Bachelorarbeit, 2020
45 Seiten
Diese Arbeit befasst sich mit der Rolle des Somnambulismus in den Werken Heinrich von Kleists, insbesondere in Bezug auf den „thierischen Magnetismus“ von Franz Anton Mesmer. Ziel ist es, die Verwendung somnambuler Szenen bei Kleist im Kontext des medizinischen und gesellschaftlichen Verständnisses des 18. Jahrhunderts zu untersuchen.
Kapitel 1 führt in die Thematik der Arbeit ein und stellt die Forschungsfrage nach der Bedeutung des Somnambulismus in den Werken von Heinrich von Kleist. Kapitel 2 analysiert Mesmers „thierischen Magnetismus“ und seinen Einfluss auf die medizinischen und literarischen Debatten der Zeit. Es werden Mesmers Biographie, seine Theorien und die Bedeutung des Somnambulismus im Kontext des „animalischen Magnetismus“ beleuchtet. Darüber hinaus wird die Verbindung zwischen Traum, Somnambulismus und „thierischem Magnetismus“ untersucht. Die Kapitel 2.5 und 2.6 widmen sich der Analyse von zwei zentralen Werken von Kleist, „Das Käthchen von Heilbronn“ und „Der Prinz von Homburg“. Die Analyse der somnambulen Szenen in diesen Werken dient dazu, die Verbindung von Somnambulismus und Unbewusstem, sowie die Manipulationsmöglichkeiten durch den „thierischen Magnetismus“ zu untersuchen.
Die Arbeit befasst sich mit den Schlüsselbegriffen Somnambulismus, „thierischer Magnetismus“, Franz Anton Mesmer, Heinrich von Kleist, Traum, Unbewusstes, Manipulation, „innerer Sinn“, „Das Käthchen von Heilbronn“ und „Der Prinz von Homburg“. Im Zentrum steht die Analyse der Rezeption von Mesmers Theorien in Kleists Dramen und die Verbindung zwischen Somnambulismus und dem Unbewussten in der Literatur des 18. Jahrhunderts.
Somnambulismus (Schlafwandeln) dient Kleist als Motiv, um den Zugang zum Unbewussten, zur inneren Wahrheit und zur Manipulation menschlichen Handelns darzustellen.
Mesmer war ein Arzt des 18. Jahrhunderts, der die Theorie aufstellte, dass ein unsichtbares Fluidum den Körper beeinflusst. Seine Heilmethode nannte er "thierischen" oder "animalischen Magnetismus".
In diesem Drama wird der somnambule Zustand als Schlüssel zum Unbewussten dargestellt, durch den Käthchen ihre tiefe Verbundenheit und Bestimmung offenbart.
Hier thematisiert Kleist die Manipulation eines Somnambulen und die Verwirrung zwischen Traum und Realität, die den Prinzen in einen existenziellen Konflikt stürzt.
Der "innere Sinn" bezeichnete eine intuitive Wahrnehmung jenseits der rationalen Sinne, die oft mit somnambulen Zuständen und der Traumwelt in Verbindung gebracht wurde.
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