Doktorarbeit / Dissertation, 2004
226 Seiten, Note: ausgezeichnet
1. EINLEITUNG
-- Quellen
-- Hinweise
2. DIE GENESIS DER AUSLANDSVERTRETUNG DER ÖSTERREICHISCHEN SOZIALISTEN (AVOES) UND DIE DEKLARATIONEN VON BRÜSSEL UND PARIS
3. DIE WURZELN DER EXILPOLITIKER UND IHRER POLITIK
3.1. Ein Blick zurück
3.2. Die reformistischen Gründerväter (1867-1914)
3.3. Krieg und Revolutionsoption (1914-1919)
3.4. Der Austromarxismus (1919-1934)
3.4. Die Sozialdemokratie im Abseits (1934-1938)
4. DAS ENTSCHLOSSENE EXIL (MÄRZ 1938 BIS JUNI 1940)
4.1. Europa von 1938 bis Kriegsbeginn
4.2. Die Flüchtlinge
4.3. Sozialdemokraten unter dem Hakenkreuz
4.4. Die AVOES definiert ihre Exilpolitik
4.5. Kriegsausbruch und Spannungen in der AVOES
5. DAS EXIL UND SEINE ZWEIFEL (JUNI 1940 BIS JUNI 1941)
5.1.Die internationale Lage bis Juni 1941
5.2. Österreichische Flüchtlinge und ihre Gastländer
5.3. Die politische Exilorganisationen der Österreicher
5.4. Die Politik der AVOES vom Kriegsbeginn bis Juni 1941
6. DAS EXIL UND DIE HOFFNUNG (JUNI 1941 BIS HERBST 1943)
6.1. Der Kriegseintritt der Sowjetunion
6.2. London: Das Free Austrian Movement und die Spaltung der österreichischen Sozialisten
6.3. New York: Das Ende der AVOES und der Kriegseintritt der USA
6.4. New York: Die Gründung des Austrian Labor Committee (ALC)
7. DIE ZEIT DER UNGELIEBTEN GEWIßHEIT AB OKTOBER 1943
7.1. Paukenschlag Moskauer Deklaration
7.2. Deklarationsgegner Adler schockt das Exil
7.3. Pollaks Coup - die „Österreichische Vertretungskörperschaft“
7.4. Kommunistische Antwort: Das Free Austrian World Movement
7.5. Wie real ist Friedrich Adlers Rücktritt ?
7.6. Das Exil und die Vorstellungen von der Zukunft
8. DAS EXIL UND DIE 2.REPUBLIK
8.1. Die Intentionen der Kriegsführenden
8.2. Die Aktionen der Österreicher im Lande
8.3. Die Fehlkalkulation des Kreml
8.4. Das Exil und die neue Partei
9. ZUSAMMENFASSUNG
Die Arbeit analysiert die Exilpolitik der österreichischen Sozialdemokratie zwischen 1938 und 1945, untersucht die Denkstrukturen und Handlungsmuster der Akteure und beleuchtet deren Auswirkungen auf die Entstehung der 2. Republik.
Die Wurzeln der Exilpolitiker und ihrer Politik
Wer den Wurzeln der ssozialistischen Exilpolitik nachspürt und dabei bis zu den Gründungsjahren der Bewegung zurückblickt, dem wird unter dem Eindruck widerstrebender Meinungen und unterschiedlicher Strategien bald klar, dass es sinnvoll ist, die Parteigeschichte in Zeitabschnitte zu gliedern, die historische Zäsuren darstellen. Dies auch deswegen, weil diese meist auch mit dem Wirkungszeitraum dominanter Führungspersönlichkeiten korrelieren. Bei dieser Sicht kommt man zu sechs Zeitabschnitten.
Der erste Abschnitt ist die von Viktor Adler und zuletzt auch von Karl Renner geprägte Gründungs- und Aufbauphase. Sie reicht bis in den ersten Weltkrieg hinein und lässt sich –etwas verallgemeinernd- als die Reformistische charakterisieren. Die zweite Phase umfasst die von der Revolution in Russland und dem Untergang der Monarchie geprägte Umbruchszeit, die vom Attentat Friedrich Adlers (1916) bis 1919, dem Jahr der Konsolidierung der 1.Republik reicht. Die Leitfigur ist kurzfristig Friedrich Adler, dann Otto Bauer. In der dritten Phase, der Phase des Austromarxismus, dominiert Otto Bauer die Bewegung allein. Er wird sie von 1920 bis 1934 zu lokalen Höhepunkten wie dem ,Roten Wien’, auf Bundesebene aber in den Niedergang und die Illegalität führen. Die vierte Phase, jene der Partei in der Illegalität unter den Revolutionären Sozialisten wird von Josef Buttinger und Otto Bauer gestaltet. Ihr folgt 1938 jene Exilphase die samt ihren Auswirkungen auf die Phase 6, der Nachkriegsentwicklung, Kernthema dieses Buches ist.
1. EINLEITUNG: Einleitung in die Themenstellung, die historische Bedeutung der Sozialdemokratie und die Zielsetzung der Arbeit.
2. DIE GENESIS DER AUSLANDSVERTRETUNG DER ÖSTERREICHISCHEN SOZIALISTEN (AVOES) UND DIE DEKLARATIONEN VON BRÜSSEL UND PARIS: Beschreibung der Flucht Buttingers und der Gründung der AVOES im Jahr 1938.
3. DIE WURZELN DER EXILPOLITIKER UND IHRER POLITIK: Historische Herleitung der Exilpolitik durch Analyse der vorausgehenden Phasen der Arbeiterbewegung.
4. DAS ENTSCHLOSSENE EXIL (MÄRZ 1938 BIS JUNI 1940): Untersuchung der frühen Exilphase und der Definition der politischen Strategie.
5. DAS EXIL UND SEINE ZWEIFEL (JUNI 1940 BIS JUNI 1941): Analyse der internationalen Lage und der Auswirkungen auf die AVOES.
6. DAS EXIL UND DIE HOFFNUNG (JUNI 1941 BIS HERBST 1943): Auswirkungen des Kriegseintritts der Sowjetunion und Spaltungen in London sowie Gründung des ALC.
7. DIE ZEIT DER UNGELIEBTEN GEWIßHEIT AB OKTOBER 1943: Analyse der politischen Folgen der Moskauer Deklaration und die Reaktionen innerhalb der Exilorganisationen.
8. DAS EXIL UND DIE 2.REPUBLIK: Bewertung der Einflüsse des Exils auf die Entwicklungen im Lande bis zur Gründung der 2. Republik.
9. ZUSAMMENFASSUNG: Abschließendes Fazit zur Exilpolitik und dem Beitrag der Akteure.
Österreichische Sozialdemokratie, Exilpolitik, AVOES, Friedrich Adler, Otto Bauer, Joseph Buttinger, Revolutionäre Sozialisten, Austromarxismus, 2. Republik, Moskauer Deklaration, Nationalsozialismus, Widerstand, Arbeiterbewegung, politische Emigration, Exilorganisationen.
Die Arbeit befasst sich mit der Exilpolitik der österreichischen Sozialdemokratie in der Zeit des Nationalsozialismus (1938–1945) und deren Einfluss auf die Entstehung der Zweiten Republik.
Zentrale Themen sind die Strategien der Exilorganisationen, die internen Machtkämpfe der Sozialdemokraten sowie deren Verhältnis zu den Alliierten und zum Kommunismus.
Die Untersuchung zielt darauf ab, wie die Parteispitze aus dem Desaster des Jahres 1934 und dem Anschluss 1938 ihre Exilpolitik gestaltete und wie diese Denkstrukturen die spätere Genese der Zweiten Republik beeinflussten.
Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, die maßgeblich auf erstmals ausgewerteten Sitzungsprotokollen aus dem Friedrich-Adler-Archiv in Amsterdam basiert.
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der österreichischen Arbeiterbewegung sowie die spezifischen Exilphasen, von der Gründung der AVOES über die Spaltungen in London bis zur Zeit der Moskauer Deklaration.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Austromarxismus, Exilpolitik, AVOES, Sozialdemokratie und 2. Republik charakterisiert.
Friedrich Adler fungierte als zentrale, aber oft ambivalente Schlüsselfigur, deren Wirken durch das Bemühen um Einheit bei gleichzeitiger Ablehnung einer „Agentenrolle“ gegenüber fremden Regierungen geprägt war.
Der Autor ordnet Buttingers radikale Haltung der „Nicht-Zusammenarbeit“ als eine bewusste strategische Entscheidung gegen eine „sinnlose“ Aktivität im Exil ein, die aus der Überzeugung wuchs, dass nur das Handeln vor Ort eine echte politische Änderung herbeiführen könne.
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