Diplomarbeit, 1987
106 Seiten, Note: 2,0
EINLEITUNG
1. ZUM BEGRIFF DER INTEGRATION
1.1. Definitionen und Auffassungen
1.2. Zielvorstellungen
1.3. Argumente für und gegen Integration
2. MÖGLICHKEITEN UND FORMEN VON INTEGRATION IM VORSCHULBEREICH
2.1. Integrative Modelle
2.1.1. Argumente für und gegen integrative Erziehung
2.2. Kombinierte Modelle
2.3. Aufnahme behinderter Kinder in Regeleinrichtungen
2.3.1. Argumente für und gegen die Aufnahme behinderter Kinder in Regeleinrichtungen
2.4. Aufnahme nichtbehinderter Kinder in Sondereinrichtungen
2.5. Zusammenfassung
3. NOTWENDIGE UND WÜNSCHENSWERTE RAHMENBEDINGUNGEN ZUR REALISIERUNG INTEGRATIVER ERZIEHUNG
3.1. Gruppengröße und -zusammensetzung
3.2. Personelle Ausstattung
3.3. Innere Bereitschaft und Engagement der Erzieher
3.4. Vorbereitung der nichtbehinderten Kinder
3.5. Zusammenarbeit mit den Eltern
3.6. Fortbildung, Beratung und Supervision
3.7. Therapeutische Versorgung in integrativen Gruppen
3.8. Weitere wünschenswerte Rahmenbedingungen
4. INTERAKTIONEN UND VERHALTENSWEISEN BEHINDERTER UND NICHTBEHINDERTER KINDER
4.1. Erfahrungen und Beobachtungen in integrativen Gruppen
4.2. Eine empirische Untersuchung zum Interaktionsverhalten
4.3. Zusammenfassung und Auswertung
4.3.1. Allgemeines Kontaktverhalten
4.3.2. Spielverhalten
4.3.3. Sozial- und Konfliktverhalten
4.3.4. Pädagogische Konsequenzen
5. DIE BEDEUTUNG INTEGRATIVER ERZIEHUNG FÜR DIE ENTWICKLUNG BEHINDERTER UND NICHTBEHINDERTER KINDER
5.1. Erfahrungen und Beobachtungen in integrativen Gruppen
5.2. Zusammenfassung und Auswertung
5.2.1. Sozial-emotionale Entwicklung
5.2.2. Kognitive Entwicklung
6. PROBLEME IN INTEGRATIVEN GRUPPEN
6.1. Erfahrungen und Beobachtungen in verschiedenen Gruppen
6.2. Zusammenfassung und Auswertung
6.2.1. Durch das Verhalten behinderter Kinder bedingte Probleme
6.2.2. Die Ablehnung behinderter Kinder durch andere
6.2.3. Negative Einstellungen gegenüber Behinderten
6.2.4. Die Überforderung behinderter Kinder in größeren Gruppen
6.2.5. Probleme der pädagogischen Mitarbeiter integrativer Gruppen
7. GRENZEN INTEGRATIVER ERZIEHUNG
7.1. Kriterien, Stellungnahmen und Erfahrungen aus den verschiedenen Einrichtungen
7.2. Zusammenfassung und Auswertung
8. BEHINDERUNGSSPEZIFISCHE BESONDERHEITEN UND DEREN KONSEQUENZEN FÜR DIE PÄDAGOGISCHE ARBEIT IN INTEGRATIVEN GRUPPEN
8.1. Die Situation behinderter Kinder
8.2. Geistigbehinderte Kinder
8.2.1. Kennzeichen, Ursachen und Erscheinungsbild geistiger Behinderungen
8.2.2. Falldarstellungen
8.2.3. Konsequenzen für den pädagogischen Umgang mit geistigbehinderten Kindern in integrativen Gruppen
8.3. Körperbehinderte Kinder
8.3.1. Kennzeichen, Ursachen und Erscheinungsbild körperlicher Behinderungsformen
8.3.2. Falldarstellungen
8.3.3. Konsequenzen für den pädagogischen Umgang mit körperbehinderten Kindern in integrativen Gruppen
8.4. Sinnesgeschädigte Kinder
8.4.1. Blinde und sehgeschädigte Kinder
8.4.1.1. Kennzeichen, Ursachen und Erscheinungsbild von Sehschädigungen
8.4.1.2. Falldarstellungen
8.4.1.3. Konsequenzen für den pädagogischen Umgang mit sehgeschädigten Kindern in integrativen Gruppen
8.4.2. Hörgeschädigte Kinder
8.4.2.1. Kennzeichen, Ursachen und Erscheinungsbild von Hörschädigungen
8.4.2.2. Falldarstellungen
8.4.2.3. Konsequenzen für den pädagogischen Umgang mit hörgeschädigten Kindern in integrativen Gruppen
8.5. Sprachbehinderte Kinder
8.5.1. Kennzeichen, Ursachen und Erscheinungsbild von Sprachbehinderungen
8.5.2. Falldarstellung
8.5.3. Konsequenzen für den pädagogischen Umgang mit sprachbehinderten Kindern in integrativen Gruppen
9. ZUM PÄDAGOGISCHEN VERHALTEN IN INTEGRATIVEN GRUPPEN
9.1. Allgemeine Aufgaben integrativer Erziehung
9.1.1. Erleichterung des Eingliederungs- und Eingewöhnungsprozesses
9.1.2. Erweiterung des Erfahrungsraumes behinderter Kinder durch Förderung in der Gruppe
9.1.3. Einbeziehung spezieller therapeutischer Übungen in die Gruppenarbeit
9.1.4. Unterstützung behinderter Kinder im sozial-emotionalen Bereich
9.1.5. Anwendung frühdiagnostischer Maßnahmen zur Ermittlung des Entwicklungsstandes behinderter Kinder
9.1.6. Angemessenes Verhalten in Konfliktsituationen
9.2. Weitere pädagogische Maßnahmen zur Förderung von Integrationsprozessen
9.2.1. Inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Behinderung“
9.2.2. Soziometrische Analyse der Gruppenstruktur
9.2.3. Rhythmik, Musik- und Bewegungserziehung
9.2.4. Integrationsfördernde Spiele
9.2.5. Durchführung gemeinsamer Freizeitaktivitäten
10. PERSPEKTIVEN IM HINBLICK AUF SCHULISCHE INTEGRATION
ABSCHLIEßENDE BEURTEILUNG
LITERATUR
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Bedingungen einer integrativen Erziehung im Elementarbereich, mit dem Ziel zu klären, unter welchen Voraussetzungen eine gemeinsame Förderung behinderter und nichtbehinderter Kinder sinnvoll und realisierbar ist. Die Forschungsfrage konzentriert sich auf die pädagogische Gestaltung dieses Prozesses sowie die Auswirkungen auf die Entwicklung der beteiligten Kinder.
3.1. Gruppengröße und -zusammensetzung
Die von Mitarbeitern integrativer Einrichtungen angegebene ideale Gruppengröße schwankt zwischen 10 bis 14 (Projektgruppe Integration) und 20 bis 25 Kindern (Th. Hellbrügge). Die meisten halten eine Gruppenstärke von nicht mehr als 15 Kindern für optimal. Jedoch wurden i.d.R. auch mit 20 Kindern noch gute Erfahrungen gemacht.
Die relativ großen Gruppen in der Einrichtung von Th. Hellbrügge sind insofern eine Ausnahme, als sie ein Grundprinzip der Montessoripädagogik darstellen. Es wird großes Gewicht auf die Selbständigkeit der Kinder und ihre Hilfe untereinander gelegt, so daß der Erzieher eine mehr passive, unterstützende Funktion hat.
Es gilt nicht generell die Feststellung, daß sich integrative Erziehung umso besser durchführen läßt, je kleiner die Gruppen sind. Eine solche Gruppe sollte nicht zu klein sein, damit die Kinder größere Auswahlmöglichkeiten in Bezug auf ihre Spielgefährten haben. Werden die Gruppen jedoch zu groß, so besteht die Gefahr der Überforderung, insbesondere der behinderten Kinder. Insgesamt kann festgestellt werden, daß sich in einer Gruppe mit 15 bis 20 Kindern integrative Erziehung realisieren läßt, wobei 15 als optimal und 20 als durchaus noch möglich beurteilt werden kann.
Die ideale Gruppengröße hängt natürlich auch mit dem Anteil der behinderten Kinder zusammen. Je weniger behinderte Kinder in einer Gruppe sind, desto größer kann sie sein. Der Anteil der behinderten Kinder sollte auch in kleineren Gruppen bis zu 15 Kindern und unter sonstigen optimalen Bedingungen ein Drittel nicht übersteigen. Die Anzahl der nichtbehinderten Kinder sollte also in jedem Fall mindestens doppelt so hoch sein.
1. ZUM BEGRIFF DER INTEGRATION: Klärung des Integrationsbegriffs, Zielvorstellungen und eine Sammlung der Argumente für und gegen integrative Erziehungsansätze.
2. MÖGLICHKEITEN UND FORMEN VON INTEGRATION IM VORSCHULBEREICH: Beschreibung verschiedener Modellansätze, von integrativen und kombinierten Einrichtungen bis zur Aufnahme behinderter Kinder in Regelkindergärten.
3. NOTWENDIGE UND WÜNSCHENSWERTE RAHMENBEDINGUNGEN ZUR REALISIERUNG INTEGRATIVER ERZIEHUNG: Analyse essenzieller Voraussetzungen wie Gruppenzusammensetzung, personelle Ausstattung, Elternarbeit und therapeutische Versorgung.
4. INTERAKTIONEN UND VERHALTENSWEISEN BEHINDERTER UND NICHTBEHINDERTER KINDER: Auswertung von Erfahrungen und einer empirischen Untersuchung zum Kontakt- und Spielverhalten der Kinder.
5. DIE BEDEUTUNG INTEGRATIVER ERZIEHUNG FÜR DIE ENTWICKLUNG BEHINDERTER UND NICHTBEHINDERTER KINDER: Untersuchung der Auswirkungen auf die sozial-emotionale und kognitive Entwicklung.
6. PROBLEME IN INTEGRATIVEN GRUPPEN: Detaillierte Darstellung häufiger Schwierigkeiten, wie Überforderung, Ablehnung oder Probleme der pädagogischen Mitarbeiter.
7. GRENZEN INTEGRATIVER ERZIEHUNG: Diskussion der Grenzen, die durch Behinderungsgrade oder institutionelle Rahmenbedingungen definiert werden können.
8. BEHINDERUNGSSPEZIFISCHE BESONDERHEITEN UND DEREN KONSEQUENZEN FÜR DIE PÄDAGOGISCHE ARBEIT IN INTEGRATIVEN GRUPPEN: Ein umfassender Teil zu verschiedenen Behinderungsarten, ihren Erscheinungsbildern und den spezifischen Konsequenzen für die pädagogische Praxis.
9. ZUM PÄDAGOGISCHEN VERHALTEN IN INTEGRATIVEN GRUPPEN: Zusammenstellung praktischer Maßnahmen, von der Eingewöhnung bis zur Durchführung spezieller therapeutischer Übungen.
10. PERSPEKTIVEN IM HINBLICK AUF SCHULISCHE INTEGRATION: Ausblick auf die Übertragbarkeit der Erfahrungen aus dem Elementarbereich auf die schulische Ebene.
Integration, Elementarbereich, behinderte Kinder, nichtbehinderte Kinder, pädagogische Rahmenbedingungen, Interaktionsverhalten, Sozialentwicklung, kognitive Förderung, therapeutische Ansätze, Sonderkindergarten, Regelkindergarten, behinderungsspezifische Förderung, Elternarbeit, Gruppenzusammensetzung.
Die Diplomarbeit untersucht die Realisierungsmöglichkeiten einer gemeinsamen Erziehung von behinderten und nichtbehinderten Kindern im Vorschulalter.
Die Arbeit widmet sich den theoretischen Grundlagen, notwendigen Rahmenbedingungen, den Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung, möglichen Problemen sowie spezifischen Förderstrategien für verschiedene Behinderungsarten.
Es soll geklärt werden, unter welchen Bedingungen Integration sinnvoll und möglich ist und welche pädagogischen Maßnahmen den Prozess fördern können.
Die Autorin stützt sich auf die systematische Auswertung vorhandener Literatur, Modellberichte, Erfahrungsberichte aus der Praxis sowie auf Ergebnisse empirischer Untersuchungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Rahmenbedingungen, Interaktionsverhalten, Entwicklungsbedeutung und kapitelweise spezifische Konsequenzen für den Umgang mit verschiedenen Behinderungsformen.
Integration, Elementarbereich, ganzheitliche Förderung, soziale Entwicklung und individuelle pädagogische Handlungskompetenz sind maßgebliche Begriffe.
Die Arbeit betont, dass Therapie nicht losgelöst vom Gruppenalltag stattfinden sollte, da sie andernfalls isolierend wirken kann und die Gesamtpersönlichkeit des Kindes vernachlässigt.
Sie gilt als eine der zentralen Voraussetzungen, da Vorurteile oder Ängste der Eltern den Integrationsprozess massiv behindern oder fördern können.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass dies stark von den personellen und institutionellen Rahmenbedingungen abhängt und individuell entschieden werden muss, statt generelle Ausschlüsse zu treffen.
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