Masterarbeit, 2010
113 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
I. EINLEITUNG
I.1 Das Thema der Arbeit
I.2 Der Forschungsstand
I.3 Aufbau der Arbeit
I.4 Erläuterung zu den verwendeten Begriffen
II. DIE AUßENPOLITIK DES DEUTSCHEN REICHES
II.1. Bismarck
II.1.1 Bündnispolitik
II.1.2 Die Orientkrise
II.1.3 Die internationale Krise und ihre Auswirkungen
II.2 Wilhelm II.
II.2.1 Der neue Kurs in der deutschen Außenpolitik
II.2.2 Flottenpolitik
II.2.3 Die Orientreise
III. DAS ZEITALTER DES IMPERIALISMUS
III.1 Die Verwendung und Abgrenzung des Begriffs
III.1.1 Die wirtschaftliche Ebene
III.1.2 Die politische Ebene
III.1.3 Die historisch-kulturelle Ebene
IV. DIE EUROPÄISCHEN MÄCHTE UND DAS OSMANISCHE REICH
IV.1 Deutschland
IV.1.1 Orientalismus
IV.1.2 Deutsche Interessen am Orient
IV.1.3 Die orientalische Frage
IV.2 Die Interessen der europäischen Mächte
IV.2.1 Großbritannien
IV.2.2 Frankreich
VI.2.3 Russland
V. DAS OSMANISCHE REICH IM 19. JAHRHUNDERT
V.1 Politik
V.2 Finanzielle Verhältnisse
V.3 Eisenbahnen im Osmanischen Reich
V.4 Die Bagdadbahn als symbolisches Unternehmen
VI. DIE ANATOLISCHE EISENBAHN
VI.1 Die Planung
VI.2 Die Anatolische Konzession
VI.3 Die Finanzierung der Anatolischen Eisenbahn
VI.3.1 Die Anatolische Eisenbahn-Gesellschaft
VI.3.2 Die Bank für Orientalische Eisenbahnen
VI.4 Der Baubeginn: von Ismid nach Angora
VI.5 Der Weiterbau: Eskischehir bis Konia
VII. DIE BAGDADBAHN
VII.1 Der diplomatische Kampf um den Weiterbau
VII.2 Die deutsch-französische Zusammenarbeit
VII.3 Der englische Widerstand
VII.4 Die Vorkonzession
VII.5 Die endgültige Konzession
VII.6 Die Finanzierung der Bagdadbahn
VII.6.1 Die Bagdadbahn-Gesellschaft
VII.6.2 Die Deutsche Bank
VII.7 Die Hedschasbahn
VII.8 Politische Schwierigkeiten
VII.8.1 Die Jungtürken
VII.8.2 Die Armenier
VII.9 Die Bauarbeiten
VII.9.1 Taurus- und Amanusgebirge
VII.9.2 Zusätzliche Arbeiten
VII.9.3 Leben im Lager
VII.10 Einigung mit England
VII.11 Der Erste Weltkrieg und die Fertigstellung der Bagdadbahn
VIII. WIRTSCHAFTSINTERESSEN
VIII.1 Deutscher Wirtschaftsimperialismus
VIII.2 Bagdadbahnimperialismus
VIII.3 Das Erdöl
IX. DIE BAGDADBAHN ALS POLITIKUM
IX.1 Englisch-französische Entente
IX.2 Erste Marokkokrise
IX.3 Tripel Entente
IX.4 Zweite Marokkokrise
IX.5 Balkankriege
IX.6 Pressepolitik
X. DER MYTHOS BAGDADBAHN
X.1 Abenteurer und Touristen
X.2 Archäologen und Spione
XI. FAZIT
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den deutschen Imperialismus am Beispiel des Baus der Bagdadbahn. Dabei liegt der Fokus auf der Rolle des Infrastrukturprojekts als politisches Instrument und dessen Auswirkungen auf das deutsch-englische Verhältnis sowie die internationale Politik vor dem Ersten Weltkrieg.
IV.1.2 Deutsche Interessen am Orient
Wie bereits erwähnt bedrohten die Gebietsansprüche der europäischen Großmächte im Osmanischen Reich indirekt den Frieden in Europa. Von Deutschland wurde die Türkei hauptsächlich als Rohstofflieferant und Absatzmarkt angesehen. Durch den Bau der Bagdadbahn sollten die Handelsmöglichkeiten beider Länder verbessert werden. Für den zeitgenössischen Imperialismus stellte das schwache Osmanische Reich eine ideale Möglichkeit zur Kulturarbeit dar. Außerdem wurde die Orientpolitik als Chance gesehen, um als gleichberechtigter Partner in den Kreis der Großmächte aufgenommen zu werden. Aus diesen Gründen versuchte Deutschland, das Osmanische Reich zu erhalten, während andere europäische Großmächte auf ein Auseinanderfallen der Türkei spekulierten. Damit begann das Deutsche Reich, die Pläne andere Mächte zu stören.
Dennoch war die „Durchdringung“ aus Deutschland nicht nur friedlicher Natur. Rufe nach einer Rückeroberung des Heiligen Landes wurden laut und verbanden sich mit romantischen „Erweckungsphantasien“. Helmuth Graf von Moltke leistete Dienst als Berater in Istanbul und war bis 1839 Instrukteur der türkischen Truppen. Seit er seine Berichte „Unter dem Halbmond: Erlebnisse in der Türkei alten Türkei 1835 - 1839“ veröffentlichte, galt der Orient als potenzielles Interessens- und Siedlungsgebiet. Seiner Meinung nach hatte die Türkei die günstigsten Voraussetzungen und die besten klimatischen Bedingungen für Mitteleuropäer.
I. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Bagdadbahn als Instrument deutscher Macht- und Wirtschaftspolitik sowie Darlegung der Forschungsfragen.
II. DIE AUßENPOLITIK DES DEUTSCHEN REICHES: Analyse der diplomatischen Strategien unter Bismarck und Wilhelm II., insbesondere die Entwicklung von der Bündnispolitik hin zur aggressiveren Weltpolitik.
III. DAS ZEITALTER DES IMPERIALISMUS: Theoretische Abgrenzung des Imperialismusbegriffs und Darstellung der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Ebenen.
IV. DIE EUROPÄISCHEN MÄCHTE UND DAS OSMANISCHE REICH: Untersuchung der Interessen Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs und Russlands im Orient und deren Einfluss auf die Region.
V. DAS OSMANISCHE REICH IM 19. JAHRHUNDERT: Betrachtung der innenpolitischen und finanziellen Lage des Osmanischen Reiches sowie die Ausgangssituation für den Eisenbahnbau.
VI. DIE ANATOLISCHE EISENBAHN: Darstellung der Planungen, Konzessionen und der Finanzierung der ersten Etappen des deutschen Eisenbahnengagements.
VII. DIE BAGDADBAHN: Detaillierte Schilderung des diplomatischen Ringens, des Baus und der Finanzierung des Gesamtprojekts bis hin zum Ersten Weltkrieg.
VIII. WIRTSCHAFTSINTERESSEN: Analyse der finanziellen Hintergründe, des Finanzimperialismus und der Bedeutung der Rohstoffvorkommen wie Erdöl.
IX. DIE BAGDADBAHN ALS POLITIKUM: Erörterung der Auswirkungen des Projekts auf internationale Krisen, die Ententebildung und die Rolle der Presse.
X. DER MYTHOS BAGDADBAHN: Betrachtung der kulturellen Wahrnehmung, der Rolle von Reisenden, Abenteurern und Archäologen im Kontext des Bauvorhabens.
XI. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Bagdadbahn als Symbol und Instrument der deutschen Außenpolitik und deren Beitrag zur politischen Konstellation vor 1914.
Bagdadbahn, Deutsches Reich, Imperialismus, Außenpolitik, Osmanisches Reich, Deutsche Bank, Weltpolitik, Orient, Wirtschaftspolitik, Großmächte, Wilhelm II., Eisenbahnbau, Finanzimperialismus, Internationale Beziehungen, Erster Weltkrieg
Die Arbeit analysiert den deutschen Imperialismus am Beispiel des Baus der Bagdadbahn und untersucht, wie dieses Projekt zur deutschen Außenpolitik des wilhelminischen Zeitalters beitrug.
Zentrale Themen sind die europäische Diplomatie, die wirtschaftliche Erschließung des Orients, der Aufbau imperialer Infrastruktur und die komplexen Interessenkonflikte zwischen den Großmächten.
Die Arbeit geht der Frage nach, wie und warum die Bagdadbahn zu einem bedeutenden Politikum wurde und inwieweit sie als Werkzeug des Imperialismus fungierte.
Der Autor greift auf eine historische Analyse zurück, die den Bau der Bagdadbahn in den breiteren Kontext der europäischen Geschichte und Imperialismustheorien einbettet.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte: die historische Ausgangslage, die Geschichte des Bahnbaus und der Finanzierung sowie die außenpolitischen Auswirkungen und Mythenbildung.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Bagdadbahn, deutscher Imperialismus, Weltpolitik, Orient und internationale Beziehungen.
Die Deutsche Bank war der Hauptinvestor und federführend bei der Leitung des Unternehmens; sie agierte an der Schnittstelle zwischen privater Finanzwirtschaft und staatlichen politischen Interessen.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das Projekt das bereits belastete deutsch-englische Verhältnis weiter erschwerte, auch wenn kurz vor dem Ersten Weltkrieg noch diplomatische Einigungen erzielt wurden.
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