Magisterarbeit, 2007
110 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Ursprung des Heiligen Grals
3 Der Heilige Gral im Wandel der Zeit
3.1 Mittelalter
3.1.1 Chrétien de Troyes - Perceval
3.1.2 Wolfram von Eschenbach - Parzival
3.1.3 Robert de Boron - Geschichte vom Graal
3.1.4 Der Gral im späten Mittelalter
3.2 Neuzeit
3.2.1 Verschiedene Werke zum Gralthema
3.2.2 England und das „Arthurian Revival“
3.2.3 Richard Wagner - Lohengrin und Parsifal
3.3 Das 20. Jahrhundert
3.3.1 Der Gral unter dem Einfluss der Weltkriege
3.3.2 Spätes 20. Jahrhundert
3.4 Wandlung des Gralmotivs
4 Der Heilige Gral im Film
4.1 Filme zum Gralthema
4.1.1 The Knights of the Round Table
4.1.2 Das Gralthema im französischen Autorenfilm
4.1.3 Monty Python and the Holy Grail
4.1.4 Richard Wagners Parsifal. Verfilmung von H.-J. Syberberg
4.1.5 Excalibur
4.1.6 Indiana Jones and the last Crusade
4.1.7 The Fisher King
4.1.8 The Da Vinci Code
4.2 Unterschiede des Gralmotivs im Film
5 Resümee
Die Arbeit untersucht die Kulturgeschichte des Heiligen Grals sowie dessen Wandlung vom mittelalterlichen Motiv hin zu seiner modernen filmischen Adaption, um zu analysieren, wie sich die Bedeutung und Darstellung dieses Mythos durch die Jahrhunderte verändert hat und welche Quellen sowie kulturellen Einflüsse dabei eine Rolle spielten.
3.1.1 Chrétien de Troyes - Perceval
Chrétiens um 1180 erschienene Erzählung vom Graal oder einfach Perceval, war sein fünfter und auch letzter Artusroman, der in seiner ursprünglichen Fassung 9000 Verse in Reimform enthält. Die Tatsache, dass dieser unvollendet blieb, führt man ganz einfach darauf zurück, dass der Autor verstarb, bevor er ihn abschließen konnte. Doch trotz des offenen Endes, gelangte sein Werk sehr bald zu großer Beliebtheit, weshalb bereits zu Begin des 13. Jahrhunderts mehrere Fortsetzungen von anderen Autoren verfasst wurden. Bekannt sind die Continuation Gauvain und die Continuation Perceval (benannt nach ihren jeweiligen Protagonisten), sowie die Continuation Manessier (nach dem Autor benannt) und die Quatrième Continuation (die vierte Fortsetzung), die Gerbert de Montreuil zugeschrieben wird. Chrétiens ursprüngliches Werk erzählt die Geschichte des jungen Perceval, seinem Weg zum Rittertum und der Suche nach dem Gral und wird vom Autor folgendermaßen berichtet.
Der junge Perceval lebt mit seiner Mutter, einer Witwe aus adeligem Haus, zurückgezogen im Wald. Er weiß jedoch nichts von seiner edlen Herkunft, da seine Mutter ihn vor dem gleichen Schicksal seines Vater sowie seiner Brüder bewahren will, die alle als Ritter im Kampf ihr Leben ließen. Als Perceval eines Tages im Wald mehreren Rittern begegnet, ist er sogleich von ihnen eingenommen, hält sie gar in ihren funkelnden Rüstungen für Gott und Engel und entscheidet selbst zu einem von ihnen zu werden. Auf seine Frage hin, wie er ein Ritter werden kann, verweisen sie ihn an den Hof König Artus’. Zurück bei seiner Mutter, berichtet er ihr von seiner Begegnung und der Entscheidung, fort zu gehen, um ein Ritter zu werden. Sie reagiert zwar erschüttert, erzählt ihm darauf jedoch von seiner Abstammung und gibt ihm noch einige Ratschläge mit auf den Weg, um in der hohen Gesellschaft akzeptiert zu werden. Als er fort reitet, sieht er noch, wie seine Mutter zu Boden fällt, kehrt jedoch nicht zurück, um ihr zu helfen, im Glauben, sie sei lediglich in Ohnmacht gefallen.
1 Einleitung: Die Einleitung legt den Grundstein für die Untersuchung, indem sie den Mythos vom Heiligen Gral als zentrales, aber wandelbares Element der abendländischen Kultur vorstellt und die Forschungsfrage nach Ursprung und Entwicklung des Motivs in Literatur und Film formuliert.
2 Ursprung des Heiligen Grals: Dieses Kapitel erörtert die Anfänge der Gralsage, wobei die verschiedenen Thesen zum indoeuropäischen, keltischen oder christlichen Ursprung beleuchtet werden, um zu verdeutlichen, wie sich der Mythos aus verschiedenen Traditionen zusammensetzt.
3 Der Heilige Gral im Wandel der Zeit: Der Hauptteil analysiert die literarische Evolution des Gralmotivs vom Mittelalter über die Neuzeit bis in das 20. Jahrhundert, mit Fokus auf wegweisende Autoren wie Chrétien de Troyes, Wolfram von Eschenbach und Robert de Boron.
4 Der Heilige Gral im Film: Hier wird untersucht, wie zeitgenössische Regisseure den Gralmythos in das Medium Film übertragen haben, wobei sowohl klassische Adaptionen als auch moderne, teils satirische Interpretationen wie Monty Python oder The Da Vinci Code betrachtet werden.
5 Resümee: Das Resümee fasst die zentrale Erkenntnis zusammen, dass der Heilige Gral kein starres Objekt, sondern ein hochgradig wandelbares kulturelles Konstrukt ist, das maßgeblich von den jeweiligen gesellschaftlichen und zeitgenössischen Bedürfnissen geformt wurde.
Heiliger Gral, Gralmotiv, Mythos, Literaturgeschichte, Filmwissenschaft, Artuslegende, Perceval, Parzival, Richard Wagner, Mittelalter, Moderne, Gralprozession, Christianisierung, Symbolik, Identität.
Die Arbeit bietet eine kulturwissenschaftliche Analyse der Entwicklung des Gralmythos, ausgehend von mittelalterlichen Epen bis hin zur modernen filmischen Rezeption.
Die zentralen Felder umfassen die literarische Quellenforschung, die Analyse narrativer Strukturen in Graltexten sowie die filmische Transformation ritterlicher Mythen in das moderne Kino.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich das Bild des Grals über Jahrhunderte hinweg verändert hat und welche Funktionen dieser Mythos in verschiedenen Epochen und Medien erfüllte.
Es wird eine kulturhistorische und komparatistische Methode angewandt, die primär literarische Quellentexte und filmische Adaptionen vergleichend gegenüberstellt und kontextualisiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die literarische Historie (Mittelalter bis 20. Jahrhundert) und die filmische Auswertung, wobei wichtige Werke von Autoren wie Wolfram von Eschenbach und Regisseuren wie John Boorman oder Terry Gilliam besprochen werden.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gralmotiv, Mythos, Rittertum, Erlösung, mediale Transformation und Kulturgeschichte definiert.
Während Chrétien den Gral als mysteriöse Schale ohne expliziten religiösen Kontext beschreibt, bettet Wolfram ihn als magischen Stein in eine komplexere, heilsgeschichtliche und familiäre Struktur ein.
Die Polizei dient als satirisches, modernes Element, das den historischen Fluss der Geschichte stört und das Scheitern der Artusritter an der modernen Realität symbolisiert.
Weil der Film das traditionelle religiöse Bild des Grals als Abendmahlskelch zugunsten einer umstrittenen historischen Theorie verlässt, die das Gralgeheimnis als geheime Blutlinie und Ehe Jesu interpretiert.
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