Magisterarbeit, 2005
44 Seiten, Note: 1
1. Die Lehre der Sainte-Victoire: Eine Wanderung in der französischen Kultur
1.1.Die Erschütterung: Magritte und die Surrealisten
1.2. Das “Unheimliche”: Inquiétante étrangeté, tranquille étrangeté: die Malerei Hoppers
1.3.Intensität des Realismus : Courbet
1.4.Von der Natur zu der Kunst: Cézanne
2. Die Malerei im Text: Über einen Dialog hinaus
2.1. Die Lehre der Surrealisten: die Autonomie des Objekts
2.2. Die Lehre von Hopper: Verwandlungen des Wirklichen
2.3.Die Lehre von Courbet : das Schweigen
2.4. Die Lehre von Cézanne: Von der Wahrnehmung zum Wort
3. Ein nomadisierendes Schreiben
3.1. Gehen und schreiben
3.2. Das Palimpsest-Schreiben: Gedächtnis der Literatur
3.3. Eine nomadisierende Bewegung
Diese Arbeit untersucht den Einfluss der Malerei auf das literarische Schaffen von Peter Handke, insbesondere in seinem Werk „Die Lehre der Sainte-Victoire“. Ziel ist es, den „Kulturtransfer“ zwischen den bildenden Künsten und der Literatur zu analysieren und aufzuzeigen, wie Handke durch die Auseinandersetzung mit Malern wie Cézanne, Hopper, Courbet und den Surrealisten eine neue Form der „Bilderschrift“ entwickelt, um die Wirklichkeit jenseits herkömmlicher Erzählstrukturen neu zu erfassen.
1.2. Das “Unheimliche”: Inquiétante étrangeté, tranquille étrangeté: die Malerei Hoppers
Diese allusive Dimension wird weiterhin verwendet, indem Handke schreibt: „[…] und endlich, vor allem , die in den Föhrenwäldern von Cape Cod/ Massachussets verborgenen Holzhäuser des amerikanischen Malers Edward Hopper , mit Namen wie ‚Straße und Häuser‘ und ‚Straße und Bäume‘”(S.38)2. Die Titel stehen im Hintergrund und sind unwichtig, auch wenn unser Autor betont, dass es um einfache Sachen geht. Die Bilder, die Handke später entdeckt, haben auch etwas Magisches, aber sie bleiben bei der Realität – oder mindestens bei einer Art Realität im Gegensatz zur Surrealität beispielsweise von Magritte.
Die Landschaften Hoppers scheinen einerseits Fata Morgana zu sein und andererseits eine der banalsten realistischen Landschaften: “weniger traumdrohend als verlassen-wirklich”(S.38). Sie schwanken zwischen der Realität und einem Jenseits der Realität, während Magritte die versteckte Dimension der Gegenstände zu malen versuchte. “Im Reich [des] Künstlers” (S.38): Hopper stellt all seine Figuren und Motive in einer stillen Erwartung, ja sogar in einer stillen Spannung dar.
Der am 22. Juli 1882 in Nyack, New York, geborene Hopper malte zunächst in impressionistischer Manier. Später begann er, einen realistischen Malstil zu entwickeln, bei dem er Menschen oder Landschaften in strenger Bildordnung malte. Er wurde mit seinen realistischen Bildern der amerikanischen Mittelschicht Vorbild für eine eigenständige amerikanische Malerei. Seine Bilder strahlen vor allem Einsamkeit und Melancholie aus.
1. Die Lehre der Sainte-Victoire: Eine Wanderung in der französischen Kultur: Dieses Kapitel stellt die malerischen Einflüsse von Magritte, Hopper, Courbet und Cézanne auf Handkes Erzählung vor und definiert diese als Etappen einer künstlerischen Initiation.
2. Die Malerei im Text: Über einen Dialog hinaus: Hier wird analysiert, wie Handke die Malerei als Lehrmeister nutzt, um eine eigene, hybride Schreibweise zu entwickeln, die den Übergang zwischen verschiedenen künstlerischen Codes überbrückt.
3. Ein nomadisierendes Schreiben: Das abschließende Kapitel deutet Handkes Schreiben als ewige Reise und nomadisierende Bewegung, wobei das Palimpsest als zentrale Kategorie für das kulturelle Gedächtnis und die Identitätsfindung des Autors dient.
Peter Handke, Die Lehre der Sainte-Victoire, Malerei, Literatur, Kulturtransfer, Palimpsest, Bilderschrift, Cézanne, Nomadentum, Ästhetik, Wahrnehmung, Schreibweise, Intertextualität, Realismus, Surrealismus.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Literatur und Malerei in Peter Handkes „Die Lehre der Sainte-Victoire“ und wie die Malerei als Impulsgeber für Handkes literarische Entwicklung dient.
Zentrale Themen sind der Kulturtransfer, das Konzept der „Bilderschrift“, die Theorie des Palimpsests nach Genette und das Motiv des Gehens und Wanderns als konstitutives Element des Schreibens.
Ziel ist es zu zeigen, wie Handke durch die visuelle Inspiration der Malerei aus einer literarischen Aporie findet und eine neue Form der Darstellung entwickelt, die Wort und Bild verschränkt.
Die Arbeit nutzt einen literaturwissenschaftlichen Ansatz unter Einbeziehung von Theorien zum Kulturtransfer, intertextueller Analyse und philosophischen Konzepten (Heidegger, Merleau-Ponty, Deleuze).
Im Hauptteil werden die einzelnen Maler (Surrealisten, Hopper, Courbet, Cézanne) als Etappen der Initiation behandelt sowie die hybride Erzählform des Romans analysiert.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Kulturtransfer, Palimpsest, Bilderschrift, Nomadentum und das „Nähegefühl“ gegenüber der Welt.
Cézanne fungiert als „Menschheitslehrer“ und Wegbereiter für Handkes Streben nach einer „Verwirklichung“ der Welt im Wort, die über die bloße Erfindung hinausgeht.
Es beschreibt ein Schreiben, das als Gedächtnisarbeit fungiert und in dem sich verschiedene Schichten von Texten, Zitaten und künstlerischen Traditionen überlagern, ohne dabei ihre Individualität vollständig zu verlieren.
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