Bachelorarbeit, 2019
97 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die persönliche Dimension der Naqā’iḍ
3. Die politische Dimension der Naqā’iḍ
3.1. Der Kampf ums Kalifat: Umayyaden und Zubayriden
3.2. Der Kampf um die Ǧazīra: Der Qays-Taġlib-Konflikt
3.3. Die politische Agenda der beiden Dichter
4. Die soziale Dimension der Naqā’iḍ
5. Vergleichende Analyse der siebten Runde der Naqā’iḍ
5.1. Quellenlage und Überlieferungsgeschichte
5.2. Die Rahmenanekdote
5.3. Datierung
5.4. Der Aufbau der beiden Gedichte
5.4.1 Einteilung nach Modi
5.4.2. Die „Kollision der Genres“
5.4.3. Der strukturalistische Ansatz
5.5. Die Hypertextualität
5.5.1. Hypo- und Hypertext: Was ist eigentlich die Naqā’iḍ?
5.5.2. Inhaltliche Bezüge
5.5.3. Formale Bezüge
5.6. Das Nasīb
5.7. Die politischen Modi: Maḏiḥ, Faḫr und Hiǧā’
5.7.1. Ruhmvolle und schändliche Wesenszüge
5.7.1.1. Edle und niedere Abstammung
5.7.1.2. Tapferkeit und Schwäche
5.7.1.3. Schönheit und Hässlichkeit
5.7.1.4. Glaube und Unglaube
5.7.1.5. Günstiges Geschick
5.7.1.6. Spezifische Herrscherqualitäten
5.7.2. Ruhmestaten und Schandtaten
5.7.2.1. Vorislamische Ayyām
5.7.2.2. Umayyaden und Zubayriden
5.7.2.3. Qays und Taġlib
5.7.3. Ruhm und Schande
6. Schluss
Die Arbeit untersucht zwei Gedichte aus dem Naqā’iḍ-Streit zwischen den umayyadischen Dichtern al-Aḫṭal und Ǧarīr, um aufzuzeigen, wie diese literarische Form als Instrument innerhalb des damaligen politischen und sozialen Diskurses funktionierte.
Die politische Dimension der Naqā’iḍ
Hinter dem persönlichen Konflikt zwischen Ǧarīr und al-Aḫṭal stehen die entgegengesetzten politischen Interessen der Gruppen, die die beiden Dichter vertraten. Um diese politische Dimension der Naqā’iḍ zu verstehen, ist ein Blick auf die beiden großen Konflikte innerhalb des Zweiten Bürgerkriegs, die in den Naqā’iḍ eine Rolle spielen, sowie auf die Positionierung der beiden Dichter innerhalb dieser Konflikte erforderlich.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der Naqā’iḍ als politisches Streitgedicht der Umayyadenzeit ein und skizziert die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Die persönliche Dimension der Naqā’iḍ: Dieses Kapitel behandelt den persönlichen Wettstreit der Dichter und die Anekdoten, die ihre Rivalität und ihre Suche nach materieller Unterstützung durch Gönner illustrieren.
3. Die politische Dimension der Naqā’iḍ: Das Kapitel erläutert die Einbettung der Dichter in die größeren politischen Machtkämpfe des Zweiten Bürgerkriegs zwischen Umayyaden und Zubayriden sowie zwischen den Stämmen Qays und Taġlib.
4. Die soziale Dimension der Naqā’iḍ: Hier wird die Funktion der Gedichte als Unterhaltungsmedium für die sesshaften Stammeskrieger in den irakischen Garnisonsstädten analysiert.
5. Vergleichende Analyse der siebten Runde der Naqā’iḍ: Dieser Hauptteil bietet eine detaillierte textkritische und strukturelle Untersuchung der beiden Gedichte, inklusive Quellenkritik, Datierung und einer Analyse der verwendeten literarischen Modi.
6. Schluss: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und schlägt vor, wie der Vergleich von Naqā’iḍ und modernen Formen der Schmähdichtung weiterführende Erkenntnisse liefern könnte.
Naqā’iḍ, Umayyaden, al-Aḫṭal, Ǧarīr, politisches Streitgedicht, Qays, Taġlib, Amṣār, Hypertextualität, Maḏiḥ, Faḫr, Hiǧā’, Nasīb, Zweiter Bürgerkrieg, Stammespolitik
Die Arbeit untersucht das literarische Genre der Naqā’iḍ (Streitgedichte) am Beispiel von Werken der Dichter al-Aḫṭal und Ǧarīr, um deren Bedeutung als politische und soziale Instrumente in der Umayyadenzeit zu entschlüsseln.
Die zentralen Themenfelder sind die persönliche Rivalität der Dichter, die Machtpolitik des Zweiten Bürgerkriegs (insb. der Konflikt zwischen den Stämmen Qays und Taġlib) und die Unterhaltungskultur in den irakischen Garnisonsstädten.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Naqā’iḍ drei Dimensionen aufweisen: eine persönliche, eine politische und eine soziale, und wie diese durch spezifische literarische Techniken und intertextuelle Bezüge umgesetzt werden.
Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse von Gedichtstrukturen, vergleicht Textfassungen (Naqā’iḍ- vs. Dīwān-Versionen) und wendet unter anderem das Konzept der Hypertextualität von G. Genette an.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten vergleichenden Analyse einer speziellen Runde der Gedichte, einschließlich ihrer Entstehungsgeschichte, ihres Aufbaus nach klassischen Modi und ihrer formalen wie inhaltlichen Bezüge.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Naqā’iḍ, Umayyaden, politische Satire, Intertextualität, Stammesdiskurs und die literarischen Gattungen Maḏiḥ (Lob), Faḫr (Selbstlob) und Hiǧā’ (Schmähung).
Die irakischen Amṣār (Garnisonsstädte) bildeten den Ort, an dem die Naqā’iḍ vor einem großen Publikum rezitiert wurden, und fungierten als Spiegel der sozialen und politischen Spannungen der Zeit.
Diese Unterscheidung ist entscheidend, um die zeitliche Abfolge der Entstehung der Gedichte zu bestimmen und zu verstehen, wie der "antwortende" Dichter den Text des Rivalen als Hypo-Text systematisch angreift und entkräftet.
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