Diplomarbeit, 1992
78 Seiten, Note: 1,3
Vorwort
I. Zum Kulturbegriff
1. Abriß über Entstehung und Entwicklung des Kulturbegriffs
1.1 Definition
1.2 Kultur der Romantik
1.3 Kultur im Zeichen der Industrialisierung
1.4. Kultur im Liberalismus der 50er Jahre
1.5 Kulturkritik der 60er und 70er Jahre
1.5.1 Die Kritik am klassisch-bürgerlichen Kulturideal
1.5.2 Kunst als Phänomen ästhetischer Kultur
1.5.3 Die "Massenkultur"
1.6 Die Erweiterung des Kulturbegriffs zur Soziokultur
II. Vom Begriff der Kultur zu Kulturarbeit
1. Vom traditionellen Kulturbegriff zur Idee einer demokratischen Kultur
2. Sinn und Ziel von Kulturarbeit
2.1 Allgemeine Zielsetzung allgemeines Selbstverständnis
2.2 Projekte von Kulturarbeit
2.3 Die Bedeutung des Theaters im Sinne von Kulturarbeit
2.4 Ganzheitlichkeit als Anliegen von sozialer Kulturarbeit
2.5 Das Arbeitsfeld Stadtteil
3. Kulturarbeit als mögliche Form von Sozialarbeit?
4. Die Bedeutung von Kulturarbeit hinsichtlich der Anforderungen der Industriegesellschaft
III. Kulturpolitik
1. Das Anliegen von Kulturpolitik
2. "Soziokultur" als neue Form von Kulturpolitik
2.1 Zum Verständnis neuer Kulturpolitik
2.2 Soziokulturelle Handlungsfelder
2.2.1 "Soziokultur in der kommunalen Kulturarbeit"
2.2.2 "Soziokultur in anderen öffentlichen Einrichtungen"
2.2.3 "Soziokultur in freien Feldern der Kulturarbeit"
3. Kulturpolitische Postulate
IV. Darstellung eines soziokulturellen Projekts,
1. Geschichte und Standort
1.1 Die "Alte Feuerwache" vor 99 Jahren
1.2 Die neue Nutzung
1.3 Das Einzugsgebiet
2. Politik der Alten Feuerwache
2.1 Abriß der politischen Entwicklung
2.2 Die Besonderheit der freien Trägerschaft
2.3 Das Prinzip der Selbstverwaltung
2.3.1 Organisationsstruktur
2.3.2 Ehrenamtliche und hauptamtliche Tätigkeit
3. Inhalte und Ziele
3.1 Zum allgemeinen Selbstverständnis
3.2 "Soziale Praxis"
3.2.1 Gemeinwesenarbeit/Stadtteilarbeit
3.2.1.1 Die Sozialberatung
3.2.1.2 Das Projekt "Wohnen und Leben"
3.2.1.3 Die Geschichtswerkstatt Agnesviertel
3.2.1.4 Die Stadtteilkonferenz Agnesviertel
3.3 Kulturelle Praxis
3.3.1 Die "Alte Feuerwache" als soziokulturelles Zentrum
3.3.2 "Kölner Appell e.V." - Kultur-, Politik-, Sozialarbeit
4. Themen und Angebote
4.1 NutzerInnengruppen
4.1.1 Werkstätten
4.1.2 Kurse
4.1.3 Kinder
4.1.4 Jugendliche
4.1.5 Andere Bereiche
4.1.6 Veranstaltungsbereich
4.1.6.1 Geschlossene Gruppen
4.1.6.2 Öffentliches Forum
4.1.7 Lokal
4.1.8 Initiativen- und Selbsthilfegruppen
5. "Arc"-Iranisch-deutsches Theater
5.1 Die Entstehungsgeschichte von "ARC"
5.2 Die Tradition des iranischen Theaters
5.3 Themen und Anliegen von "ARC"
V. Schlußwort
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung und Perspektiven von Kulturarbeit in der modernen Arbeits- und Konsumgesellschaft, mit einem besonderen Fokus auf die Möglichkeiten, diese Konzepte sinnvoll in die Sozialarbeit zu integrieren. Anhand des Bürger- und Kulturzentrums „Alte Feuerwache“ in Köln wird die praktische Umsetzbarkeit einer solchen Verbindung aufgezeigt.
1.2 Kultur der Romantik
Friedrich SCHILLER bemerkte 1793 in seinem zweiten Brief an den Prinzen Friedrich Christian von Schleswig-Holstein Augustenburg über den Zustand der Zeit, in der er sich befand: "Jetzt aber herrscht das Bedürfnis und beugt die gesunkene Menschheit unter sein tyrannisches Joch. Der Nutzen ist das große Idol der Zeit, dem alle Kräfte fronen und alle Talente huldigen sollen. Auf dieser groben Waage hat das geistige Verdienst der Kunst kein Gewicht, und, aller Aufmunterung beraubt, verschwindet sie von dem lärmenden Markt des Jahrhunderts" (Zit. SCHILLER 1958, S. 572).
Kunst und Kultur stellten demnach Gegengewichte zu den Forderungen von Zweckmäßigkeit und Nützlichkeit dar. Ihre Aufgabe lag darin, diesen Zeiterscheinungen entgegenzuwirken oder aber diese zu kompensieren. Eine Möglichkeit bot beispielsweise der Rückzug in die Phantasie über Literatur, Kunst und Musik. Dort konnte man Freiheit finden.
Während der romantischen Epoche, die zwischen 1770 und 1830 lag, bestimmten das allgemeine Empfinden Gefühle, wie Wehmut und Sehnsucht. Man wandte sich dem Geheimnisvollen, Unbewußten, Imaginären und Naturhaften zu, um die Realität, das Alltägliche, besser ertragen oder vergessen zu können. Die Suche nach Innerlichkeit und Wirklichkeitsferne, nach den geheimnisvollen Kräften der Natur, nach dem Ich, nach Identität, ist als Reaktion auf den Rationalismus und das systematische Denken des 18. Jahrhunderts zu verstehen.
I. Zum Kulturbegriff: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung des Kulturbegriffs von der Romantik bis zur modernen Soziokritik.
II. Vom Begriff der Kultur zu Kulturarbeit: Es wird die Verbindung zwischen Kultur und Sozialarbeit hergestellt, wobei Kultur als Medium der Identitätsfindung und Demokratisierung definiert wird.
III. Kulturpolitik: Dieses Kapitel diskutiert die Rolle der Soziokultur als neues Konzept der Kulturpolitik, das über klassische Kunstförderung hinausgeht.
IV. Darstellung eines soziokulturellen Projekts,: Anhand der Kölner „Alten Feuerwache“ werden Struktur, Ziele und Angebote eines soziokulturellen Zentrums in der Praxis beleuchtet.
V. Schlußwort: Eine abschließende Betrachtung, die den Stellenwert der Kulturarbeit als Mittel gegen Entfremdung und für gesellschaftliche Verantwortung bekräftigt.
Kulturarbeit, Sozialarbeit, Soziokultur, Alte Feuerwache, Demokratisierung, Identitätsfindung, Stadtteilarbeit, Kulturpolitik, Emanzipation, Gemeinwesenarbeit, Kunst, Lebenswelt, Industriegesellschaft, Partizipation, Identifikation
Die Arbeit untersucht die Relevanz und Perspektiven von Kulturarbeit im Kontext einer modernen Leistungsgesellschaft und analysiert, wie diese als Form der Sozialarbeit fungieren kann.
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Historie der Kultur, der Definition von Soziokultur sowie der praktischen Implementierung dieser Ansätze in stadtteilbezogenen Projekten.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit die Verbindung von Kultur- und Sozialarbeit sinnvoll ist, um gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen und die Lebensqualität der Menschen zu fördern.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse zu Kulturbegriffen und einer empirischen Fallstudie des Bürger- und Kulturzentrums „Alte Feuerwache“ in Köln.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von Kulturarbeit als soziopolitischem Konzept und die detaillierte Darstellung der Organisationsstruktur, der Ziele und der vielfältigen Angebote der „Alten Feuerwache“.
Zentrale Begriffe sind Soziokultur, Identitätsfindung, Demokratisierung von Kultur, Gemeinwesenarbeit und soziale Partizipation.
Sie fungiert als Ort, der soziale Beratung, politische Bildung und kulturelle Ausdrucksmöglichkeiten vereint, um Menschen aus ihrer Isolation zu befreien und ihnen eine aktive Mitgestaltung ihres Umfelds zu ermöglichen.
Es dient als Beispiel für eine Arbeitsgruppe, die Migration und Exilerfahrung thematisiert und dabei sowohl künstlerische als auch sozialpolitische Anliegen im Sinne der Ziele des Zentrums verbindet.
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