Bachelorarbeit, 2020
57 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Debatte um die Middle-Income Trap
3. Grundlagen der Wachstumstheorie
3.1 Neoklassische Wachstumstheorie
3.2 Endogene Wachstumstheorien
3.2.1 Endogenes Wachstum durch Externalitäten des Humankapitals
3.2.2 Endogenes Wachstum durch Forschung und Entwicklung
4. Wirkungskanäle der Middle-Income Trap
4.1 Lewis-Argument und Imitationsargument
4.2 Investitionen und Innovationen
4.3 Entstehungsort von Technologie
4.4 Allokation von Talent
5. Empirische Evidenz
5.1 Betrachtung absoluter Einkommen
5.1.1 Häufungen der Wachstumsrückgänge
5.1.2 Abweichungen vom vorhergesagten Wachstumspfad
5.1.3 Dauer des Übergangs in eine höhere Einkommenskategorie
5.2 Betrachtung relativer Einkommen
5.2.1 Übergangsmatrix-Analyse
5.2.2 Vergleich von Escapees und Non-Escapees
5.3 Bestimmungsfaktoren und Beurteilung
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das ökonomische Konzept der „Middle-Income Trap“ (MIT), um zu klären, inwiefern dieser Ansatz Erkenntnisse über das Wachstum von Ländern mit mittlerem Einkommen liefert und welche theoretischen Wirkungsmechanismen sowie empirische Evidenz hinter der Hypothese stehen.
4.2 Investitionen und Innovationen
Die Grundidee des Modells von Acemoglu et al. (2006) ist es, dass Länder eine auf Investitionen oder auf Innovationen basierende Wachstumsstrategie verfolgen können. Ausgangspunkt ihres Ansatzes ist die Überlegung, ob Innovation an Bedeutung gewinnt, wenn sich eine Wirtschaft der globalen Technologiegrenze nähert (ebd., S. 40). Dazu wird in einer Regressionsanalyse die Korrelation zwischen der Intensität von Forschung und der Distanz zur Grenze bestimmt13. Diese ergibt, dass Industrien mit geringerer Distanz forschungsintensiver sind. Durch eine weitere Regressionsanalyse wird festgestellt, dass auch Einschränkungen des Wettbewerbs höhere Kosten verursachen und das Wachstum stärker abbremsen, wenn sich ein Land näher an der Technologiegrenze befindet. Geringer wettbewerbsbeschränkte Länder wachsen dagegen gleichmäßiger während des Annäherungsprozesses (ebd., S. 43).
Anschließend entwickeln Acemoglu et al. (2006) ein endogenes Overlapping-Generations-Wachstumsmodell mit zwei Perioden. Jede Generation besteht zu einem Teil aus Kapitalisten im Besitz von Firmen und zum anderen aus Arbeitskräften, die gleich produktiv in Produktionsaufgaben, aber unterschiedlich produktiv bei Übernahme unternehmerischer Tätigkeiten sind (ebd., S. 47). Ein Arbeiter kann dazu qualifiziert sein oder nicht, dies hängt von einer festgelegten Wahrscheinlichkeit ab. Die Wirtschaft im Modell verfügt über einen Endproduktsektor im vollkommenen Wettbewerb und mehrere Zwischenproduktsektoren. In jedem Zwischenproduktsektor gibt es eine Firma, die die produktivste Technologie hat und Monopolmacht besitzt. Konkurrenzfirmen können die Technologie imitieren und das gleiche Produkt produzieren, haben dabei aber höhere Produktionskosten.
1. Einleitung: Einführung in das Konzept der Middle-Income Trap und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich des Erklärungspotenzials für das Wachstum von Ländern mit mittlerem Einkommen.
2. Die Debatte um die Middle-Income Trap: Skizzierung des historischen Hintergrunds und der politischen Adaption des MIT-Begriffs durch internationale Institutionen.
3. Grundlagen der Wachstumstheorie: Darstellung der neoklassischen Theorie sowie endogener Wachstumsmodelle, um die theoretische Basis für die Analyse von Wachstumsprozessen zu schaffen.
4. Wirkungskanäle der Middle-Income Trap: Untersuchung spezifischer Mechanismen wie dem Lewis-Turning-Point, dem Imitationsargument und der Allokation von Talent als Erklärungsfaktoren für Wachstumsfallen.
5. Empirische Evidenz: Detaillierte Prüfung verschiedener empirischer Studien und Methoden zur Bestimmung, ob sich Länder tatsächlich in einer Middle-Income Trap befinden.
6. Fazit: Zusammenfassende Beurteilung des Konzepts der MIT und dessen Relevanz für die ökonomische Debatte und politische Entscheidungsfindung.
Middle-Income Trap, Wirtschaftswachstum, neoklassische Wachstumstheorie, endogene Wachstumstheorie, Humankapital, Technologiegrenze, TFP, Innovationsstrategie, Investitionsstrategie, Konvergenz, Wachstumsrückgang, Arbeitsmarktmobilität, Strukturwandel, technologische Diffusion.
Die Arbeit analysiert das Konzept der „Middle-Income Trap“, das beschreibt, warum Länder mit mittlerem Einkommensniveau häufig Schwierigkeiten haben, den Aufstieg zu hoch entwickelten Industrienationen zu vollziehen.
Die zentralen Themen sind Wachstumstheorien, die Identifikation von Wirkungskanälen wie Innovationshemmung und Fachkräftemangel sowie die empirische Überprüfung der MIT-Hypothese anhand globaler Datensätze.
Das Ziel ist es, das wissenschaftliche Erklärungspotenzial des MIT-Konzepts zu bewerten und herauszufinden, ob es sich um ein valides ökonomisches Phänomen oder ein methodisches Konstrukt handelt.
Es handelt sich um eine theoretische und empirische Literaturanalyse, bei der bestehende Modelle der Wachstumstheorie sowie verschiedene ökonometrische Ansätze aus empirischen Studien vergleichend gegenübergestellt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Wachstumsmechanismen und eine kritische Auseinandersetzung mit der empirischen Evidenz, wobei sowohl absolute als auch relative Einkommensbetrachtungen einbezogen werden.
Die Arbeit fokussiert sich primär auf Begriffe wie Middle-Income Trap, totale Faktorproduktivität (TFP), technologische Konvergenz und die Wahl zwischen investitions- und innovationsbasierten Wachstumsstrategien.
Das Lewis-Argument dient als Ausgangspunkt, um zu erklären, wie der Zustrom billiger Arbeitskräfte aus dem Agrarsektor in die Industrie zunächst Wachstum generiert, dieser Effekt jedoch mit zunehmendem Lohnniveau und Erschöpfung des Arbeitsüberschusses stagniert.
Der Autor betont, dass Regierungen durch gezielte Infrastrukturinvestitionen, die Stärkung von Eigentumsrechten und wettbewerbsfördernde Institutionen Rahmenbedingungen schaffen können, um den Übergang zur innovationsbasierten Wirtschaft zu ermöglichen.
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