Diplomarbeit, 2007
113 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
2 Begriffsbestimmung: Was ist ein Finanzplatz?
2.1 Abgrenzung
2.1.1 Institutioneller Ansatz
2.1.2 Funktioneller Ansatz
2.1.3 Geographischer Ansatz
2.1.4 Regulatorischer Ansatz
2.2 Begriffsverwendung in dieser Arbeit
3 Finanzplatzakteure und ihre Funktionen
3.1 Banken
3.2 Börsen
3.2.1 Organisationsformen von Börsen
3.2.2 Funktionen von Börsen
3.2.3 Wertschöpfungskette und Börsenleitbilder
3.3 Weitere Akteure
4 Wettbewerbsfaktoren von Finanzplätzen
4.1 Allgemeine Wettbewerbsfaktoren
4.1.1 Wirtschaftskraft
4.1.2 Humankapital
4.1.3 Regulierung
4.1.4 Reputation
4.2 Spezifische Wettbewerbsfaktoren von Banken
4.2.1 Wettbewerber im Bankenmarkt
4.2.2 Konzentrationsgrad
4.2.3 Rentabilitätskennziffern
4.2.4 Einlagensicherungssystem
4.3 Spezifische Wettbewerbsfaktoren von Börsen
4.3.1 Marktkapitalisierung und Marktgröße
4.3.2 Marktliquidität
4.3.3 Börsenumsätze und Marktgröße
5 Wettbewerbsanalyse
5.1 Allgemeine Rahmenbedingungen für Finanzplätze
5.1.1 Deutschland
5.1.2 Österreich
5.1.3 Polen
5.1.4 Tschechien
5.1.5 Ungarn
5.1.6 Russland
5.1.7 Zusammenfassung der Rahmenbedingungen
5.2 Bankenmarkt
5.2.1 Deutschland
5.2.2 Österreich
5.2.3 Polen
5.2.4 Tschechien
5.2.5 Ungarn
5.2.6 Russland
5.2.7 Zusammenfassung des Bankenmarktes
5.3 Börsen und Kapitalmärkte
5.3.1 Deutschland – Frankfurt
5.3.2 Österreich – Wien
5.3.3 Polen – Warschau
5.3.4 Tschechien – Prag
5.3.5 Ungarn – Budapest
5.3.6 Russland – Moskau
5.3.7 Zusammenfassung des Abschnitts und Kapitalmarktvergleich
6 Wettbewerbschancen von Finanzplätzen
6.1 Wettbewerbsstrategien
6.2 Frankfurt
6.3 Wien
6.4 Warschau
6.5 Prag
6.6 Budapest
6.7 Moskau
7 Zusammenfassung und Ausblick
Das Hauptziel dieser wissenschaftlichen Arbeit besteht in der Identifikation von Wettbewerbschancen für ausgewählte Finanzplätze in West- und Osteuropa im Zuge des europäischen Konsolidierungsprozesses, wobei eine Forschungsfrage adressiert wird, wie insbesondere kleinere Finanzplätze ihre Position gegenüber etablierten Zentren behaupten können.
3.1 Banken
Banken sind lt. institutioneller Finanzplatz-Abgrenzung notwendige Bedingung für die Herausbildung von Finanzzentren. Sie sind zweifelsohne eine der wichtigsten Institutionen an Finanzplätzen. Sie zählen zu den bedeutendsten Akteuren am Kapitalmarkt, da sie große Handelsvolumina umsetzen.
Verschiedene Bankensysteme der Welt sind verantwortlich für die Herausbildung und Unterscheidung von Banken nach ihren Funktionen im Finanzsystem. In kontinentaleuropäischen Ländern ist das sogenannte Universalbankensystem verbreitet. Es beinhaltet das Recht jeder Bank sowohl das Einlagen und Kreditgeschäft, als auch das Investmentgeschäft zu betreiben. Eine organisatorische Trennung des Kredit- vom Investmentgeschäft ist nicht notwendig. Dadurch ist oftmals die Rede von Universalbanken, da es ihnen gestattet ist die komplette Produktpalette anzubieten, angefangen von Girokonten und Sparbüchern über Kredite bis hin zu Fonds-, Aktien- und sonstigen Kapitalmarktinvestments. Dies ermöglicht Verbundvorteile durch den Abschluss so genannter Cross-Selling-Geschäfte, d.h. Beratung und Verkauf unterschiedlichster Produkte durch eine (Universal-) Bank. Unternehmen, die eine Hausbankbeziehung zu einer Universalbank besitzen, können nicht nur Kredite sondern auch M&A-Beratungsleistungen oder Eigenkapitalfinanzierungen aus einer Hand erhalten. Degen gilt in anderen Ländern das sogenannte Trennbankensystem.
Damit verbunden ist die strikte Trennung von Banken welche entweder das Einlagengeschäft oder das Investmentgeschäft betreiben, so z.B. in abgeschwächter Form in den USA und Großbritannien. Commercialbanks bzw. Geschäftsbanken nehmen Einlagen der Kunden an, verleihen dieses Geld in Form von Krediten und wickeln den Zahlungsverkehr ab. Investmentbanks bzw. Investitionsbanken dagegen sind lediglich im Bereich der Unternehmensfinanzierung und im Wertpapiergeschäft tätig. Es bilden sich sogenannte Spezialbanken in diesen Trennbankensystemen heraus, welche lediglich einen Teil der Intermediationsfunktion wahrnehmen dürfen.
1 Einführung: Diese Einleitung erläutert die veränderte Banken- und Börsenlandschaft Europas sowie die Zielsetzung, Chancen für ausgewählte Finanzplätze zu identifizieren.
2 Begriffsbestimmung: Was ist ein Finanzplatz?: Dieses Kapitel differenziert den Begriff „Finanzplatz“ durch verschiedene Ansätze wie den institutionellen, funktionellen, geographischen und regulatorischen Ansatz.
3 Finanzplatzakteure und ihre Funktionen: Hier werden die Rollen von Banken und Börsen als Kernakteure sowie deren Bedeutung für die Funktionalität eines Finanzplatzes untersucht.
4 Wettbewerbsfaktoren von Finanzplätzen: Dieses Kapitel analysiert allgemeine und spezifische Erfolgsfaktoren, wie Wirtschaftskraft, Humankapital, Regulierung und Reputation, die den Wettbewerb zwischen Finanzplätzen bestimmen.
5 Wettbewerbsanalyse: Es erfolgt eine deskriptive Wettbewerbsanalyse von sechs ausgewählten Finanzplätzen anhand ihrer ökonomischen Rahmenbedingungen sowie der Struktur ihrer Banken- und Kapitalmärkte.
6 Wettbewerbschancen von Finanzplätzen: Auf Basis von SWOT-Analysen werden für jeden untersuchten Standort individuelle Wettbewerbsstrategien zur Stärkung der Position im europäischen Finanzsektor abgeleitet.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Landschaft der europäischen Finanzplätze unter Berücksichtigung von Kooperationsmöglichkeiten und Marktveränderungen.
Finanzplatz, Banken, Börsen, Wettbewerbsfähigkeit, Kapitalmarkt, Europäische Integration, Transformationsländer, SWOT-Analyse, Universalbankensystem, Regulierung, Humankapital, Reputation, Handelsumsätze, Marktliquidität, Finanzplatzwettbewerb
Die Arbeit analysiert die Wettbewerbschancen europäischer Finanzplätze im Zuge des europäischen Konsolidierungsprozesses unter besonderer Berücksichtigung des Vergleichs zwischen etablierten westlichen und aufstrebenden osteuropäischen Standorten.
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Abgrenzung von Finanzplätzen, die Untersuchung der wichtigsten Akteure (Banken und Börsen), die Identifikation relevanter Wettbewerbsfaktoren sowie eine strategische Analyse mittels SWOT-Methodik.
Das Ziel ist die Identifikation konkreter Chancen für ausgewählte Finanzplätze, um in einem länderübergreifenden, hart umkämpften Wettbewerb im europäischen Konsolidierungsprozess bestehen zu können.
Die Untersuchung nutzt eine deskriptive Analyse ausgewählter Finanzplätze auf Basis empirischer Daten sowie die SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken) zur strategischen Ableitung von Handlungsempfehlungen.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Akteure, Wettbewerbsfaktoren) erarbeitet, gefolgt von einer detaillierten Wettbewerbsanalyse, die die allgemeinen Rahmenbedingungen, Bankenmärkte und Börsenlandschaften von Frankfurt, Wien, Warschau, Prag, Budapest und Moskau beleuchtet.
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Finanzplatz, Banken, Börsen, Kapitalmarkt, Wettbewerbsfähigkeit, Transformation, Regulierung und SWOT-Analyse.
Die Bankensysteme beeinflussen die Ausprägung der Kredit- und Kapitalmärkte maßgeblich, wobei das Universalbankensystem, wie es in kontinentaleuropäischen Ländern vorherrscht, oft mit einer anderen Kapitalmarktstruktur einhergeht als ein Trennbankensystem.
Regulierungsmaßnahmen beeinflussen die Transaktionskosten und damit die Attraktivität für Investoren; wie das Beispiel des britischen "Big Bang" zeigt, können liberale Reformen die Wettbewerbsposition eines Börsenplatzes drastisch verbessern.
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