Bachelorarbeit, 2000
39 Seiten, Note: 2,0
1. Ist B. Traven der Literaturwissenschaft unwürdig?
2. Notwendige Vorbemerkungen
2.1. Die verschiedenen Textversionen
2.2. Begriffserläuterungen
3. Der Ich-Erzähler Gales. Überlegungen zu Erzähltechnik, Sprache und Bauform
4. Wirklichkeit und Fiktion: Geographische Angaben in der Erzählung
5. Der Busch und die Zeit
6. Antagonismen
6.1 Individuum versus Kollektiv
6.2 Die Bedeutung der irdischen Reichtümer
6.3 Lektüre versus orale Tradition
7. Gales' wechselnde Identität: die vier Träume
8. Doktor Wilshead: Von "hogs" und "dogs"
9. Die Botschaft des Panukesen: Lebendige Kultur und tote Zivilisation
10. Nachtbesuch im Busch in Travens Gesamtwerk
11. Zivilisationskritische Thesen als Literatur?
Bibliographie
Die vorliegende Arbeit untersucht an B. Travens Erzählung Nachtbesuch im Busch, wie der Autor die europäische bzw. US-amerikanische Zivilisation der indianisch-mexikanischen Kultur gegenüberstellt. Dabei wird der Fokus auf erzählerische, sprachliche und inhaltliche Eigenheiten gelegt, um den Antagonismus zwischen diesen beiden Welten sowie die zivilisationskritische Stoßrichtung des Werkes herauszuarbeiten.
3. Der Ich-Erzähler Gales. Überlegungen zu Erzähltechnik, Sprache und Bauform
Die Figur des Gales durchzieht das frühe Werk Travens als immer wiederkehrende Erscheinung. Mal trifft man ihn als staatenlosen Seemann (Das Totenschiff), mal als herumreisenden Gelegenheitsarbeiter (Die Baumwollpflücker), als Krokodiljäger (Die Brücke im Dschungel) oder als selbstgenügsamen Landwirt unter Indianern (Erzählungen), wobei der Autor seinen Lesern niemals Aufschluss darüber gibt, wie Gales von einer Lebenslage in die andere geraten ist. Durchgehend erscheint er als eine Art Vagabund, der entweder ganz mittellos ist, oder aber –wenn er sich vorübergehend der Landwirtschaft widmet– ein materiell dermaßen anspruchsloses Leben führt, dass er darin den benachbarten Indianern um nichts nachsteht. Tatsächlich kann aber eine vollständige Identität dieser Gales-Figuren in Zweifel gezogen werden. So tritt er z.B. in Die Brücke im Dschungel als rationalistischer Skeptiker auf, während er in Nachtbesuch im Busch –wie noch zu zeigen ist– eine andere Haltung an den Tag legt, was mich vermuten lässt, dass die Charakterisierung der Figur ihrer Funktion innerhalb des jeweiligen Werkes angepasst ist. Aus diesem Grund möchte ich mich in den folgenden Ausführungen auch ausschließlich auf den Gales der hier behandelten Erzählung beschränken.
1. Ist B. Traven der Literaturwissenschaft unwürdig?: Erörterung der Gründe für die wissenschaftliche Marginalisierung Travens trotz seiner enormen weltweiten Verbreitung.
2. Notwendige Vorbemerkungen: Klärung der textlichen Grundlagen, der verschiedenen Versionen der Erzählung und Definition der verwendeten Begrifflichkeiten.
3. Der Ich-Erzähler Gales. Überlegungen zu Erzähltechnik, Sprache und Bauform: Analyse der Erzählperspektive und der sprachlichen Mittel, die zur Vermittlung der Weltsicht des Protagonisten dienen.
4. Wirklichkeit und Fiktion: Geographische Angaben in der Erzählung: Untersuchung des Spannungsverhältnisses zwischen dem dokumentarischen Anspruch Travens und der tatsächlich fiktionalen Ausgestaltung des Settings.
5. Der Busch und die Zeit: Analyse der zeitlichen Struktur und der Wirkung der zeitlosen Atmosphäre des Busches auf das Bewusstsein der Figuren.
6. Antagonismen: Dreiteilige Untersuchung der Gegensätze zwischen Moderne und indianischer Tradition hinsichtlich Individuum, Reichtum und Wissensvermittlung.
7. Gales' wechselnde Identität: die vier Träume: Deutung der Traumsequenzen als Prozess der fortschreitenden Identifikation Gales mit der indianischen Kultur und Geschichte.
8. Doktor Wilshead: Von "hogs" und "dogs": Interpretation der symbolischen Bedeutung der "Schweine" bzw. "Hunde" als Allegorie für den zerstörerischen Einfluss der Kolonialmächte.
9. Die Botschaft des Panukesen: Lebendige Kultur und tote Zivilisation: Zusammenfassung der zivilisationskritischen Kernbotschaft des Werkes über die Überlegenheit der indianischen Liebeskultur.
10. Nachtbesuch im Busch in Travens Gesamtwerk: Einordnung der Erzählung in die Thematik und Entwicklung von Travens früher Schaffensperiode.
11. Zivilisationskritische Thesen als Literatur?: Abschließende literaturtheoretische Reflexion über die Qualität und Funktion von Travens engagierter Literatur.
B. Traven, Nachtbesuch im Busch, Zivilisationskritik, indianische Kultur, Literaturwissenschaft, Ich-Erzähler, Antagonismus, Postkolonialismus, Literaturtheorie, mexikanische Geschichte, Identifikation, Symbolik, Kolonisation, engagierte Literatur, literarische Qualität.
Die Arbeit analysiert die Erzählung Nachtbesuch im Busch von B. Traven unter dem Aspekt der literarischen Zivilisationskritik und untersucht die Konfrontation zwischen westlicher Zivilisation und indianischer Kultur.
Zentrale Themen sind die Erzähltechnik, die Darstellung von Zeit und Raum, das Verhältnis zwischen Individuum und Kollektiv, die symbolische Bedeutung von materiellem Reichtum sowie der Kontrast zwischen Lektüre und mündlicher Tradition.
Das Ziel ist es, den Antagonismus zwischen europäisch-westlicher Zivilisation und der indianisch-mexikanischen Kultur anhand des Primärtextes herauszuarbeiten und zu prüfen, inwieweit erzählerische Mittel und sprachliche Eigenheiten diese zivilisationskritische Position stützen.
Die Arbeit folgt einer hermeneutischen Annäherung an den Primärtext, ergänzt durch den Einbezug werktranszendenter Aspekte, wie anthropologischer Daten und Vergleiche mit anderen Werken Travens.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zur Rolle des Ich-Erzählers Gales, die symbolische Gestaltung der Zeit und Geographie im "Busch", die ideologische Gegenüberstellung von "Indianern" und "Weißen" (Antagonismen) sowie die Interpretation der Träume Gales als Identifikationsprozess.
Die wichtigsten Begriffe sind: B. Traven, Zivilisationskritik, indianische Kultur, Literaturwissenschaft, Kolonisation, Identifikation und Symbolik.
Gales dient als Mittlerfigur, durch deren Augen der westlich geprägte Leser an eine andere Realität herangeführt wird. Sein Identifikationsprozess mit der indianischen Welt macht ihn zur zentralen Instanz, über die der Zusammenprall der Kulturen verhandelt wird.
Die Tiere fungieren als Allegorie für das zerstörerische Eindringen der Fremden bzw. der modernen Zivilisation. Während der Ich-Erzähler Gales "Schweine" wahrnimmt, sieht der bereits entfremdete Doktor "Hunde", was den unterschiedlichen Grad ihrer Identifikation mit der indianischen Mythologie verdeutlicht.
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