Examensarbeit, 2007
84 Seiten, Note: 1,00
Einleitung
TEIL A
I. Definition von Armut
II. Kinderarmut in Deutschland
2.1. Kinderarmutsentwicklung
2.1.1. Auslöser von Kinderarmut
2.1.2. Formen von Kinderarmut
2.2. Die aktuelle Situation in Deutschland
2.3. Kinderarmut im internationalen Vergleich
2.4. Tendenzen
III. Auswirkungen von Armutslagen bei Kindern
3.1. Psychosoziale Folgen
3.2. Gesundheitliche Folgen
3.3. Bewältigungsstrategien
Exkurs: Auswirkungen von Kinderarmut auf den Schulerfolg
TEIL B
IV. Präventionsmaßnahmen gegen Kinderarmut
4.1. Gegenstrategien der Bundesregierung
4.1.1. Sozialpolitische Gegenstrategien
4.1.2. Familienpolitische Gegenstrategien
4.1.3. Pädagogische Gegenstrategien
V. Projekte zur Förderung armer Kinder
5.1. Initiatoren von Projekten
5.2. Die Arche
5.3. Mo.Ki - Monheim für Kinder
Endresümee
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Kinderarmut in Deutschland als gesamtgesellschaftliches Problem und analysiert dessen Ursachen, Erscheinungsformen sowie Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung. Ziel ist es, den Handlungsbedarf für Politik und Pädagogik aufzuzeigen und Lösungsansätze sowie präventive Projektmodelle vorzustellen.
II. Kinderarmut in Deutschland
Das Vorhandensein von Armut in einem Sozialstaat wie Deutschland kann als verfassungswidrig angesehen werden, da Artikel 1 des Grundgesetzbuches verletzt wird. Dieser garantiert jedem Menschen „eine der Würde des Menschen entsprechende Teilhabe am Leben“31. Kinder werden häufig als würdige Arme bezeichnet, da sie selbst nicht für ihre Lage verantwortlich sind. Dass es überhaupt arme Kinder in einem reichen Land wie Deutschland gibt, wird als „moralischer Skandal“ gesehen.32
Da Kinder im Vergleich zur Gesamtbevölkerung in den letzten Jahren am stärksten von Armut bedroht und betroffen sind, prägte Richard Hauser (1989) den Begriff der Infantilisierung der Armut. Darüber, ob man jedoch von einer Infantilisierung der Armut in Deutschland sprechen kann, sind sich die Armutsforscher nicht einig. Während ein Großteil der Meinung ist, dass sich der Kreis der Armen seit den 1980er Jahren vermehrt auf Kinder beziehungsweise Familien mit Kindern verschoben hat, spricht Heinz Gerhard Beisenherz (2002) beispielsweise von einer Maternalisierung beziehungsweise Feminisierung von Armut, da Frauen auch heute noch oft niedrigere Gehälter beziehen als Männer und gerade im gebärfähigen Alter schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Hier wird Kinderarmut als Begleiterscheinung von Familienarmut insbesondere alleinerziehender Mütter gesehen.33
I. Definition von Armut: Einführung in den Armutsbegriff, der in Deutschland weniger das physische Überleben als soziale Deprivation und die Mehrdimensionalität von Lebenslagen beschreibt.
II. Kinderarmut in Deutschland: Darstellung der statistischen Entwicklung und Faktoren wie Arbeitslosigkeit oder Alleinerziehendenstatus, die das hohe Armutsrisiko von Kindern in Deutschland begründen.
III. Auswirkungen von Armutslagen bei Kindern: Analyse der psychosozialen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die durch Armut entstehen und die kindliche Entwicklung langfristig belasten.
Exkurs: Auswirkungen von Kinderarmut auf den Schulerfolg: Untersuchung der engen Kopplung von sozialer Herkunft und Bildungschancen sowie der unzureichenden Unterstützungssysteme innerhalb des Schulalltags.
IV. Präventionsmaßnahmen gegen Kinderarmut: Überblick über sozial- und familienpolitische sowie pädagogische Strategien zur Bekämpfung von Armutsfolgen.
V. Projekte zur Förderung armer Kinder: Vorstellung konkreter Modellprojekte wie „Die Arche“ und „Mo.Ki“, die versuchen, durch vernetzte Hilfsangebote und frühzeitige Förderung Armutsfolgen abzumildern.
Kinderarmut, Armutsprävention, Sozialpolitik, Familienarmut, Kindesvernachlässigung, Bildungsungleichheit, Soziale Exklusion, Lebenslagenkonzept, Empowerment, Sozialhilfe, Hartz IV, Kinderbetreuung, Gesundheitliche Folgen, Psychosoziale Entwicklung, Armutsspirale.
Die Arbeit analysiert die Situation von in Armut aufwachsenden Kindern in Deutschland, beleuchtet die Ursachen und Auswirkungen dieses Phänomens und diskutiert Ansätze zu deren Prävention und Bekämpfung.
Im Fokus stehen die Definition von Armut, die Entwicklung der Kinderarmutsquoten, die Auswirkungen auf die Gesundheit und das psychosoziale Befinden von Kindern sowie die Bedeutung des Bildungserfolgs.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kinder durch Armut in ihrer Entwicklung benachteiligt werden und welche politisch-pädagogischen Maßnahmen notwendig sind, um ihre Teilhabechancen zu verbessern.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis aktueller sozialwissenschaftlicher Literatur, Armutsstudien und Berichten staatlicher Institutionen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung des Armutsbegriffs, die Analyse von Ursachen und Folgen der Kinderarmut sowie die Vorstellung praktischer Interventionsmöglichkeiten.
Zentrale Begriffe sind Kinderarmut, Prävention, Soziale Benachteiligung, Bildungschancen und Empowerment.
Es dient dazu, Armut bei Kindern über das bloße Einkommen hinaus zu erfassen, indem fünf Lebensräume definiert werden, deren Unterversorgung die Teilhabe und Entwicklung des Kindes massiv einschränkt.
Während staatliche Projekte oft eher administrative Ansätze verfolgen, finanziert sich die „Arche“ überwiegend durch Spenden und bietet einen ganzheitlichen Zufluchtsort für betroffene Kinder.
Die Präventionskette verbindet verschiedene Institutionen wie Jugendamt, Schulen und Familienberatung miteinander, um Kinder lückenlos von der Geburt bis zum Einstieg in den Beruf zu unterstützen.
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