Bachelorarbeit, 2007
85 Seiten, Note: 1,0
1 Einführung
1.1Motivation
1.2 Gliederung
2 Semantisches Web
2.1 Wissensrepräsentation
2.2 Formalisierung des Wissens
3 semantic web Standards
3.1 XML
3.2 RDF+RDFS
3.3 SPARQL
3.4 Ontologiesprachen
4 description logics
4.1 Basiselemente von DL's
4.2 Wissensrepräsentation in DL
4.3 reasoning in DL-Systemen
5 OWL
6 räumlich-geographisches Wissen
6.1 Repräsentation räumlich-geographisches Wissen
6.1.1 Repräsentation zeitlich-räumlicher Phänomene
6.1.2 Kategorisierung räumlichen Wissens
Typologie des Raumes
Räumliches Wissen
Räumliche Relationen
Räumlich-geographische Modelle
6.1.3 Datenmodelle: SDTS und GDF
7 Räumliches Schließen
7.1 qualitatives räumliches Schließen
7.2 Ansätze für qualitatives räumliches Schließen
7.2.1 Topologie
7.2.2 Orientierung
7.2.3 Distanz
8 Der Region Connection Calculus
8.1 RCC-8
9 Transformation von RCC-8 in OWL
9.1 RCC-8 und DL
9.2 OWL1.1
9.3 RCC-8 und OWL-DL/OWL 1.1
10 vorhandene Schnittstellen und tools
10.1 Jena
10.1.1 Architektur
10.2 Pellet
10.2.1 features
10.2.2 Architektur
10.3 Protégé
11 TranSTopOWL
11.1 Anforderungsbeschreibung
11.2 Umsetzung
11.2.1 RCCModel
11.2.2 OntReasoner
11.2.3 SPARQL
11.3 Auswertung
11.4 Bedienungsanleitung
11.4.1Installation
11.4.2 Übersicht
Hinzufügen von RCC8-Relationen
Reasoner
Verlassen und Speichern
SPARQL
12 Fazit und Ausblick
13 verwandte Arbeiten
Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung einer Experimentierplattform zur Transformation und zum automatischen Schließen über topologischen Relationen gemäß des RCC-8-Kalküls innerhalb der Web-Ontologie-Sprache OWL-DL. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie räumliches Wissen qualitativer Natur, das für menschliches Denken essenziell ist, formal in das semantische Web integriert werden kann, um von Inferenzmaschinen automatisiert verarbeitet zu werden.
1.1 Motivation
Die Repräsentation und das Erschließen räumlich-geographischen Wissens stellen einen der wichtigsten Aspekte "vernünftigen", der menschlichen Logik nahen, Schließens dar.
Diese besondere Stellung räumlicher Zusammenhänge ergibt sich aus der Bedeutung, die Raum (und Zeit) im und für das menschliche Denken besitzen. Das menschliche Leben findet in Raum und Zeit statt. Jedes physische Objekt befindet sich irgendwo in Raum und Zeit, besitzt Ort, Form, Größe...[56]
Der Mensch operiert ständig und wie selbstverständlich mit räumlichem Wissen: Ein Auto, das in einen Tunnel fährt, befindet sich eine Zeitlang im Tunnel und kann mit großer Sicherheit am anderen Ende erwartet werden. Die nächste Bushaltestelle ist hier rechts lang kurz nach dem Bäcker. Gib mir die Vase, die auf dem Tisch steht! Ich möchte, daß du bei den Sechs Kiefern nachforschst und dich dann bis zu Eules Haus vorarbeitest...Dann treffe ich dich also in etwa einer Stunde bei Eule...
Ständig wird räumliches Wissen angewandt, modifiziert, kommuniziert, dient als Basis für das Erschließen unbekannter Fakten.
Man kann also davon ausgehen, das jedes System, welches intelligentes Verhalten nachbilden oder simulieren soll, über Möglichkeiten verfügen muß, räumliche Fakten, Relationen, Gegebenheiten wahrzunehmen, zu repräsentieren, darüber Schlüsse zu ziehen und zu kommunizieren.
1 Einführung: Einleitende Darstellung der Bedeutung von räumlichem Wissen und die Motivation zur Integration in das semantische Web.
2 Semantisches Web: Grundlagen der Wissensrepräsentation und der Formalisierung von Daten mittels Ontologien.
3 semantic web Standards: Übersicht über die maßgeblichen Standards wie XML, RDF, RDFS und SPARQL für das semantische Web.
4 description logics: Einführung in die Beschreibungslogiken als formale Grundlage für modellbasierte Wissensrepräsentation und Schlussfolgerungen.
5 OWL: Vorstellung der Web-Ontologie-Sprache OWL und ihrer verschiedenen Dialekte zur Strukturierung von Wissen.
6 räumlich-geographisches Wissen: Diskussion der Repräsentation und Kategorisierung von räumlichem Wissen sowie gängiger Datenmodelle wie SDTS und GDF.
7 Räumliches Schließen: Überblick über Ansätze zum automatischen Schließen über räumliche Informationen, inklusive Topologie, Orientierung und Distanz.
8 Der Region Connection Calculus: Detaillierte Darstellung des RCC-8-Kalküls zur formalen Behandlung topologischer Beziehungen.
9 Transformation von RCC-8 in OWL: Theoretische Untersuchung, wie topologische Relationen in die Logik von OWL-DL überführt werden können.
10 vorhandene Schnittstellen und tools: Vorstellung der technischen Werkzeuge Jena, Pellet und Protégé zur Implementierung und Nutzung von Ontologien.
11 TranSTopOWL: Dokumentation der erstellten Experimentierplattform, ihrer Funktionalität und Bedienung für die Transformation und das Schließen über räumliche Relationen.
12 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Arbeit und Ausblick auf zukünftige Erweiterungen und Anwendungsszenarien.
Semantisches Web, Wissensrepräsentation, Ontologien, OWL-DL, RCC-8, Räumliches Schließen, Topologische Relationen, Inferenzmaschinen, Reasoning, Jena, Pellet, TranSTopOWL, Geo-Information, Constraint Satisfaction Problem, Wissensmanagement
Die Arbeit befasst sich mit der Repräsentation von qualitativem räumlichen Wissen innerhalb des semantischen Webs und der Entwicklung eines Werkzeugs zur automatisierten Verarbeitung dieser Informationen.
Im Zentrum stehen die Methoden der Wissensrepräsentation, speziell OWL-DL, und die Anwendung topologischer Berechnungen mittels des Region Connection Calculus (RCC-8).
Das Ziel ist die Erstellung einer Experimentierplattform namens TranSTopOWL, die es ermöglicht, topologische Beziehungen zwischen Regionen in OWL-DL zu transformieren und mittels Inferenzmaschinen (Reasonern) logische Schlüsse daraus zu ziehen.
Die Arbeit stützt sich auf einen logikbasierten Ansatz unter Verwendung von Beschreibungslogiken und Tableaux-Algorithmen, um die Konsistenz und logische Herleitbarkeit räumlicher Relationen zu garantieren.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Ontologie-Sprachen, eine detaillierte Einführung in den RCC-8-Kalkül, die Analyse der Transformation von topologischen in beschreibungslogische Axiome sowie die praktische Implementierung eines Java-basierten Prototyps.
Wichtige Begriffe sind Semantisches Web, RCC-8, OWL-DL, Räumliches Schließen, Jena, Pellet und Ontologien.
RCC-8 dient als zugrunde liegendes formales System, dessen acht Basisrelationen mittels TranSTopOWL in OWL-DL-Konzepte übersetzt werden, um die topologischen Eigenschaften der Regionen für den Reasoner verarbeitbar zu machen.
OWL-DL bietet die notwendige Ausdrucksstärke zur formalen Modellierung bei gleichzeitiger Wahrung der Entscheidbarkeit für automatische Inferenzprozesse, was bei OWL Full nicht gewährleistet wäre.
Für die Entwicklung der Plattform TranSTopOWL werden das Java-Framework Jena zur Manipulation von Ontologien und die Inferenzmaschine Pellet für das reasoning genutzt.
Tests haben gezeigt, dass die Plattform die gewünschten logischen Ergebnisse liefert, jedoch bei großen Datensätzen auf Speicherengpässe (Java Heap Space) stoßen kann, was eine sorgfältige Konfiguration der Java Virtual Machine erfordert.
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