Magisterarbeit, 2005
86 Seiten, Note: 2,7
Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik
1. Fragestellung
2. Forschungsstand
3. Das Jahr 1932
3.1. Das zweite Kabinett Brüning
3.2. Brünings Sturz
3.3. Das Kabinett der Barone
3.4. Papen geht, Schleicher kommt
3.5. Weimars Ende
4. Der Aufstieg der NSDAP in Mecklenburg
4.1. Entstehung und Ausbreitung der NSDAP bis 1924
4.2. Etablierung der Partei in Mecklenburg ab 1925
4.2.1. Friedrich Hildebrandt
4.2.2. Die ersten Ortsgruppen
4.2.3. Der Erfolg bleibt aus
4.2.4. Tolerierung der Einheitsliste – die NSDAP im Landtag
4.2.5. Kurskorrektur
4.2.6. Massenzustrom
4.2.7. Die NSDAP und die Eliten
5. Der 5. Juni 1932
5.1. Der Siebente Ordentliche Mecklenburg-Schwerinsche Landtag
5.1.1. Die erste Sitzung, 13. Juli 1932
5.1.2. Die zweite Sitzung, 14. Juli 1932
5.1.3. Die dritte Sitzung, 9. August 1932
5.1.4. Die vierte Sitzung, 8. November 1932
5.1.5. Die fünfte Sitzung, 9. November 1932
5.1.6. Die sechste Sitzung, 1. Dezember 1932
5.1.7. Die siebente Sitzung, 2. Dezember 1932
6. Terror auf den Straßen
6.1. Die Entstehung der SA in Mecklenburg
6.2. Bürgerkriegsähnliche Zustände
6.3. Die Presseberichterstattung der Mecklenburgischen Volkszeitung und des Niederdeutschen Beobachters zum Straßenterror unter besonderer Berücksichtigung der Ereignisse in Hagenow
7. Zusammenfassung
Die Arbeit analysiert den Aufstieg der NSDAP in Mecklenburg-Schwerin mit besonderem Fokus auf das Jahr 1932, um zu ergründen, warum die etablierten Parteien dort so frühzeitig versagten und der Nationalsozialismus früher als auf Reichsebene zum Erfolg gelangte.
4.2.4. Tolerierung der Einheitsliste – die NSDAP im Landtag
Im Zuge der Landwirtschaftskrise von 1927/1928 ergab sich jedoch für die NSDAP in Mecklenburg eine neue und für sie günstige Situation. Die parlamentarische Arbeit der Regierungspartei SPD wurde angesichts des Aufstiegs der radikalen Parteien stark erschwert. Die NSDAP und deren Gauleiter widmeten sich nun wieder vordergründig der Aufgabe, Landarbeiter für nationalsozialistische Interessen zu werben. Dabei wurde agitatorisch sehr geschickt vorgegangen, indem bewusst antikapitalistische Parolen eingesetzt wurden. Man wandte sich von den Großgrundbesitzern und ländlichen Eliten zugunsten der Landarbeiter ab. Besondere Authentizität bekam diese Propaganda durch den Landarbeiter Hildebrandt als Gauleiter. Sozialistische Programmpunkte wurden in Mecklenburg aufgrund des eklatanten Gefälles innerhalb der Landwirtschaft und der erdrückenden Dominanz der Gutsbesitzer besonders hervorgehoben. Der Gauleiter in Mecklenburg stand „als Garant dafür, dass die NSDAP die Anliegen der Landarbeiter kannte, sich für sie engagierte und sprachlich und emotional ihren Nerv traf“. Hildebrandt warb um die Landarbeiter, indem er ihr Selbstbewusstsein stärkte und ihnen einen gleichberechtigten Platz in der ländlichen Gesellschaft in Aussicht stellte.
Durch die zunehmende Verelendung der Bevölkerung infolge der Agrarkrise Ende der 20er Jahre sahen nicht nur die Nationalsozialisten ihre Chance gekommen, um politische Veränderungen herbeizuführen. Auch die Großgrundbesitzer drängten darauf, die Koalition aus SPD und DDP, die seit 1927 zunehmend unter Druck geraten war, abzulösen. Die Wirtschaft dominierend und antiparlamentarisch eingestellt, verfügten die Großgrundbesitzer, allen voran die Herrengesellschaft unter Wilhelm von Oertzen, über den nötigen politischen und psychologischen Einfluss, ihre Landarbeiter für nationale Parteien zu gewinnen. „Die auch öffentlich gezeigte Sympathie oder direkte Unterstützung, die rechte antirepublikanische Bewegungen in Mecklenburg erfuhren, und die offene Ablehnung der Weimarer Demokratie begünstigte letztlich vor allem die Ausbreitung der NSDAP als Wählerpartei“.
1. Fragestellung: Einführung in die regionale Ausrichtung der Untersuchung und Darlegung der zentralen Forschungsfrage zum Erfolg der NSDAP in Mecklenburg-Schwerin.
2. Forschungsstand: Überblick über die bestehende wissenschaftliche Literatur und Quellenlage zum Nationalsozialismus und zum Untergang der Weimarer Republik auf regionaler und reichsweiter Ebene.
3. Das Jahr 1932: Darstellung der politischen Ereignisse auf Reichsebene, insbesondere der Präsidialkabinette und der Strategien der verschiedenen Regierungen gegenüber der NSDAP.
4. Der Aufstieg der NSDAP in Mecklenburg: Analyse der Entstehungsgeschichte der Partei in der Region, der Etablierung durch Friedrich Hildebrandt und des Wachstums durch den Massenzustrom.
5. Der 5. Juni 1932: Untersuchung der Landtagswahl und der darauffolgenden Sitzungen des neu gewählten Landtags unter der Führung der Nationalsozialisten.
6. Terror auf den Straßen: Beschreibung der Entstehung der SA und der Eskalation bürgerkriegsähnlicher Zustände in Mecklenburg, illustriert an den Ereignissen in Hagenow.
7. Zusammenfassung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und abschließende Bewertung der Faktoren, die zum Scheitern der demokratischen Parteien in Mecklenburg führten.
NSDAP, Mecklenburg-Schwerin, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Friedrich Hildebrandt, 1932, Landtagswahl, Präsidialkabinett, SA, Terror, Weltwirtschaftskrise, Agrarkrise, politische Radikalisierung, Landarbeiter, Machtübernahme.
Die Arbeit untersucht den Aufstieg und die Machtübernahme der NSDAP in der Region Mecklenburg-Schwerin unter besonderer Berücksichtigung des Jahres 1932.
Zu den Schwerpunkten zählen die politische Entwicklung der späten Weimarer Republik, die regionale Parteigeschichte der NSDAP, die Bedeutung von Wahlereignissen und das Agieren von SA und politischen Eliten in Mecklenburg.
Die Arbeit geht der Frage nach, warum die politischen Parteien in Mecklenburg-Schwerin so frühzeitig versagten und der NSDAP auf diese Weise einen schnellen Erfolg ermöglichten, der teilweise dem auf Reichsebene vorausging.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Standardwerken, regionaler Forschungsliteratur, zeitgenössischen Presseorganen und Landtagsprotokollen basiert.
Der Hauptteil behandelt die politischen Ereignisse der Präsidialkabinette auf Reichsebene, die Geschichte der NSDAP in Mecklenburg, die Landtagswahl von 1932 sowie die Zunahme politischer Gewalt auf den Straßen.
Kernbegriffe sind NSDAP, Mecklenburg-Schwerin, Weimarer Republik, Friedrich Hildebrandt, 1932, Landtagswahl, SA, Terror und Agrarkrise.
Hildebrandt, ein ehemaliger Landarbeiter, fungierte als Gauleiter und war aufgrund seiner sozialen Herkunft besonders dazu in der Lage, Landarbeiter für die nationalsozialistische Propaganda zu gewinnen, was entscheidend zur Verwurzelung der Partei beitrug.
An diesem Datum fand die Landtagswahl statt, bei der die NSDAP die absolute Mehrheit erreichte und infolgedessen allein die Regierung in Mecklenburg-Schwerin bildete.
Die sozialdemokratische "Mecklenburgische Volkszeitung" und der nationalsozialistische "Niederdeutsche Beobachter" berichteten extrem unterschiedlich über die Ereignisse, wobei sie die Vorkommnisse jeweils für ihre eigene politische Propaganda instrumentalisierten.
Der "Preußenschlag" am 20. Juli 1932 markierte die Absetzung der demokratischen Regierung in Preußen durch das Kabinett Papen und gilt als wesentlicher Wendepunkt im Prozess der Machtverschiebung von der Demokratie zur Diktatur.
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