Wissenschaftliche Studie, 2006
55 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Durchführung der Studie
2.1 Die Untersuchungsgruppe
2.2 Aufbau des Fragebogens
3. Auswertung der Fragebogenstudie
3.1 Allgemeine Daten
3.2 Zugang zu Medien
3.3 Wichtigkeit von Medien
3.4 Glaubwürdigkeit von Medien
3.5 Aufdringlichkeit von Medien
3.6 Briefkommunikation
3.7 Buchlektüre
3.8 SMS-Kommunikation
3.9 Abhängigkeit von Situation und Mediennutzung
3.10 Zeit- und Kostenaufwand für Medien
4. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Vermittlungskultur bei Jugendlichen im Kontext der zunehmenden Nutzung elektronischer Medien. Im Fokus steht die Forschungsfrage, inwieweit moderne Kommunikationsformen wie SMS, E-Mail und Online-Chat den traditionellen Brief als Medium für private und öffentliche Angelegenheiten ersetzen können und welche situativen Faktoren diese Medienwahl beeinflussen.
3.4 Glaubwürdigkeit von Medien
Medien haben Einfluss auf die Glaubwürdigkeit der mit ihnen vom Kommunikator zum Rezipient übermittelten Botschaften. Entsprechend dem Weg, auf dem uns eine Nachricht erreicht, sind wir von deren Wahrheitsgehalt überzeugt oder im Hinblick auf die Richtigkeit der Information skeptisch: Eine Liebeserklärung ‚unter vier Augen’ oder in einen Brief verpackt wird uns eher emotionale Regungen abgewinnen, als selbige Botschaft in Form einer SMS oder als Textzeile im Chat.
Wir haben die Schüler befragt, für wie glaubwürdig sie einzelne Medien einschätzen. 93,1 Prozent der Gymnasiasten halten das Gespräch für sehr glaubwürdig oder glaubwürdig. Das ist wenig verwunderlich, verfügt face-to-face – Kommunikation doch über eine Fülle von Kanälen, welche an der Übertragung einer Botschaft beteiligt sind. Dazu gehört der auditive Kanal, welcher dem Rezipienten beispielsweise neben dem Inhalt der Botschaft auch über die Stimmlage und das Sprechtempo Informationen zuführt.
Visuell wird die Glaubwürdigkeit der Nachricht über Gestik, Mimik und Körperhaltung des Senders vermittelt. Ein lachender Überbringer einer schlechten Nachricht wird mit hoher Wahrscheinlichkeit als schadenfroh oder als Lügner eingestuft werden – je nachdem, ob sich das von ihm Gesagte als richtig oder falsch erweist.
Der taktile Kanal leitet über Berührungen Signale weiter. Ein Händedruck, das Auflegen einer Hand auf die Schulter oder das Anfassen eines Arms seines Gegenübers verschaffen Nähe, drücken Anteilnahme aus und lassen die Kommunikation vertrauter werden. Dies kann – je nach Gesprächssituation – für eine größere Glaubwürdigkeit sorgen. Natürlich kommt eine Reihe von Gesprächen konventionell ohne taktile Signale aus, z.B. wenn diese institutionellen Charakter besitzen. Trotzdem wird in solchen Fällen den Inhalten Glauben geschenkt werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Medienwandels ein und begründet den Fokus auf das Verhältnis zwischen dem traditionellen Brief und Neuen Medien wie SMS und E-Mail.
2. Durchführung der Studie: Hier werden die Untersuchungsgruppe (Gymnasiasten 11./12. Klasse) sowie der Aufbau der Fragebogenstudie und die methodischen Hintergründe erläutert.
3. Auswertung der Fragebogenstudie: Dieser umfangreiche Hauptteil analysiert detailliert die Daten zu verschiedenen Medien hinsichtlich Zugang, Wichtigkeit, Glaubwürdigkeit, Aufdringlichkeit, Briefnutzung, Buchlektüre, SMS-Verhalten, situativer Eignung sowie Zeit- und Kostenaspekten.
4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und schlussfolgert, dass der Brief trotz Konkurrenz durch Neue Medien insbesondere in emotionalen Situationen aufgrund seiner besonderen Eigenschaften bestehen bleibt.
Mediennutzung, Jugendliche, Neue Medien, Briefkommunikation, SMS, Glaubwürdigkeit, Medienwandel, Kommunikationskultur, Fragebogenstudie, Vermittlungskultur, Medienwahl, Online-Chat, E-Mail, Buchlektüre, Situationsanalyse
Die Arbeit untersucht, wie Jugendliche in Zeiten der Digitalisierung den Wandel von klassischen Kommunikationsformen wie Briefen hin zu elektronischen Medien wie E-Mail und SMS erleben und nutzen.
Die zentralen Themen umfassen die Medienzugänglichkeit, die wahrgenommene Wichtigkeit und Glaubwürdigkeit von Medien sowie die situative Eignung verschiedener Kommunikationskanäle.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und in welchen Lebensbereichen Neue Medien den traditionellen Brief ersetzen können und welche Faktoren – wie z.B. Zeit, Kosten oder emotionale Intention – diese Entscheidung beeinflussen.
Die Autoren führten eine quantitative Fragebogenstudie mit 115 Schülern der 11. und 12. Jahrgangsstufe eines Gymnasiums durch.
Im Hauptteil werden die gesammelten Daten detailliert ausgewertet, wobei Aspekte wie die subjektive Wichtigkeit einzelner Medien, die Glaubwürdigkeit elektronischer Nachrichten, das Störpotenzial von Massenmedien und die Abhängigkeit der Medienwahl von der konkreten Situation beleuchtet werden.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Mediennutzung, Medienwandel, Kommunikationskultur, Jugendliche, Briefkommunikation und situative Medienwahl beschreiben.
Laut den Ergebnissen werden diese Medien von den befragten Jugendlichen oft eher als Zeitvertreib für Smalltalk wahrgenommen, statt als zielgerichtetes Medium für wichtige oder ernsthafte Kommunikation.
Die Untersuchung zeigt, dass weibliche Jugendliche signifikant mehr private und öffentliche Briefe schreiben als ihre männlichen Mitschüler.
Der Brief wird als Dokument wahrgenommen, das durch die physische Existenz und die Unterschrift eine höhere Verbindlichkeit und Seriosität ausstrahlt als flüchtige digitale Nachrichten.
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