Diplomarbeit, 2001
119 Seiten, Note: 1.7
A - Einleitung
I. Problemstellung
II. Zielsetzung
III. Vorgehensweise
B - Mobbing-Psychoterror am Arbeitsplatz: Grundlagen
I. Einführung
II. Ursprung der Mobbingdiskussion
1. Herkunft des Begriffes
2. Forschungsansätze
3. Gründe für die aktuelle Popularität
III. Mobbingdefinition
IV. Einteilung von typischen Mobbinghandlungen nach Leymann
V. Der Mobbingverlauf anhand des Phasenmodells von Leymann
VI. Charakteristika der Mobbingbeteiligten
1. Geschlecht und Alter der Beteiligten
2. Geschlechtsspezifische Unterschiede
3. Position der Beteiligten
VII. Mobbingursachen
VIII. Mobbingfolgen
1. Folgen für die Gemobbten
2. Folgen für die Unternehmen
3. Folgen für die Gesellschaft
IX. Zusammenfassung
C - Konflikte als Auslöser von Mobbing: Grundlagen
I. Der Konfliktbegriff
1. Definition
2. Konfliktverständnis
a) Dysfunktionales Konfliktverständnis
b) Funktionales Konfliktverständnis
c) Konflikte als abhängige oder unabhängige Größe
II. Der Konfliktprozeß
1. Konfliktverlaufsmodell
2. Konfliktsituation und Konfliktgegenstand
3. Latente und manifeste Konflikte
4. Konflikthandhabung
a) Institutionelle Rahmenbedingungen
b) Konfliktverständnis der Konfliktparteien
c) Konflikteinstellung der Konfliktparteien
5. Konfliktergebnis
6. Konfliktnachwirkungen
7. Charakteristika und Verhaltensweisen der Konfliktparteien und strukturelle Rahmenbedingungen
III. Konfliktebenen
1. Konflikte auf der mikro-sozialen Ebene
2. Konflikte auf der meso-sozialen Ebene
3. Konflikte auf der makro-sozialen Ebene
IV. Konfliktklima
1. Heiße Konflikte
2. Kalte Konflikte
V. Konfliktdimensionen
1. Intra-individuelle Konflikte
a) Die psychologische Perspektive
b) Die kognitive Perspektive
c) Rollenkonflikte
2. Interpersonelle Konflikte
a) Die personenzentriete Perspektive
b) Die interaktionszentriete Perspektive
c) Die strukturzentrierte Perspektive
3. Intra- Gruppenkonflikte
VI. Zusammenfassung
D - Konflikttheoretische Mobbingtypen
I. Einführung
II. Präventiv-Mobbing
1. Erklärung
2. Personelle Ursachen
3. Interaktionsbedingte Ursachen
4. Strukturelle Ursachen
5. Fallbeispiel
6. Zusammenfassung
III. Frustrations-Mobbing
1. Erklärung
2. Personelle Ursachen
a) Konfliktunterwerfung
b) Gerechtigkeitsausgleich
c) Machtausgleich
d) Konfliktvermeidung
3. Interaktionsbedingte Ursachen
4. Strukturelle Ursachen
5. Fallbeispiel
6. Zusammenfassung
IV. Persönlichkeits-Mobbing
1. Erklärung
2. Personelle Ursachen - Psychoanalytische Perspektive
3. Interaktionsbedingte Ursachen
a) Stereotypisierungen und Attribuierungen
aa) Stereotypisierungen
ab) Attribuierungen
b) Wahrnehmung
ba) Definition
bb) Wahrnehmungsfehler
c) Gruppendynamische Mobbingpotentiale
ca) Eintritt einer neuen Person in die Gruppe
cb) Abweichendes Verhalten von der Gruppennorm
cc) Latente Intra-Gruppenkonflikte
4. Strukturelle Ursachen
5. Fallbeispiel
6. Zusammenfassung
V. Eskalations-Mobbing
1. Erklärung
2. Das Phasenmodell der Eskalation von Glasl
3. Mobbing als Eskalationsprozeß
a) Integration des Mobbingprozesses in das Phasenmodell von Glasl
b) Personelle Ursachen
ba) Projektion
bb) Komplexitätsreduzierungen
c) Interaktionsbedingte Ursachen
ca) Der Kommunikationsprozeß
cb) Die "Vier Seiten" einer Nachricht
cc) Verbale und nonverbale Kommunikation
d) Strukturelle Ursachen
4. Fallbeispiel
5. Zusammenfassung
VI. Exkurs: Mobbing und Streß
E - Lösungsansätze zum Umgang mit Mobbing
I. Mobbingprävention
1. Personelle Präventivmaßnahmen
2. Präventivmaßnahmen hinsichtlich des Interaktionsprozesses
a) Verbesserung des Kommunikationsprozesses
b) Verbesserung des Konfliktprozesses
3. Strukturelle Präventivmaßnahmen
a) Gestaltung der Unternehmenskultur
b) Gestaltung des Organisationsklimas
II. Kurative Maßnahmen
1. Diagnose des Mobbingprozesses
2. Abbrechen, Aufläsen, Schlichten
a) Abbrechen
b) Aufläsen, Schlichten
ba) Prozeßorientierte Interventionen
bb) Personenorientierte Interventionen
F - Schlußbetrachtung
I. Zusammenfassung
II. Bedarf an einer speziellen Mobbingforschung?
Die Arbeit untersucht Mobbing als ein in Organisationen auftretendes Phänomen extremen zwischenmenschlichen Konflikts, das aus der Nichtbewältigung vorangegangener Konflikte resultiert. Ziel ist es, die Ursachen dieses Psychoterrors konflikttheoretisch zu analysieren, um daraus organisatorische Handlungsoptionen für Prävention und Intervention abzuleiten.
Die "Vier Seiten einer Nachricht"
Jede Nachricht besteht, nach Schulz v. Thun, aus vier Ebenen: Sach-, Beziehungs-, Appell- und Selbstoffenbarungsebene233. Ob bewußt oder unbewußt, mit jeder Nachricht werden Reize dieser vier Ebenen gesendet und empfangen. Die Kongruenz, bzw. Inkongruenz, von gesendeter und empfangender Nachricht bestimmt den weiteren Konfliktverlauf.
Sachebene
Jede Nachricht enthält eine Sachinformation, eine Tatsache, die jemandem mitgeteilt werden soll. In einer Organisation sollen die Sachinformationen einen möglichst objektiven Charakter haben. Um dies zu gewährleisten, sind die Sendekanäle meist formalisiert. Dienstwege, offizielle Kommunikationskanäle, Formblätter, etc. bestimmen die Richtung und die Art der Nachrichtenübermittlung234. Nach Berkel ist die organisationale Kommunikation durch vier Merkmale gekennzeichnet235:
• Funktionalität und Zweckorientierung
• Rationalität
• Sachlichkeit
• Hierarchie
Diese umfangreiche Strukturierung senkt das Konfliktpotential auf der Sachebene auf ein Minimum. Unstimmigkeiten treten lediglich dann auf, wenn der Empfänger aufgrund fachlicher Defizite den Inhalt der Nachricht falsch interpretiert oder nicht versteht, bzw. sie vom Sender so manipuliert wird, daß sie falsch verstanden werden muß.
A - Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz des Faktors Mensch in Organisationen ein und definiert Mobbing als eine spezifische, schädliche Form zwischenmenschlicher Konflikte am Arbeitsplatz.
B - Mobbing-Psychoterror am Arbeitsplatz: Grundlagen: Es werden der Ursprung des Begriffs, wissenschaftliche Forschungsansätze, Definitionen, typische Handlungsformen sowie der Phasenverlauf von Mobbing und dessen Auswirkungen auf Beteiligte und Unternehmen detailliert beschrieben.
C - Konflikte als Auslöser von Mobbing: Grundlagen: Dieses Kapitel legt die konflikttheoretische Basis, indem es Konfliktbegriffe, -prozesse, -ebenen und -dimensionen erörtert und deren Potenzial zur Eskalation zu Mobbing aufzeigt.
D - Konflikttheoretische Mobbingtypen: Hier werden vier spezifische Typen von Mobbing (Präventiv-, Frustrations-, Persönlichkeits- und Eskalations-Mobbing) hergeleitet und ihre jeweiligen personellen, interaktiven und strukturellen Ursachen analysiert.
E - Lösungsansätze zum Umgang mit Mobbing: Das Kapitel entwickelt praxisorientierte Ansätze für Organisationen, unterteilt in präventive Maßnahmen zur Unternehmenskultur und zum Organisationsklima sowie kurative Interventionsmethoden bei bereits bestehenden Mobbingprozessen.
F - Schlußbetrachtung: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und kritisch hinterfragt, wobei insbesondere der Bedarf für eine interdisziplinäre Forschungsausrichtung unter Einbeziehung der Organisationspsychologie diskutiert wird.
Mobbing, Psychoterror, Konfliktmanagement, Arbeitsplatz, Organisationskultur, Kommunikation, Konflikteskalation, Prävention, Personalführung, Unternehmensklima, Sozialpsychologie, Interaktion, Arbeitsleistung, Intervention, Mobbingtypen
Die Arbeit analysiert Mobbing im beruflichen Umfeld als eine extreme Form von zwischenmenschlichen Konflikten, die aus der Fehlbewältigung vorangegangener Konflikte entstehen.
Die Schwerpunkte liegen auf den Grundlagen des Psychoterrors am Arbeitsplatz, den theoretischen Konfliktursachen, der Systematisierung von Mobbingtypen sowie konkreten Lösungs- und Präventionsstrategien.
Ziel ist es, Mobbing als eskalierenden Konfliktprozeß verständlich zu machen und Führungskräften Instrumente an die Hand zu geben, um Mobbing aktiv zu verhindern oder kurativ zu beenden.
Die Arbeit nutzt eine konflikttheoretische Ursachenanalyse, bei der Erkenntnisse aus der psychologischen und organisationspsychologischen Fachliteratur in einen systemischen Erklärungsrahmen integriert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Mobbing-Grundlagen, die theoretische Herleitung von Konflikten als Auslöser sowie die spezifische Einordnung von Mobbing in Konflikttypen und deren Integration in bestehende Eskalationsmodelle.
Zentrale Begriffe sind neben Mobbing und Psychoterror vor allem Konfliktklima, Interaktionsprozesse, Gruppenkohäsion, soziale Isolation sowie strukturelle Rahmenbedingungen.
Heiße Konflikte zeichnen sich durch direkte Konfrontation und Überaktivität aus, während kalte Konflikte durch destruktive, indirekte Methoden, soziale Erosion und ein hohes Mobbingpotenzial geprägt sind.
Glasls Modell dient zur Darstellung der Konflikteskalation, in die der Mobbingprozess integriert wird, um zu verdeutlichen, ab welcher Stufe sachliche Auseinandersetzungen in eine persönliche Vernichtungsstrategie übergehen.
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