Bachelorarbeit, 2019
44 Seiten, Note: 1.3
1 Die zentrale Stellung des Behavioral Controllings im Berichtswesen
2 Konstellation eines optimalen Berichtswesens und auftretende Herausforderungen
2.1 Der Prozess des optimalen Berichtswesens und die Rolle des Controllers und des Managers
2.2 Der Mensch als wesentliche Herausforderung zur Realisierung des optimalen Berichtswesens
3 Ausgewählte Biases, die in den Phasen des Berichtswesens auftreten
3.1 Die Vorselektion der Kennzahlen führt zur unbewussten Anwendung des Confirmation Bias
3.2 Berichterstellung und ihre Anfälligkeit für Anchoring Bias
3.3 Die Berichtsanalyse wird vom Framing-Effekt beeinflusst
3.4 Die Maßnahmenwahl auf Basis der Berichtsinformationen deutet die Präsenz des Availability Bias an
4 Ausgewählte Lösungsansätze zur Bewältigung der Biases
4.1 Die Fehlerkultur induziert die Notwendigkeit des Debiasing
4.2 Die empfängerorientierte Informationsaufbereitung zur Minderung des Confirmation Bias und Framing-Effekts
4.3 Prognosen müssen kritisch betrachtet werden
5 Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Bedeutung der Integration verhaltenswissenschaftlich fundierter Konzepte des Behavioral Controllings in das Berichtswesen aufzuzeigen. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie kognitive Verzerrungen (Biases) innerhalb der Prozessphasen des Berichtswesens entstehen, welche negativen Auswirkungen diese auf die Entscheidungsfindung von Managern haben und durch welche Lösungsansätze – insbesondere durch eine verbesserte Controller-Manager-Zusammenarbeit – diese Herausforderungen bewältigt werden können.
3.1 Die Vorselektion der Kennzahlen führt zur unbewussten Anwendung des Confirmation Bias
Das Datenmanagement bildet die erste Prozessphase des Berichtswesens und ist gleichzeitig die wichtigste, da die nachfolgenden Phasen auf dieser aufbauen. Kurz erklärt bedeutet dies gleichzeitig, dass die Qualität der Entscheidung bzw. Maßnahmenwahl des Managers am Ende des Berichtswesensprozesses von der Qualität der Informationen abhängt, die der Controller innerhalb des Datenmanagements verwaltet (vgl. Weber 2009, S. 33f.). Die Aufgabe des Controllers ist es, im Rahmen des Datenmanagements die Informationen, die aus dem Informationssystem gewonnen werden, zu bereinigen, zu filtern und zu harmonisieren (vgl. Eichholz 2008, S. 70-73). Um die harmonisierten Informationen im nächsten Schritt akkurat zu Kennzahlen verdichten zu können, muss von vornherein feststehen, welche Kennzahlen der Bericht enthalten soll (vgl. Gladen 2014, S. 6f.).
Zur konkreten Auswahl der Kennzahlen können vorerst Kennzahlensysteme herangezogen werden, welche ein Bündel von zusammenhängenden Kennzahlen wiedergeben (vgl. Küpper 1990, S. 849f.). Beispielsweise stellt die Balanced Scorecard (BSC) ein solches Kennzahlensystem dar. Die BSC gibt die Dimensionen Finanziell, Kunde, Interne Geschäftsprozesse sowie die Dimension Lernen und Entwicklung vor, zu denen jeweils finanzielle als auch nicht finanzielle Kennzahlen gebildet werden können. Die Kennzahlen werden wiederum von den strategischen Zielen der jeweiligen Dimension abgeleitet und in die BSC aufgenommen (vgl. Kaplan/Norton 1992, S. 71-78). Deutlich wird, dass sich durch die Betrachtung der verschiedenen Dimensionen viele Möglichkeiten für die Bildung von Kennzahlen, die unmittelbar von den strategischen Zielen des Unternehmens abhängen, ergeben. Daher empfehlen Norton und Kaplan, die Kennzahlen zugehörig zu den Dimensionen auf eine gewisse Anzahl zu beschränken (vgl. Kaplan/Norton 1992, S. 71f.). Dies erfordert aber unmittelbar eine Selektion der Kennzahlen (vgl. Schäffer/Weber 2016b, S. 202f.). Einen weiteren Grund für die Selektion der Kennzahlen liefern Davila und Simons. Diese empfehlen im Kontext der Performance-Messung den Managern nur jene Anzahl an Kennzahlen zu verantworten, die sie auch im Gedächtnis behalten können und empfehlen daher die Kennzahlenanzahl sieben (vgl. Davila/Simons 1998, S. 76f.).
1 Die zentrale Stellung des Behavioral Controllings im Berichtswesen: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung des Berichtswesens als Kernprodukt der Controllerarbeit und führt in das Konzept des Behavioral Controllings ein.
2 Konstellation eines optimalen Berichtswesens und auftretende Herausforderungen: Es wird das Berichtswesen als Prozess dargestellt und die Rolle des Menschen als Herausforderung für ein rationales Management-Handeln beleuchtet.
3 Ausgewählte Biases, die in den Phasen des Berichtswesens auftreten: Dieses Kapitel analysiert spezifische kognitive Verzerrungen wie Confirmation Bias, Anchoring Bias, Framing-Effekt und Availability Bias innerhalb der verschiedenen Prozessphasen.
4 Ausgewählte Lösungsansätze zur Bewältigung der Biases: Hier werden Strategien zur Minderung von Biases diskutiert, darunter die Implementierung einer Fehlerkultur, Debiasing-Techniken und eine empfängerorientierte Informationsaufbereitung.
5 Fazit: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Controllern und Managern zur Steigerung der Qualität des Berichtswesens.
Behavioral Controlling, Berichtswesen, Controller, Manager, kognitive Verzerrungen, Biases, Confirmation Bias, Anchoring Bias, Framing-Effekt, Availability Bias, Debiasing, Fehlerkultur, Entscheidungsfindung, Rationalität, Informationsaufbereitung
Die Arbeit untersucht, wie verhaltenswissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Behavioral Controlling dazu genutzt werden können, das Berichtswesen in Unternehmen zu optimieren, indem die negativen Effekte kognitiver Verzerrungen bei Controllern und Managern reduziert werden.
Die zentralen Themen sind das Berichtswesen als Prozess, kognitive Rationalitätsbeschränkungen, die Identifikation spezifischer Biases in der Berichterstattung sowie Lösungsansätze zur Verbesserung der Controller-Manager-Zusammenarbeit.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass durch die Integration von verhaltenswissenschaftlichen Aspekten eine zielorientierte Steuerung des Unternehmens besser gelingen kann, wenn Controller und Manager sich der existierenden Biases bewusst sind und aktiv an deren Minderung arbeiten.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, in der aktuelle Konzepte des Behavioral Controllings, verhaltenswissenschaftliche Studien zu Biases (z.B. von Kahneman/Tversky) und klassische Management-Literatur synthetisiert werden, um daraus Handlungsempfehlungen für das Berichtswesen abzuleiten.
Der Hauptteil analysiert den Prozess des Berichtswesens in fünf Phasen und identifiziert in diesen die typischen Auftretensformen von Biases sowie konkrete Ansätze zu deren Bewältigung, wie etwa die Implementierung von Checklisten oder kognitiver Diversität in Teams.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Behavioral Controlling, Biases, Controller-Manager-Interaktion, Rationalitätsbeschränkung und Debiasing-Techniken charakterisiert.
Eine Fehlerkultur fördert Vertrauen und Offenheit. Sie ist Voraussetzung dafür, dass Fehlentscheidungen – die oft auf unbewussten Biases basieren – überhaupt thematisiert, analysiert und durch Debiasing-Maßnahmen künftig vermieden werden können.
Durch die Einbindung unterschiedlicher Personen (Manager und Controller) mit verschiedenen Erfahrungen und Sichtweisen können bei der Prognoseerstellung mehrere Anfangswerte in Betracht gezogen werden, was das Verharren an einem einzelnen (fehleranfälligen) Ankerwert (Anchoring Bias) mindert und die Realitätsnähe der Prognose erhöht.
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