Diplomarbeit, 2006
112 Seiten, Note: 2,3
1. DAS FINANZSYSTEM IN DER VOLKSWIRTSCHAFT: EINE ABGRENZUNG DER FRAGESTELLUNG
2. DIE HERKUNFT NATIONAL UNTERSCHIEDLICHER FINANZSYSTEME: EINE DARSTELLUNG VON ERKLÄRUNGSANSÄTZEN
A. RÜCKSTÄNDIGKEIT ALS VORTEIL: DER KLASSISCHE ANSATZ VON GERSCHENKRON
B. STAATSEINGRIFFE VERHINDERN SPEZIALISIERUNG: DER POLITÖKONOMISCHE ANSATZ VON VERDIER
C. DIE VIELSCHICHTIGKEIT DER REALITÄT: DAS HISTORISCHE BEISPIEL DEUTSCHLAND
D. EIN UMFASSENDERER BETRACHTUNGSRAHMEN IST NOTWENDIG: ZWISCHENFAZIT UND WEITERES VORGEHEN
3. WECHSELWIRKUNGEN MIT DER REALWIRTSCHAFT: SYSTEMATISIERUNG DER BETRACHTUNG
A. DIE VOLKSWIRTSCHAFTLICHEN FUNKTIONEN DES FINANZSYSTEMS: WACHSTUMSWIRKUNGEN DER FINANZINTERMEDIÄRE
B. EFFIZIENZBEDINGUNGEN FÜR DAS FINANZSYSTEM: VORRAUSSETZUNGEN FÜR EINE BESSERE FUNKTIONSERFÜLLUNG
C. DIE BESONDERHEITEN DER INDIVIDUELLEN ENTWICKLUNG: DAS HISTORISCHE BEISPIEL DEUTSCHLAND
4. DIE BEDEUTUNG DES FINANZSYSTEMS: SCHLUSSFOLGERUNGEN UND WEITERE HANDLUNGSFELDER
Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Wirkzusammenhänge zwischen der Finanzsystementwicklung und der Realwirtschaft, wobei ein theoretischer sowie wirtschaftshistorischer Ansatz gewählt wird, um allgemeingültige Erkenntnisse abzuleiten.
A. RÜCKSTÄNDIGKEIT ALS VORTEIL: DER KLASSISCHE ANSATZ VON GERSCHENKRON
Finanzsysteme variieren zwischen zwei Ausprägungen, dem Bank-Based und dem Market-Based Financial System. In der Realität existiert immer eine Mischung aus beiden, jedoch in unterschiedlichen Abstufungen. In ihrer historischen Entwicklung werden England für ein Market-Based und Deutschland für ein Bank-Based Financial System als Vorreiter und Prototypen gewertet. Sie entstanden im 19. Jahrhundert und wurden entsprechend juristisch fixiert. Im Folgenden geht es um die Fragestellung, warum sich diese beiden Varianten ausgeprägt haben. Dazu wird zunächst die ältere und oft vertretene Theorie von GERSCHENKRON dargestellt und danach eine neuere, politökonomische Gegenthese von VERDIER erklärt.
Die ältere Theorie von GERSCHENKRON bezieht sich auf die Industrialisierung der europäischen Länder im 18. und 19. Jahrhundert. Sie besagt, dass Nachzügler in der Entwicklung zur Kompensation von strukturellen Defiziten im Vergleich zum Vorreiter England andere Entwicklungsinstrumente wählen mussten, unter anderem Universalbanken.
Der Grundgedanke der Theorie von GERSCHENKRON ist der Vorteil der Rückständigkeit. Das bedeutet, dass ein Land in einem Entwicklungsprozess von den entwickelteren Ländern lernen und profitieren kann und sich deswegen deutlich schneller entwickelt als diese. Die weiter entwickelten Länder sind für die relativ rückständigen Länder ein Vorbild, zum Beispiel hinsichtlich der Technik, welche die Nachzügler nachahmen. Ebenso sagt er aber auch, dass dies andere Produktionsprozesse und Organisationsstrukturen hervorbringt.
1. DAS FINANZSYSTEM IN DER VOLKSWIRTSCHAFT: EINE ABGRENZUNG DER FRAGESTELLUNG: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Finanzsystementwicklung und deren Wechselwirkungen zur Realwirtschaft theoretisch und historisch anhand Deutschlands zu untersuchen.
2. DIE HERKUNFT NATIONAL UNTERSCHIEDLICHER FINANZSYSTEME: EINE DARSTELLUNG VON ERKLÄRUNGSANSÄTZEN: Dieses Kapitel stellt die theoretischen Erklärungsansätze von Gerschenkron und Verdier zur Entwicklung national unterschiedlicher Finanzsysteme dar.
3. WECHSELWIRKUNGEN MIT DER REALWIRTSCHAFT: SYSTEMATISIERUNG DER BETRACHTUNG: Hier werden die volkswirtschaftlichen Funktionen des Finanzsystems systematisiert, die Effizienzbedingungen analysiert und die historische Entwicklung Deutschlands in diesem Kontext betrachtet.
4. DIE BEDEUTUNG DES FINANZSYSTEMS: SCHLUSSFOLGERUNGEN UND WEITERE HANDLUNGSFELDER: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, reflektiert die empirische Datenlage und diskutiert entwicklungspolitische Implikationen.
Finanzsystem, Universalbanken, Realwirtschaft, Wirtschaftswachstum, Gerschenkron, Verdier, Kapitalallokation, Bank-Based, Market-Based, Mikrofinanz, Industrialisierung, Finanzintermediäre, Kapitalmarkt, Institutioneller Wandel, Finanzsystementwicklung
Die Arbeit untersucht die Wirkzusammenhänge zwischen Finanzsystemen und der Realwirtschaft sowie die historische Entwicklung von Finanzsystemen.
Zu den Schwerpunkten zählen die Entstehung von Bank-Based und Market-Based Financial Systems, die volkswirtschaftlichen Funktionen von Finanzintermediären und die Bedeutung institutioneller Rahmenbedingungen.
Das Ziel ist es, allgemeingültige Zusammenhänge der Finanzsystementwicklung herauszuarbeiten, indem theoretische Ansätze mit dem historischen Verlauf in Deutschland verglichen werden.
Es wird ein theoretischer und wirtschaftshistorischer Ansatz verfolgt, der durch eine literaturbasierte Analyse und die Auswertung historischer Daten gestützt wird.
Der Hauptteil befasst sich mit Theorien zur Finanzsystementwicklung, systematisiert die Funktionen des Finanzsektors und analysiert deren Effizienz sowie die historischen Gegebenheiten in Deutschland.
Zentrale Begriffe sind Finanzsystementwicklung, Universalbanken, Kapitalallokation, Wirtschaftswachstum und institutioneller Wandel.
Laut Verdier sind sie ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung von Bank-Based Financial Systems, besonders in dezentral organisierten Staaten, da sie eine regionale Finanzversorgung sicherstellen.
Der Autor schlussfolgert, dass die Erfüllung der Finanzsystemfunktionen wichtiger ist als die spezifische Ausgestaltung des Systems und beide Formen für die Entwicklung relevant sind.
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