Masterarbeit, 2018
90 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Grundzüge der Prozesskostenrechnung
2.1 Historische Entwicklung
2.2 Aufbau und Vorgehensweise
2.3 Aufgaben und Ziele
2.4 Anwendungsbereiche
3 Rahmenbedingungen des deutschen Krankenhauswesens
3.1 Charakteristika der Krankenhausunternehmung
3.2 Historische Entwicklung der Gesetzeslage zur Krankenhausfinanzierung
3.3 G-DRG-System – Fallpauschalen in der stationären Versorgung
4 Literaturüberblick zum Einsatz der Prozesskostenrechnung im Krankenhauscontrolling
4.1 Darstellung der Ansätze zur Integration der Prozesskostenrechnung
4.2 Prozesskostenrechnung als Ausgangspunkt des Prozessmanagements
4.3 Kritische Würdigung der Prozesskostenrechnung
4.3.1 Chancen und Nutzen
4.3.2 Grenzen und Defizite
4.4 Time-Driven Activity-Based-Costing als Weiterentwicklung der Prozesskostenrechnung
5 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit diskutiert mittels eines umfassenden Literaturüberblicks die Nutzung der Prozesskostenrechnung im Kontext des Krankenhauscontrollings. Dabei wird analysiert, inwieweit dieses Instrument zur verursachungsgerechten Gemeinkostenverrechnung und Steuerung in der komplexen Krankenhausorganisation beitragen kann.
2.1 Historische Entwicklung
In den letzten Jahrzehnten hat sich in der Wertschöpfung und damit in den Kostenstrukturen, wie bereits in der Einleitung erwähnt, ein Wandel vollzogen. Auf diese Entwicklung wiesen erstmals Miller & Vollmann (1985) in ihrem Beitrag „The Hidden Factory“ hin, welche in Abbildung 1 zu sehen ist:
Demnach hat sich der Anteil der Fertigungseinzelkosten an der Wertschöpfung in amerikanischen Industrieunternehmen im Zeitraum von 1850 bis 1980 von ca. 55% auf ca. 25% reduziert, während der Anteil der Fertigungsgemeinkosten von ca. 45% auf ca. 75% gestiegen ist. Beim überwiegenden Teil dieser Gemeinkosten handelt es sich um Kosten, die sich mit der Beschäftigung nicht ändern, d.h. beschäftigungsfix sind. Die Hauptursache für diese Entwicklung liegt im Einsatz von neuen Technologien in der Fertigung und dem daraus anwachsenden Automatisierungsgrad. Aufgrund dessen sprechen sich Miller & Vollmann (1985) gegen eine Fokussierung auf die direkte Produktion aus und betonen gleichzeitig mit aller Deutlichkeit die große Bedeutung der Fertigungsgemeinkosten. Durch die hohen Fertigungsgemeinkosten kann in diesem Zusammenhang auch von einer „verborgenen Fabrik“ gesprochen werden, die dem eigentlichen Fertigungsbereich im Hinblick auf die Produktionsplanung, Produktionssteuerung, Softwareentwicklung, Qualitätssicherung sowie Instandhaltung unterstützend beisteht.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der verursachungsgerechten Gemeinkostenverrechnung im deutschen Krankenhaussektor ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
2 Grundzüge der Prozesskostenrechnung: Hier werden die theoretischen Grundlagen, der Aufbau, die Ziele sowie die historische Entstehung der Prozesskostenrechnung erläutert.
3 Rahmenbedingungen des deutschen Krankenhauswesens: Das Kapitel beleuchtet die spezifischen Charakteristika von Krankenhäusern sowie die historische Entwicklung ihrer Finanzierung, inklusive des G-DRG-Systems.
4 Literaturüberblick zum Einsatz der Prozesskostenrechnung im Krankenhauscontrolling: Dieser zentrale Teil diskutiert verschiedene Integrationsansätze, die Rolle im Prozessmanagement sowie kritische Perspektiven und moderne Weiterentwicklungen.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die wesentlichen Erkenntnisse der vorangegangenen Kapitel und reflektiert die Anwendbarkeit der Prozesskostenrechnung im Krankenhaus.
Prozesskostenrechnung, Krankenhauscontrolling, G-DRG-System, Gemeinkostenverrechnung, Prozessmanagement, Klinische Behandlungspfade, Kostentransparenz, Time-Driven Activity-Based-Costing, Krankenhausfinanzierung, Prozesshierarchie, Cost Driver, Wirtschaftlichkeit, Prozessoptimierung, Krankenhausmanagement, Effizienzmessung
Die Arbeit untersucht die Eignung und Anwendung der Prozesskostenrechnung im Krankenhauscontrolling, um eine präzisere Verrechnung von Gemeinkosten zu ermöglichen.
Die zentralen Themen sind das deutsche Krankenhauswesen, die prozessorientierte Kostenrechnung, das G-DRG-System sowie die Verbindung dieser Themen zum Prozessmanagement.
Das Ziel ist die Diskussion der Nutzung der Prozesskostenrechnung im Krankenhauskontext auf Basis eines ausführlichen Literaturüberblicks.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine tiefgehende Literaturanalyse, um verschiedene Ansätze zur Integration der Prozesskostenrechnung kritisch zu evaluieren.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Prozesskostenrechnung, die Rahmenbedingungen deutscher Krankenhäuser und eine kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen Integrationsmodellen aus der Fachliteratur.
Schlüsselbegriffe sind Prozesskostenrechnung, Krankenhauscontrolling, G-DRG-System, Prozessmanagement und klinische Behandlungspfade.
Im Gegensatz zur Zuschlagskalkulation ermöglicht die Prozesskostenrechnung eine verursachungsgerechte Verrechnung von Gemeinkosten durch die Identifikation von Prozessen und entsprechenden Kostentreibern.
Es handelt sich um eine Weiterentwicklung der klassischen Prozesskostenrechnung, die sich explizit am Zeitbedarf für Prozesse orientiert und so Schwankungen im Beschäftigungsgrad besser abbilden kann.
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