Diplomarbeit, 2007
113 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Der Begriff der nachhaltigen Entwicklung und ihre Bedeutung für die Unternehmen
2.1 Vorbemerkungen: Nachhaltige Entwicklung und Unternehmensführung
2.2 Berichterstattung: ein Instrument zur Umsetzung der betrieblichen Nachhaltigkeit
3 Nachhaltigkeitsberichterstattung
3.1 Vorbemerkungen
3.2 Gründe und Hauptmotive der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen
3.3 Zielgruppen – Anspruchsgruppen (Stakeholder)
3.3.1 Erwartungen der Stakeholder und Ausgestaltung der Unternehmenskommunikation
3.3.2 Zwischenfazit
3.4 Ziele und Nutzen der Nachhaltigkeitsberichterstattung
4 Gestaltung der Nachhaltigkeitsberichte – Richtlinien/Standards/Indizes
4.1 Grundsätze der Nachhaltigkeitsberichte
4.2 Institutionen der Richtlinien von Nachhaltigkeitsberichten
4.2.1 Normen und Standards zur Prüfung der Nachhaltigkeitsberichte
4.2.2 Nachhaltigkeitsindizes
4.3 Global-Reporting-Initiative-(GRI-)Richtlinien/Global Compact
4.3.1 Anwendung der GRI-Richtlinien
4.3.2 GRI-Anforderungen an Nachhaltigkeitsberichte
4.3.3 Neuer GRI-Leitfaden (G3-Guidelines)
4.4 Leitfaden-Anforderungen an Nachhaltigkeitsberichte von IÖW/imug und IFEU
4.5 Sicherung der Glaubwürdigkeit/externe Prüfung
4.5.1 Bewertungsmethode des Nachhaltigkeitsrankings von IÖW/future
4.5.2 Schwäche oder Fehlerquellen der Nachhaltigkeitsberichte
5 Fallbeispiele der chemischen Industrie
5.1 Kurzbeschreibung der deutschen chemischen Industrie
5.2 BASF AG: Zukunft gestalten; Unternehmensbericht 2005
5.2.1 Unternehmenspolitik und ihre Umsetzungsstrategien
5.2.2 Nachhaltigkeitsstrategien im Unternehmen
5.2.3 Nachhaltigkeitsindikatoren und externe Bewertung
5.3 Henkel: Nachhaltigkeitsbericht 2005
5.3.1 Die Unternehmenspolitik des Unternehmens (Ziele ,Werte und Vision)
5.3.2 Umsetzungsstrategien der Unternehmenspolitik
5.3.3 Nachhaltigkeitsstrategien im Unternehmen
5.3.4 Nachhaltigkeitsindikatoren und externe Bewertung
5.4 Merck KGaA: „Verantwortung für Mitarbeiter, Umwelt und Gesellschaft“
5.4.1 Unternehmenspolitik und Umsetzungsstrategien des Unternehmens
5.4.2 Nachhaltigkeitsstrategien im Unternehmen
5.4.3 Nachhaltigkeitsindikatoren und externe Bewertung
5.5 Nachhaltigkeitsberichte der Unternehmen im Vergleich
6 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht den aktuellen Status der Nachhaltigkeitsberichterstattung in der deutschen chemischen Industrie. Das primäre Ziel ist es, die Bedeutung nachhaltiger Unternehmensentwicklung aufzuzeigen, Motive und Nutzen der Berichterstattung zu analysieren sowie etablierte Leitlinien und Standards vorzustellen, um daraus Handlungsempfehlungen für Unternehmen abzuleiten.
3.1 Vorbemerkungen
„We define sustainable development reports as public reports by companies to provide internal and external stakeholders with a picture of corporate position and activities on economic, enviromental and social dimensions. In short, such reports attempt to describe the company’s constribution toward sustainable development.“30
Der Nachhaltigkeitsbericht, ein von Unternehmensseite wesentliches Instrument der Nachhaltigkeitskommunikation, wird häufig unter den Bezeichnungen wie „Triple-Bottom-Line-Report“ oder „Corporate Social Responsibility Report“ (CSR) veröffentlicht. Der inhaltliche Anspruch und die Komplexität dieses Berichts, wie schon in Kapitel 2 grob erwähnt, basieren auf bisherigen Berichtsformen. Zusätzlich zu diesen fokussiert er nicht einseitig auf isolierte Aspekte der unternehmerischen Leistung, sondern auf die Darstellung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte der betrieblichen Tätigkeit und verfolgt die Analyse der dazwischen bestehenden Wirkungszusammenhänge, Synergien und Zielkonflikte.31 Die „Tripple-Bottom-Line“-Reports präsentieren Umwelt-, Sozial- und Wirtschaftsaspekte meist in eigenen Kapiteln. Das bedeutet aber nicht, dass es keine integrierte Betrachtung gibt. Wenn im Wirtschaftsteil Produktlebenszyklen dargestellt werden, werden Umwelt und Ökonomie gemeinsam betrachtet und auch wenn im Sozialkapitel die Auswirkungen aus Verkehr, Beschäftigung oder Betriebsschließungen beschrieben werden, sind wiederum alle drei Säulen der Nachhaltigkeit vereint.32
Der Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung Dr. Volker Hauff sagte in seiner Rede aus Anlass der Präsentation zum Ranking von Nachhaltigkeitsberichten 2005 durch IÖW und future e.V: „Nachhaltigkeitsberichte leisten eine wichtige Voraussetzung für den Dialog der Unternehmen mit der Gesellschaft. Nur die ehrliche, lückenlose und glaubwürdige Berichterstattung über die Aktivitäten wird vom Verbraucher mit Vertrauen honoriert.“33 Er betonte auch, dass Glaubwürdigkeit Transparenz braucht und Grundlage für Transparenz eine glaubwürdige Berichterstattung und die offene Kommunikation zwischen Unternehmen und Stakeholdern sind.
1 Einleitung: Stellt den historischen Kontext der Nachhaltigkeitsdebatte dar und formuliert das Ziel der Arbeit, den Status der Nachhaltigkeitsberichterstattung zu analysieren.
2 Der Begriff der nachhaltigen Entwicklung und ihre Bedeutung für die Unternehmen: Definiert den Begriff der nachhaltigen Entwicklung und verdeutlicht die Relevanz für eine moderne Unternehmensführung.
3 Nachhaltigkeitsberichterstattung: Erläutert die Grundlagen, Motive und Zielgruppen dieses zentralen Kommunikationsinstruments für Unternehmen.
4 Gestaltung der Nachhaltigkeitsberichte – Richtlinien/Standards/Indizes: Gibt einen detaillierten Überblick über internationale Standards wie GRI und regionale Leitfäden sowie Methoden zur Prüfung der Glaubwürdigkeit.
5 Fallbeispiele der chemischen Industrie: Analysiert die Nachhaltigkeitsberichte von BASF, Henkel und Merck als konkrete Beispiele für die Umsetzung in einer öffentlichkeitssensiblen Branche.
6 Zusammenfassung: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet den Stand der Nachhaltigkeitsberichterstattung in Deutschland.
Nachhaltigkeitsberichterstattung, Unternehmensführung, Nachhaltige Entwicklung, Stakeholder-Dialog, Global Reporting Initiative (GRI), Triple-Bottom-Line, CSR, Chemieindustrie, Nachhaltigkeitsmanagement, Transparenz, Glaubwürdigkeit, Unternehmensreputation, Umweltberichterstattung, Sozialindikatoren, Risikomanagement
Die Arbeit befasst sich mit der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der chemischen Industrie liegt.
Die zentralen Felder umfassen die Definition nachhaltiger Entwicklung, die verschiedenen Motive zur Erstellung von Berichten, die Rolle der Stakeholder sowie die Analyse und Anwendung internationaler Richtlinien wie GRI.
Ziel ist es, den aktuellen Status der Nachhaltigkeitsberichterstattung darzustellen, den Nutzen für Unternehmen zu beleuchten und anhand von Praxisbeispielen zu zeigen, wie Unternehmen dieses Instrument zur Stärkung ihrer Glaubwürdigkeit und Reputation einsetzen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu Standards und Richtlinien sowie einer empirisch orientierten Fallstudienanalyse von drei großen Chemiekonzernen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Begriffserklärungen, Motive), die Darstellung der Gestaltungsmöglichkeiten (Standards, Indizes) und die detaillierte Analyse der Berichterstattung von BASF, Henkel und Merck.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Nachhaltigkeitsberichterstattung, Stakeholder-Dialog, GRI-Richtlinien, Corporate Social Responsibility (CSR) und Reputationsmanagement.
Die chemische Industrie ist aufgrund ihrer hohen Umweltauswirkungen und der damit verbundenen hohen Erwartungen der Öffentlichkeit eine der „öffentlichkeitssensibelsten“ Branchen, die stark auf Transparenz und Vertrauen angewiesen ist.
Kritisiert wird unter anderem die mangelnde Vergleichbarkeit der Berichte, die teilweise unzureichende Dokumentation von Misserfolgen und die oft nur oberflächliche Behandlung ökonomischer oder gesellschaftlicher Aspekte zugunsten ökologischer Daten.
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