Magisterarbeit, 2007
236 Seiten, Note: 1,5 (sehr gut)
Einleitung
1. Der historische Kontext
1.1 Die Quellen im historischen Kontext
1.2 Abriss der Ereignisse und Maßnahmen in den Protokollen
1.2.1 Die „revolutionäre Phase“: Die Visitationen des Generalvikars Hartmann 1613-1615
1.2.2 Die Konsolidierung in den Visitationen 1616-1620
1.2.3 Die Visitationen des Petrus Nicolartius 1622-1631
1.3 Die Personen
1.3.1 Die Bischöfe
1.3.1.1 Ferdinand von Bayern
1.3.1.2 Franz Wilhelm von Wartenberg
1.3.1.3 Christoph Bernhard von Galen
1.3.1.4 Clemens August von Bayern
1.3.2 Die Generalvikare
1.3.2.1 Johannes Hartmann (1613-1621)
1.3.2.1 Petrus Nicolartius (1621-1634)
1.3.2.3 Johann Kaspar Bordewick (1652-1721)
1.3.2.4 Egon Reichsfreiherr von Fürstenberg (1737-1761)
1.3.3 Die Multiplikatoren
1.3.3.1 Die Jesuiten
1.3.3.2 Die Lehrer
1.3.3.3 Die Amtleute
2. Der Prozess der Umsetzung der Ideale des Tridentinums im Niederstift
2.1 Das ideale Priesterbild des Konzils von Trient
2.1.1 Das Priesterbild des Guten Hirten
2.1.2 Die Übernahme des neuen Priesterideals im Niederstift
2.1.3 Die Visitation als Instrumentarium zur Disziplinierung des Klerus
2.1.4 Die Visitationspraxis
2.2 Die Fragenkataloge
2.2.1 Zweck, Stil und Aufbau von Interrogatorien
2.2.2 Die in den Fragenkatalogen des Nicolartius enthaltenen Prämissen
2.2.3 Die Rückschlüsse aus der Visitationspraxis anhand der Interrogatorien
2.3 Der Vergleich der Konfessionalisierung zwischen dem Niederstift Münster und dem Hochstift Osnabrück
2.3.1 Der Stand der Konfessionalisierung im Bistum Osnabrück 1624/25
2.3.2 Das Beispiel des Kirchspiels Schledehausen
2.3.3 Die weitere Entwicklung der Pfarrgemeinde Schledehausen
2.3.4 Der Vergleich der Visitationen Lucenius` im Hochstift Osnabrück und der Generalvikare Hartmann und Nicolartius im Niederstift
3. Verschiedene Ansätze der Forschung
3.1 Die kritische Auseinandersetzung mit den Ansätzen der Mentalitätsgeschichte
3.2 Die Voraussetzung: Konfessionstrennende Merkmale beim Bestattungs- und Ehedekret
3.3 Die Untersuchung der vorgefundenen Mentalität
3.4 Wie wurden die Initiativen der Visitatoren bei der Bevölkerung aufgenommen?
3.4.1 Die verschiedenen Formen des Widerstands und die Darstellung des Protests
3.4.2 Abklingender Widerstand
3.4.3 Instrumente des religiösen Wandels
3.4.4 Der Wandel des Bekenntnisses
3.5 Der Erfolg des konfessionellen Wandels
3.5.1 Die Bestandsaufnahme der Kommunikantenzahlen unter Franz Wilhelm von Wartenberg
3.5.2 Der Status animarum von Vechta 1703
3.5.3 Der Status animarum im Kirchspiel Meppen von 1749
4. Fazit und abschließende Bemerkungen
5. Anhang
5.1 Denkschrift des Generalvikars Dr. Hartmann über seine Visitationen im Niederstift Münster von 1613 – 1615
5.2 Visitationsakten 1 (1613-1615)
5.3 Visitationsakten 2 (1616)
5.4 Visitationsakten 4 (1618)
5.5 Visitationsakten 5 (1619)
5.6 Visitationsakten 6 (1620)
5.7 Visitationsakten 7 (1622/24)
5.8 Visitationsakten 8 (1625)
5.9 Visitationsakten 9 (1630)
5.10 Visitationsakten 10 (1631/32)
Die vorliegende Arbeit untersucht den konfessionellen Wandel im Niederstift Münster zwischen der Einführung der Reformation im Jahr 1543 und der gefestigten Rekatholisierung im 18. Jahrhundert. Ziel ist es, mittels der Visitationsakten der Generalvikare Hartmann und Nicolartius nachzuvollziehen, wie die bischöflichen Reformbemühungen des Konzils von Trient in der Bevölkerung aufgenommen wurden und inwieweit diese zu einem mentalitätsgeschichtlichen Wandel führten.
Die Vechtaer Adeligen protestierten
Als wir aus dem Haus des Adeligen von Dorgelo herausgegangen sind, in der Mitte des Bredburg genannten Ausgangs liegend, hatte wir 12 oder mehr Adelige jener Präfektur, die uns durch einen Redner signalisierten, dass sie hoffen zu wünschen, dass wir nicht festhalten an der geplanten einzurichtenden Reform in der Stadt Vechta. Er wolle dringend bitten beim Durchlauchtigen und hoffen das seine Durchlaucht in der Verhandlung der Religion und des Gewissens ruhig sei, nicht aufwiegle.
Wir antworteten, dass wir deutliche Mandate hatten, sowohl von seiner Durchlaucht, als auch vom ehrwürdigen Kapitel und das von diesen uns nicht erlaubt worden sei, zurückzutreten: Daher rieten wir ihnen, uns nicht in unserem Vorschlag zu behindern.
1. Der historische Kontext: Dieses Kapitel erläutert den zeitlichen und politischen Rahmen der Reformation und Gegenreformation im Niederstift, einschließlich der Rollen der Bischöfe und der Ereignisabfolgen.
2. Der Prozess der Umsetzung der Ideale des Tridentinums im Niederstift: Es werden die zentralen Reforminstrumente wie das tridentinische Priesterideal, Fragenkataloge und die Visitationspraxis untersucht, wobei auch ein Vergleich zum Hochstift Osnabrück erfolgt.
3. Verschiedene Ansätze der Forschung: Hier wird die Methodik der Mentalitätsgeschichte und Mikrohistorie diskutiert und auf die empirischen Daten der Visitationen und Seelenstandsregister angewendet.
4. Fazit und abschließende Bemerkungen: Das Fazit fasst die langfristigen Auswirkungen der Rekatholisierung auf die Region und das entstandene katholische Milieu zusammen.
5. Anhang: Der Anhang bietet eine detaillierte Edition der visitationsrelevanten Quellen, Denkschriften und Visitationsakten aus dem Untersuchungszeitraum.
Niederstift Münster, Konfessionalisierung, Katholische Reform, Visitation, Generalvikar, Tridentinum, Glaubenswandel, Mentalitätsgeschichte, Mikrogeschichte, Klerusdisziplinierung, Rekatholisierung, Emsland, Seelenstandsregister, Ferdinand von Bayern, Gegenreformation
Die Magisterarbeit untersucht den konfessionellen Wandel im Niederstift Münster, ausgehend von der Reformation im Jahr 1543 bis zur gefestigten Rekatholisierung im 18. Jahrhundert.
Im Zentrum stehen der Prozess der Konfessionalisierung, die Durchsetzung der tridentinischen Reformen durch bischöfliche Visitationen sowie die Reaktion der Bevölkerung auf diese Maßnahmen.
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie die Kirche durch Reformmaßnahmen und Visitationen den katholischen Glauben im Niederstift wiederherstellen konnte und wie die Bevölkerung, der Klerus und der Adel darauf reagierten.
Der Autor verwendet mikrogeschichtliche Ansätze und die Methode der Mentalitätsgeschichte, um die lokalen Auswirkungen der kirchlichen Politik anhand der Visitationsakten zu untersuchen.
Der Hauptteil analysiert die historischen Rahmenbedingungen, das Priesterbild nach dem Konzil von Trient, die Visitationspraxis der Generalvikare Hartmann und Nicolartius sowie den mentalitätsgeschichtlichen Wandel in den einzelnen Pfarreien.
Wichtige Begriffe sind Niederstift Münster, Konfessionalisierung, Katholische Reform, Visitation, Klerusdisziplinierung, Rekatholisierung und Seelenstandsregister.
Das Niederstift wurde durch eine gezielte, münsterische Rekatholisierungspolitik geprägt, während Osnabrück nach 1648 eine Paritätslösung ("Alternat") mit einer religiös gemischten Führung und Bevölkerung entwickelte.
Sie dienen als zentrale Quellen, um den tatsächlichen Bekenntnisstand und die Umsetzung der Reformen vor Ort zu dokumentieren, auch wenn sie stark durch die obrigkeitliche Perspektive der Visitatoren geprägt sind.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

