Bachelorarbeit, 2019
41 Seiten
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einleitung
2. Forschungsstand
3. Kindheit und Jugend
4. Fußballkarriere
4.1 Karlsruher Fußball Verein
4.2 Nationalmannschaft
4.3 Spielvereinigung Fürth
5. Hirsch im Ersten Weltkrieg
6. Schicksalsjahr 1933
6.1 Ariesierung der Vereine
6.2 Stuttgarter Erklärung und das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums
7. Der Jüdische Sport
7.1 Bedeutung des Sports für die jüdische Bevölkerung
7.2 Makkabi und Schild
8. Psychische Probleme, Arbeitslosigkeit und Deportation
9. Andenken und Aufarbeiten der Geschichte
10. Fazit
Diese Arbeit untersucht die Lebensgeschichte von Julius Hirsch, einem erfolgreichen deutschen Fußball-Nationalspieler jüdischer Herkunft, und analysiert, wie er den Übergang vom gefeierten Sportler zum Opfer nationalsozialistischer Verfolgung erlebte. Zentral ist dabei die Frage, inwieweit Hirsch trotz seiner Assimilation und Verdienste für den deutschen Sport aufgrund seiner Konfession diskriminiert und schließlich aus der Gesellschaft ausgegrenzt wurde.
4.2 Nationalmannschaft
Da der KFV durch den Gewinn mehrfacher Süddeutscher Meisterschaften und der Deutschen Meisterschaft eine beeindruckende Bilanz aufzuweisen hatte, war es nicht verwunderlich, dass zahlreiche Spieler der Meistermannschaft vor dem Ersten Weltkrieg zum Stamm der deutschen Nationalmannschaft gehörten. Auf Seiten des KFV ragten dabei die Innenstürmer heraus: Das Trio des KFV spielte auch in der Nationalmannschaft zusammen. Hirsch kam auf sieben Einsätze für die Nationalmannschaft und erzielte vier Tore.
Aufgrund des Erfolgs der süddeutschen Auswahlmannschaften forderten einige Zeitungen als Nationalmannschaft ausschließlich die Südauswahl zu nominieren. Die Nationalmannschaft setzte sich aber weiterhin aus Spielern des gesamten Deutschen Reiches zusammen. Im letzten Länderspiel des Jahres 1911, am 17. Dezember, beim 1:4 gegen Ungarn in München, debütierte Julius Hirsch in der Nationalmannschaft. Damit folgte er seinen Mannschaftskameraden Fritz Förderer (Debüt 1908), Ernst Hollstein (Debüt 1910), Max Breuning (Debüt 1910) und Gottfried Fuchs (Debüt 1911) und war nach seinem Glaubensgenossen Fuchs, der am 26.11.1911 sein Debüt gefeiert hatte, der zweite jüdische Nationalspieler.
Der Artikel der Illustrierten Sportzeitung zur Hebung der Volkskraft legt aber dar, dass die hohe Niederlage nicht den Verlauf des Spiels widerspiegelte. Zwar sei die ungarische Mannschaft körperlich überlegen gewesen, die deutsche Mannschaft hätte trotzdem mehr Ballbesitz gehabt und hatte wenig Glück im Abschluss. So trafen die deutschen Stürmer im Verlauf des Spiels vor 6.000 Zuschauern vier Mal nur den Pfosten oder die Latte, wobei allein Hirsch zwei Mal an der Latte scheiterte. Insgesamt bekam Hirsch bei seinem Debüt sehr gute Kritiken: „In der Stürmerreihe gefiel neben dem unermüdlich seine Geschicklichkeit zeigenden Förderer besonders Hirsch.“ Dass er jüdischer Abstammung war, blieb im Artikel unerwähnt. Die Berufung in die Nationalmannschaft kann als nächster Schritt Hirschs Integration gesehen werden. Seine jüdische Konfession hinderte den DFB nicht, ihn für die Nationalmannschaft zu nominieren. Im Laufe der Zeit setzte der DFB sich vermehrt dafür ein, Hirsch für seine Dienste zu gewinnen.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die sportliche Bedeutung von Julius Hirsch dar und skizziert die Fragestellung nach dem Umgang mit jüdischen Fußballern während der NS-Zeit.
2. Forschungsstand: Hier wird aufgezeigt, dass die Geschichte der jüdischen Sportbewegung in der NS-Zeit lange vernachlässigt wurde und erst in jüngerer Zeit verstärkt in den Fokus der Forschung rückte.
3. Kindheit und Jugend: Dieses Kapitel behandelt die Herkunft von Julius Hirsch in Karlsruhe, seine frühe Begeisterung für den Fußball und seinen Einstieg beim KFV.
4. Fußballkarriere: Das Kapitel beschreibt den sportlichen Aufstieg von Hirsch beim KFV, seine Erfolge in der Nationalmannschaft und seinen späteren Wechsel zur SpVgg Fürth.
5. Hirsch im Ersten Weltkrieg: Hier wird der Kriegsdienst von Hirsch beleuchtet und die anfängliche Ignoranz gegenüber seiner Konfession im militärischen Kontext sowie der aufkommende Antisemitismus thematisiert.
6. Schicksalsjahr 1933: Dieses Kapitel analysiert die Machtübernahme der Nationalsozialisten, die ökonomische Lage von Hirsch und die systematische Ausgrenzung durch die „Ariesierung“ der Sportvereine.
7. Der Jüdische Sport: Es wird die Funktion und Bedeutung des Sports für die jüdische Identität und den Widerstand gegen die Ausgrenzung in dieser Zeit untersucht.
8. Psychische Probleme, Arbeitslosigkeit und Deportation: Dieses Kapitel schildert das tragische Ende von Hirschs Leben, seine Verfolgung, die erzwungene Trennung von der Familie und die Deportation nach Auschwitz.
9. Andenken und Aufarbeiten der Geschichte: Hier wird die lange Phase des Vergessens und die spätere, schrittweise Rehabilitierung und Ehrung von Julius Hirsch durch den DFB nachgezeichnet.
10. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach trotz der hohen Assimilation von Hirsch seine jüdische Herkunft ihn letztlich schutzlos der nationalsozialistischen Verfolgung auslieferte.
Julius Hirsch, KFV, Nationalmannschaft, Fußballgeschichte, Antisemitismus, Nationalsozialismus, Ariesierung, Jüdischer Sport, Sportvereine, Deportation, Auschwitz, Erinnerungskultur, DFB, Assimilation, SpVgg Fürth.
Die Arbeit beleuchtet das Leben und Wirken von Julius Hirsch, eines der ersten jüdischen deutschen Fußball-Nationalspieler, und untersucht seine Verfolgung durch das NS-Regime.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Fußballkarriere, der systematischen Ausgrenzung jüdischer Sportler und der späteren historischen Aufarbeitung dieser Schicksale.
Die Arbeit geht der Frage nach, ob Julius Hirsch trotz seiner sportlichen Erfolge und Assimilation aufgrund seiner jüdischen Abstammung eine ungleiche Behandlung durch die Gesellschaft erfuhr.
Der Autor nutzt eine chronologische biografische Aufarbeitung, gestützt auf historische Dokumente, Zeitungsartikel der Epoche und bestehende wissenschaftliche Literatur.
Der Hauptteil gliedert sich in die sportliche Karriere vor dem Ersten Weltkrieg, die Auswirkungen der NS-Machtübernahme auf Vereine und Individuen sowie das letztliche tragische Schicksal des Sportlers.
Die zentralen Begriffe umfassen Julius Hirsch, Antisemitismus, Nationalsozialismus, Ariesierung, Fußballgeschichte und Erinnerungskultur.
Die Arbeit zeigt auf, dass der Sport lange die NS-Ideologie stützte und erst Jahrzehnte später eine kritische Auseinandersetzung mit der Diskriminierung jüdischer Mitglieder stattfand.
Die Erklärung war ein entscheidender Schritt der Sportvereine, jüdische Mitglieder systematisch aus ihren Reihen auszuschließen und diese damit ihrer sozialen Heimat zu berauben.
Hirsch ließ unter anderem die Ehe zu seiner nicht-jüdischen Frau offiziell annullieren, um sie und seine Kinder vor den direkten Folgen der Repressalien zu bewahren.
Der Sport diente zunehmend als Schutzraum und Ort der sozialen Bindung, um der gesellschaftlichen Isolation entgegenzuwirken, bevor auch dieser Raum weitgehend zerstört wurde.
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