Bachelorarbeit, 2007
38 Seiten, Note: 1,3
I. Einführung in die Thematik und Herangehensweise
II. Der Begriff der ENTFREMDUNG
a) Entfremdung bei Georg Friedrich Wilhelm Hegel
b) Entfremdung bei Karl Marx
c) Entfremdung bei Sigmund Freud
d) Der Zionismus
e) Migration
III. Das Entfremdungsphänomen im lyrischen Werk von Schalom Ben-Chorin
1. politische und gesellschaftliche Entfremdung
2. Entfremdung im Glaube/ zu Gott
a) Hinwendung zu Gott
b) Abwendung von Gott
3. sprachliche Entfremdung
4. geographische Entfremdung
IV. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Entfremdung im lyrischen Werk von Schalom Ben-Chorin unter besonderer Berücksichtigung der traumatischen Erfahrungen des Autors durch Flucht, Migration und den Nationalsozialismus sowie dessen Verhältnis zum Glauben und zu seiner Identität.
3. sprachliche Entfremdung
„Ich fühlte mich zunächst schrecklich fremd im Lande Israel. Ich verstand die Sprachen nicht, die hier gesprochen wurden: Hebräisch und Jiddisch, Arabisch und Englisch. Ganz heimisch ist man ja doch wohl nur in seiner Muttersprache[…]“47
Hiermit verdeutlicht Ben-Chorin, dass die historische Landnahme des Gelobten Landes keineswegs identisch mit dem Gefühl der Heimat sein muss und macht damit den Gegensatz Region vs. Sprache auf, um somit auch die linguistische Ebene innerhalb des Entfremdungsprozesses „zur Sprache zu bringen“. Die schreckliche Fremde zeigt demnach auch, wie sehr sich die Erwartungshaltung gegenüber dem Gelobten Land einer tatsächlichen phänomenalen Ebene des wirklichen Alltagsbildes widerspricht. Die Diskrepanz zwischen Wunschdenken und Migrationsrealität ist offensichtlich divergent, so wie es sich in seinem Werk leise manifestiert.
Und doch heißt es im Magazin der FAZ von 1999: das, was er in seinem Leben am meisten bereute sei, kein hebräischer Dichter geworden zu sein. Diese Feststellung assoziiert eine weitere Form der philosophisch reflektierten Persönlichkeitsentfremdung, wie wir sie bei Sören Kierkegaard finden, welcher von sich in einem künstlerisch- philosophisch verstandenen Sinne selbst sagte, dass sein Ich täglich das Ich grüße, welches er sein wolle. Und es drückt den Willen zu einer ganzheitlichen Integration aus, was impliziert, dass diese offensichtlich gescheitert zu sein scheint. Wird das auch werkimmanent zu spüren sein?
I. Einführung in die Thematik und Herangehensweise: Die Einleitung beleuchtet die psychologischen Belastungen durch Migration und führt in das Werk Schalom Ben-Chorins als Fallbeispiel für ein Migrations-Trauma ein.
II. Der Begriff der ENTFREMDUNG: Dieses Kapitel definiert Entfremdung aus philosophischer, marxistischer und psychoanalytischer Sicht und grenzt den Begriff für die nachfolgende Gedichtanalyse ein.
III. Das Entfremdungsphänomen im lyrischen Werk von Schalom Ben-Chorin: Im Hauptteil werden die Gedichte Ben-Chorins systematisch hinsichtlich politischer, religiöser, sprachlicher und geographischer Entfremdungsmomente untersucht.
IV. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, wie Ben-Chorin durch das Schreiben seine Identität und Weltanschauung rekonstruiert, was schließlich in einem Rückzug von der Lyrik hin zur theologischen Vermittlung mündet.
Entfremdung, Schalom Ben-Chorin, Migration, Zionismus, Nationalsozialismus, Lyrik, Identität, Exil, Heimat, Glaube, Traumgeographie, Trauma, Muttersprache, Judentum, Literaturanalyse
Die Arbeit analysiert das Phänomen der Entfremdung im lyrischen Werk des deutsch-jüdischen Schriftstellers Schalom Ben-Chorin vor dem Hintergrund seiner Flucht und Migration.
Zentrale Felder sind die Auswirkungen von politischer Verfolgung, der Konflikt zwischen Wunschvorstellung und Realität im Exil sowie die Veränderung des Gottesglaubens.
Das Ziel ist es, anhand von Gedichtanalysen zu belegen, wie Ben-Chorin das Migrations-Trauma verarbeitet hat und wie sich sein Verhältnis zu Deutschland und seinem jüdischen Glauben verändert hat.
Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Gedichtanalyse unter Einbeziehung philosophischer und psychoanalytischer Konzepte zum Entfremdungsbegriff.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der politischen/gesellschaftlichen Situation, den Wandel des Gottesbildes sowie die sprachliche und geographische Entfremdung.
Schlüsselbegriffe sind vor allem Entfremdung, Exil, Identitätssuche und das Spannungsfeld zwischen Heimat und Fremde.
Die Analyse zeigt, dass der Autor durch die ernüchternde Realität in Palästina seine zionistische Idealvorstellung korrigieren muss, was zu einer neuen, komplexen Identitätsfindung führt.
Das Traum-Motiv dient als Brücke zwischen den verlorenen Orten der Kindheit in Deutschland und der neuen Lebensrealität, wodurch der Autor versucht, die Grenzen der Realität aufzuheben.
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