Masterarbeit, 2017
116 Seiten, Note: 1,7
1. Forschungsinteresse und Vorgehensweise dieser Arbeit
2. Die Frame-Theorie nach Marvin Minsky
2.1. Der Stellenwert der Sprache bei Minskys Framekonzept
2.2. Der Stellenwert der Kultur bei Minskys Framekonzept
3. Strukturen, Relationen und Eigenschaften von Frames
3.1. Elemente in Frames
3.2. Typen von Frames und Relationen zwischen Frameelementen
3.3. Merkmale von Frames
3.4. Types und Tokens in epistemischen, kognitiven und sprachlichen Frames
3.5. Erwartbare Elemente in Frames
4. Die Textkorpora
4.1. Zusammensetzung des deutschen Textkorpus
4.2. Zusammensetzung des deutsch-kanadischen Textkorpus
5. Die framesemantische Textanalyse
5.1. Weihnachtsfeier-Exemplar-Frames
5.1.1. Analyse der Weihnachtsfeier-Exemplar-Frames aus Deutschland
5.1.2. Analyse der Weihnachtsfeier-Exemplar-Frames aus Kanada
5.1.3. Deutsche und kanadische Weihnachtsfeier-Exemplar-Frames im Vergleich
5.2. Oktoberfest-Exemplar-Frames
5.2.1. Analyse der Oktoberfest-Exemplar-Frames aus Deutschland
5.2.2. Analyse der Oktoberfest-Exemplar-Frames aus Kanada
5.2.3. Deutsche und kanadische Oktoberfest-Exemplar-Frames im Vergleich
6. Zusammenfassung und Einordnung der Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand einer qualitativen Analyse von Textkorpora, wie menschliches Wissen in sogenannten Frames strukturiert ist, und inwieweit kulturelle sowie sprachliche Einflüsse auf diese Wissensrepräsentation wirken. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob sich aus sprachlichen Ausdrücken Rückschlüsse auf kognitive Ordnungsprinzipien ziehen lassen.
1. Forschungsinteresse und Vorgehensweise dieser Arbeit
Wörter sind die vorgeschalteten Instrumente des Denkens (Bartlett 1995: 225-226). Diese These von Frederic C. Bartlett ist eine der zentralen Aussagen in den Kognitionswissenschaften. Sie gilt als Ausgangspunkt, um die Ordnung menschlichen Wissens zu ergründen, und wurde der Framesemantik zu Grunde gelegt.
Die Framesemantik ist ein Zweig der konzeptuellen und referenziellen Semantik, hat aber auch eine enge Bindung zur Kognitionswissenschaft. Sie bietet komplexe Einblicke in die Bedeutung von Wörtern, indem sie nicht nur eindimensionale Bedeutungsdefinitionen liefert, sondern auch deren Einbettung in größeren Bedeutungszusammenhängen darzustellen vermag. Im Kern bezieht sich die Framesemantik nicht nur auf die lexikalische Bedeutung von Lexemen, sondern auch auf deren sprachliche und kognitive Verknüpfungen mit anderen Lexemen. Diese Verknüpfungen sind für jeden Sprecher sehr individuell und lassen sich in sprachlichen Äußerungen erkennen. So gewährt diese Art der Bedeutungsrepräsentation auch Einblicke in kognitive Bedeutungszusammenhänge und Ordnungsmechanismen.
Diese Mechanismen deutlich zu machen, ist ein Ziel der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit.
1. Forschungsinteresse und Vorgehensweise dieser Arbeit: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen in der Framesemantik dar und definiert das Ziel der Arbeit, kognitive Ordnungsmechanismen menschlichen Wissens zu untersuchen.
2. Die Frame-Theorie nach Marvin Minsky: Es wird die Frame-Theorie nach Minsky als Erweiterung der Prototypentheorie erläutert, wobei besonderes Augenmerk auf die Rolle von Kultur und Sprache bei der Organisation von Alltagswissen gelegt wird.
3. Strukturen, Relationen und Eigenschaften von Frames: Hier werden die zentralen technischen Komponenten von Frames wie Framekern, Slots und Fillers definiert und deren Interaktionen sowie Merkmale analysiert.
4. Die Textkorpora: Dieses Kapitel beschreibt die methodische Auswahl und Zusammenstellung der untersuchten deutschsprachigen Texte aus Deutschland und Kanada, um eine authentische Grundlage für die Analyse zu schaffen.
5. Die framesemantische Textanalyse: Das Herzstück der Arbeit, in dem durch den Vergleich der Exemplar-Frames von Weihnachtsfeiern und Oktoberfesten nach interkulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschieden gesucht wird.
6. Zusammenfassung und Einordnung der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden synthetisiert, um die Bedeutung kultureller und situativer Faktoren für die Wissensrepräsentation und kognitive Ordnung zu diskutieren.
Framesemantik, Frame-Theorie, Minsky, Kognitionswissenschaft, Wissensrepräsentation, Slot-Filler-Modell, Defaultwerte, Textkorpus, Kulturraum, Weihnachtsfeier, Oktoberfest, kognitive Ordnungsprinzipien, Sprachverstehen, Prototypizität, Wissensorganisation.
Die Arbeit untersucht, wie Menschen ihr Weltwissen in sogenannten "Frames" organisieren und welche Rolle dabei Sprache und kulturelle Hintergründe spielen.
Die Schwerpunkte liegen auf der kognitiven Frame-Theorie, der framesemantischen Analyse von Ereignissen wie Weihnachtsfeiern und Oktoberfesten sowie dem Vergleich von Texten aus Deutschland und Kanada.
Die Arbeit erforscht, inwieweit sprachliche Frames kognitive Wissensstrukturen abbilden können und ob diese durch interkulturelle Faktoren beeinflusst werden.
Es handelt sich um eine qualitative framesemantische Textanalyse, die auf einer kontrastiven Gegenüberstellung von deutschsprachigen Textkorpora basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Frame-Theorie, die Beschreibung der Korpora und eine detaillierte, graphisch gestützte Analyse der Weihnachtsfeier- und Oktoberfest-Exemplar-Frames.
Zu den zentralen Begriffen zählen unter anderem Framesemantik, kognitive Wissensrepräsentation, Prototypizität, Slot-Filler-Modell und kulturell geprägtes Erfahrungswissen.
Minsky erweitert Fillmores Modell, indem er die kognitive Ebene stärker betont und davon ausgeht, dass Leerstellen (Slots) bereits mit prototypischen Standardwerten belegt sind.
Diese Feste eignen sich besonders gut, da sie als kulturell verankerte Ereignisse sowohl in Deutschland als auch in deutsch-kanadischen Gemeinschaften häufig stattfinden und somit gut vergleichbare Wissensstrukturen bieten.
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