Evaluierung
4.3 Evaluierungsmethoden auf der Basis eindimensionaler Zielsysteme
4.3.1 Statisch-kalkulatorische Methoden
4.3.2 Dynamisch-finanzmathematische Methoden
4.3.3 Beurteilung eindimensionaler Evaluierungsmethoden
4.4 Die Nutzwertanalyse als Evaluierungsmethode auf der Basis mehrdimensionaler Zielsysteme
4.4.1 Anwendung der Nutzwertanalyse
4.4.2 Beurteilung der Nutzwertanalyse
4.5 Schätzung von erlösseitigen Parametern
5. Zusammenfassende Betrachtungen
5.1 Phasenbezogene Brauchbarkeit der Methoden
5.2 Zusammenfassender Methodenvergleich
5.3 Entscheidungsfindung über Fortführung oder Abbruch eines Innovationsvorhabens
5.4 Vorschlag zur Vorgehensweise bei einer entwicklungsbegleitenden Evaluierung von Innovationen
6. Schlussfolgerungen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Erarbeitung einer Vorgehensweise zur entwicklungsbegleitenden Evaluierung von Innovationen, die es dem Management ermöglicht, trotz bestehender Datenunsicherheiten und Risiken rationale Entscheidungen hinsichtlich der Fortführung, Überarbeitung oder des Abbruchs von Innovationsprojekten zu treffen. Im Fokus steht dabei die Vermeidung von Fehlentscheidungen bei der Ressourcenallokation durch eine kontinuierliche Information und Anpassung der Entscheidungsgrundlagen während des gesamten Innovationsprozesses.
2.2.1 Kostenverantwortung in der Phase der Entwicklung
Bereits in der Entwicklungsphase werden ca. 70 Prozent der Kosten eines Produktes determiniert, aber nur etwa 7 Prozent der Produktgesamtkosten verursacht. Wesentliche Kosteneinflussgrößen wie z.B. die physikalischen Eigenschaften, die Wirkprinzipien oder die Baugröße des Produkts, werden durch Entwurfszeichnungen, CAD-Daten, Konstruktionspläne und -stücklisten usw. von der Entwicklungs- und Konstruktionsabteilung festgelegt.
Dieser Einfluss erstreckt sich nicht nur auf die Selbstkosten des Herstellers, sondern auch auf die Produktgesamtkosten (Lebenslaufkosten), welche außerdem noch die einmaligen und laufenden Kosten umfassen, die beim Produktnutzer z.B. für den Transport oder die Instandhaltung des Produktes anfallen. Die Kosten selbst entstehen jedoch erst, wenn das Produkt durch die Produktion bzw. die Fertigung und die Einkaufsabteilung realisiert wird, also stark zeitverzögert zu deren Festlegung (vgl. Abb. 6). Daher lastet der Schwerpunkt bei der Durchsetzung von Rationalisierungsmaßnahmen im Grunde immer in diesen Bereichen eines Unternehmens. Die eigentliche Kostenverantwortung liegt aber im Bereich der Entwicklung, weswegen Experten die Einbindung von Produktion und Beschaffung in die Planung, Projektierung und Entwicklung neuer Produkte fordern.
Die genannten Aspekte verdeutlichen die Bedeutung früher Entwicklungsphasen für den späteren Produkterfolg. Erfolgt die Kostenkontrolle erst nach der Entwicklung und Konstruktion eines Produktes, z. B. nach Stücklistenerstellung, dann kommt die betreffende Kontrollinformation zu spät. Kostensenkende Konstruktionsänderungen können nur noch mit großem Aufwand oder überhaupt nicht mehr durchgeführt werden. Es gilt also, Kostenabweichungen so früh wie möglich zu erkennen, da sie dann umso wahrscheinlicher aufgefangen werden und evtl. anfallende Änderungskosten minimal gehalten werden können.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die strategische Bedeutung von Innovationen und die Gefahr von Fehlentscheidungen, welche durch eine mangelnde entwicklungsbegleitende Evaluierung entstehen können.
2. Grundlagen und Notwendigkeit zur Evaluierung von Innovationen: Dieses Kapitel definiert den Innovationsbegriff, erläutert Phasenmodelle und verdeutlicht, warum eine kontinuierliche Evaluierung aus Kosten- und Risikosicht für den Innovationserfolg essenziell ist.
3. Methoden zur entwicklungsbegleitenden Prognose oder Abschätzung von Kosten: Hier werden technische Verfahren wie Kurzkalkulationen und Kostenwachstumsgesetze vorgestellt, um bereits während der Konstruktionsphase Produktkosten abzuschätzen und zu steuern.
4. Betriebswirtschaftliche Methoden zur entwicklungsbegleitenden Evaluierung von Innovationen: Dieses Kapitel bewertet klassische betriebswirtschaftliche Instrumente der Investitionsrechnung sowie die Nutzwertanalyse hinsichtlich ihrer Eignung für eine ganzheitliche Evaluierung von Innovationen.
5. Zusammenfassende Betrachtungen: Die Methoden werden phasenbezogen auf ihre Brauchbarkeit hin untersucht, ein Methodenvergleich durchgeführt und ein konkreter Vorgehensvorschlag für eine entwicklungsbegleitende Evaluierung entwickelt.
6. Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Innovationsevaluation als kontinuierlichen, vernetzten Prozess statt als isolierte Einzelmaßnahme zu begreifen.
Innovation, Innovationsprozess, Entwicklungsbegleitende Evaluierung, Produktkosten, Kostenschätzung, Konstruktion, Target Costing, Nutzwertanalyse, Investitionsrechnung, Risikoanalyse, Prozessmodell, Innovationsmanagement, Wirtschaftlichkeitsanalyse, Kostenziel, Entscheidungsunterstützung
Die Arbeit befasst sich mit der entwicklungsbegleitenden Evaluierung von Innovationen. Ziel ist es, Methoden zu identifizieren und zu kombinieren, die es Unternehmen ermöglichen, Innovationsprojekte während ihrer Entwicklung kontinuierlich zu bewerten, um Fehlentscheidungen zu minimieren und den wirtschaftlichen Erfolg zu steigern.
Die zentralen Felder sind das Innovationsmanagement, die technische Kostenschätzung während der Konstruktion sowie die betriebswirtschaftliche Bewertung von Investitionen und Innovationsvorhaben unter Unsicherheit.
Das primäre Ziel ist die Erarbeitung einer strukturierten Vorgehensweise, die Entscheidungsträgern hilft, trotz Datenunsicherheiten und Risiken rationale Entscheidungen über die Fortführung oder den Abbruch von Innovationsvorhaben zu treffen.
Die Arbeit stützt sich auf eine analysierende und vergleichende Literaturrecherche sowie die Zusammenführung technischer und betriebswirtschaftlicher Methoden in einem ganzheitlichen Evaluierungskonzept.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung ingenieurswissenschaftlicher Verfahren zur Kostenschätzung (z.B. Kurzkalkulationen, Kostenwachstumsgesetze) und die kritische Prüfung betriebswirtschaftlicher Bewertungsinstrumente (z.B. Nutzwertanalyse, Investitionsrechnung) für den Einsatz während der Entwicklung.
Wichtige Begriffe sind Innovationsprozess, Kostenbeeinflussung, Nutzwertanalyse, Zielkosten, Investitionstheorie, Risiko und Entscheidungsunterstützung.
Die Arbeit verbindet die technische Sichtweise (Kostenprognose in der Konstruktion) mit der ökonomischen Sichtweise (Investitionsrechnung und Nutzwertanalyse), um eine Lücke zwischen ingenieurstechnischer Genauigkeit und betriebswirtschaftlicher Entscheidungsnotwendigkeit zu schließen.
Das Modell nach Pickel spielt eine zentrale Rolle für die Flexibilisierung der Kostenvorhersage, da es durch ein wissensbasiertes Transformationsmodul erlaubt, fehlende Informationen in frühen Phasen durch mathematische oder logische Beziehungen zu ergänzen.
Die Nutzwertanalyse wird als besonders geeignet angesehen, da sie in der Lage ist, sowohl quantitative monetäre Daten als auch qualitative Kriterien in eine Gesamtevaluierung zu integrieren, was bei komplexen Innovationen für eine fundierte Entscheidung unverzichtbar ist.
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