Diplomarbeit, 1999
189 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1 Erlebnispädagogik
1.1 Die Wegbereiter in der Geschichte der Erlebnispädagogik
1.1.1 Jean-Jacques Rousseau
1.1.2 David Henry Thoreau
1.1.3 Kurt Hahn und die „Erlebnistherapie“
1.1.4 Weg der Erlebnispädagogik - von 1945 bis heute
1.2 Definitionen – Grundlagen - Lernchancen
1.2.1 Begriffsklärung
1.2.2 Grundlegende Kriterien der Erlebnispädagogik
1.2.3 Ziele und Chancen des Lernens in erlebnispädagogischen Angeboten
1.3 Erklärungsmodelle zur Wirkung erlebnispädagogischen Vorgehens
1.3.1 Die Theorie der Erlernten Hilflosigkeit
1.3.2 Das metaphorische Lernen nach Bacon
1.3.3 Erlebnispädagogik aus systemtheoretischer Perspektive
1.4 Körper, Risiko und Wagnis - ihre Rolle in der Erlebnispädagogik
1.4.1 Die Rolle des Körpers
1.4.2 Die Rolle von Risiko und Wagnis
2 Zu den Eßstörungen – ein Einblick
2.1 Anorexia nervosa - Diagnosekriterien, Psychodynamik und Familiendynamik
2.2 Bulimia nervosa
2.2.1 Diagnosekriterien
2.2.2 Aspekte der Psychodynamik
2.2.3 Familiendynamische Muster
2.3 Forschungsansätze zur Bulimie
2.3.1 Psychoanalytischer Ansatz
2.3.2 Der familientherapeutische Ansatz
2.3.3 Der feministische Ansatz
2.3.4 Der kulturtheoretische Ansatz
3 Weibliche Sozialisation – ein Rundblick
3.1 Der Wandel geschlechtsspezifischer Sozialisationsforschung
3.2 Wandel der Geschlechterrollen durch gesellschaftliche Umbrüche
3.3 Sozialisationsaspekte, die Mädchen zu „Mädchen“ und „Frauen“ werden lassen
3.3.1 Familie und frühe Kindheit
3.3.2 „peer groups“
3.3.3 Mädchen in der Schule
3.4 Zur Pubertät
3.4.1 Menstruation
3.4.2 Veränderungen des Körpers
3.4.3 Die besondere Rolle der heterosexuellen Beziehung
3.4.4 Erfahrungen sexueller Gewalt
4 Resümee – Exkurs - Ergänzung
4.1 „Wie sich der Kreis zur Bulimie schließt“
4.2 Exkurs: Bewegung in der Therapie
4.3 Zur Rolle von Bewegung und Sport bei bulimischen Mädchen und Frauen
5 Ausblick: Erlebnispädagogik für Mädchen mit Eßstörungen
5.1 Die Interviews
5.1.1 Auswahl der Interviewpartnerinnen - Erkenntnisinteresse
5.1.2 Zu qualitativer Methode und Interviewstruktur
5.1.3 Vorgehen und Rahmenbedingungen
5.2 Darstellung der Praxis: das Medium Felsklettern mit bulimischen Mädchen
5.2.1 Grenzen – Innen und Außen
5.2.2 Dimensionen des Zeiterlebens
5.2.3 Wahrnehmung: Innen und Außen - Emotionen und Körper
5.2.4 Aufbau eines positiven Körperbezugs
5.2.5 Kontrolle, Selbstwirksamkeit, Selbstvertrauen
5.2.6 Naturerfahrung
5.2.7 „Urlaub von der Bulimie“
5.3 Rahmenbedingungen für erlebnispädagogische Projekte mit bulimischen Mädchen
5.3.1 Schutz besonderer Bedürfnisse bulimischer Mädchen
5.3.2 Die Rolle der Leiterin
5.3.3 Kontinuität - Zeitfaktor – Verbindlichkeit
Schlußbetrachtung
Die Arbeit untersucht das Potenzial der Erlebnispädagogik, insbesondere durch das Medium Felsklettern, als unterstützende Methode in der Sozialarbeit für Mädchen und Frauen mit Bulimia nervosa. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie durch gezielte erlebnispädagogische Angebote ein positiver Körperbezug, die Stärkung der Selbstwirksamkeit und der Abbau von Kontrollzwängen bei bulimischen Symptomen gefördert werden können.
1.2.3.1 Selbstwertgefühl und Selbstbewußtsein
In der Erlebnispädagogik werden die Teilnehmerinnen mit Situationen konfrontiert, in denen sie an ihre eigenen Grenzen kommen, sie überschreiten und erweitern können. Die Bewältigung ungewohnter und neuer Herausforderungen ermöglicht der Einzelnen, positive Gefühle wie Stolz und Freude zu erleben. Etwas geleistet zu haben, was vorher nicht vorstellbar war, steigert das Selbstwertgefühl. Beim Medium „Klettern“ kann das Selbstbild sowohl in der Rolle der Sichernden als auch in der Rolle der Kletternden positiv(er) erlebt und bewertet werden. Verantwortung für andere zu übernehmen (als Sichernde), wirkt auch stärkend auf das eigene Selbstwertgefühl. Sowohl das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten als auch Vertrauen zu anderen der Gruppe wird aufgebaut bzw. gestärkt.
Bei erlebnispädagogischen Aktivitäten bekommen die Teilnehmerinnen unmittelbare Rückmeldung über ihr Handeln z.B. beim Abseilen, ein oft mit großer Überwindung und Angst gekoppelter Moment, sich mit Hilfe eines Abseilachters, womöglich über eine Felskante hinaus, selbständig am Seil in die Tiefe abzulassen. Ein weiterer Aspekt, der letztlich auch auf das Selbstwertgefühl zurückwirkt, liegt in dem FLOW-Erleben, das in Situationen mit hoher Herausforderung entstehen kann.
1 Erlebnispädagogik: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung der Erlebnispädagogik und definiert deren grundlegende Kriterien, Ziele und Erklärungsmodelle zur Wirkung auf die Persönlichkeitsentwicklung.
2 Zu den Eßstörungen – ein Einblick: Hier werden die klinischen Merkmale sowie die psychoanalytischen und systemischen Aspekte von Anorexia und Bulimia nervosa sowie Forschungsansätze dazu dargestellt.
3 Weibliche Sozialisation – ein Rundblick: Dieses Kapitel analysiert die komplexen Bedingungen weiblicher Sozialisation, inklusive Rollenkonflikten, Pubertät und der Auswirkung von Gewalt auf die Selbstwahrnehmung.
4 Resümee – Exkurs - Ergänzung: Diese Zusammenführung beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Sozialisation und Essstörungen und erörtert die zentrale Rolle von Bewegung in therapeutischen Kontexten.
5 Ausblick: Erlebnispädagogik für Mädchen mit Eßstörungen: Das abschließende Kapitel überträgt die gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis und analysiert anhand von Interviews, wie Felsklettern Mädchen mit Essstörungen stärken kann.
Erlebnispädagogik, Bulimie, Eßstörungen, Felsklettern, Sozialarbeit, weibliche Sozialisation, Selbstwirksamkeit, Körperwahrnehmung, Identität, Körperbild, Gruppendynamik, Flow-Erleben, Adoleszenz, Psychodynamik, systemische Ansätze.
Die Diplomarbeit untersucht, inwiefern erlebnispädagogische Methoden, speziell Klettern, Mädchen und Frauen mit Bulimie bei ihrer Genesung unterstützen und stärken können.
Die Arbeit verknüpft die Bereiche Erlebnispädagogik, klinische Aspekte von Essstörungen (insbesondere Bulimie) und die soziologische Betrachtung weiblicher Sozialisation.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie durch körperorientierte und gruppendynamische Aktivitäten in der Natur alternative Problemlösungsstrategien erlernt und das Selbstvertrauen der betroffenen Frauen gestärkt werden kann.
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Fundierung (Psychologie, Systemtheorie) sowie auf eine qualitative Forschungsmethode, die leitfadengestützte Interviews mit betroffenen Mädchen und Erlebnispädagoginnen umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der erlebnispädagogischen Wirkung, die Erläuterung der psychodynamischen Hintergründe von Essstörungen und eine umfassende Analyse der weiblichen Sozialisation.
Kernbegriffe sind Erlebnispädagogik, Bulimia nervosa, Selbstwirksamkeit, Körperbild, Sozialisation und weibliche Identitätsfindung.
Klettern dient als Medium, um das Gefühl für den eigenen Körper ("Körperbezug") zu verbessern, Selbstwirksamkeit durch bewältigte Herausforderungen zu erfahren und durch die Gruppendynamik alternative soziale Interaktionsmuster zu erlernen, die dem bulimischen Kontrollzwang entgegenwirken.
Die Natur dient als "Heiliger Ort" und Raum für Grenzerfahrungen; sie ermöglicht den Mädchen, ihre Wahrnehmung für sich selbst und ihre Umgebung in einem geschützten Rahmen zu erweitern, der losgelöst vom Leistungsdruck des Alltags ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

