Masterarbeit, 2019
86 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
Erster Teil: Grundzüge der Philosophie Jaspers`
I. Epistemologische Grundlage: Subjekt-Objekt-Spaltung
II. Ontologische Konsequenzen aus der Subjekt-Objekt-Spaltung:
1. Das Umgreifende als das eigentliche Sein
2. Das Umgreifende und seine verschiedenen Manifestationen
III. Der Mensch als Freiheit: Anthropologische Ansätze
1. Die vier Verwirklichungsdimensionen des Menschen
2. Existenz als Freiheit des Menschen
Zweiter Teil: Kritik am christlichen Offenbarungsglauben
I. Theoretischer Teil der Kritik am Offenbarungsglauben
1. Offenbarung und Offenbarungsglaube
2. Religion und Philosophie im Spannungsfeld
3. Kritik der Leibhaftigkeit der Transzendenz
3.1 Der Kultus als leibhafte Transzendenz
3.2 Leibhaftigkeit im Gottessgedanken der Religion
3.2.1. Die Chiffer des einen Gottes statt Leibhaftigkeit der Transzendenz
3.3 Leibhaftigkeit in Form von Jesus Christus
3.3.1. Jesus als Chiffer der Transzendenz statt Inkarnation
4. Gegen den Absolutheitsanspruch
4.1 Philosophisches Argument gegen den Absolutheitsanspruch
4.2. Biblisches Argument gegen den Absolutheitsanspruch
4.3. Jaspers Kritik am Absolutheitsanspruch im Spiegel der Theologie
II. Praktischer Teil der Kritik am Offenbarungsglauben
1. Gewalt durch Absolutheitsanspruch
1.1 Geistige Gewalt durch Seelenlenkung
1.2 Politische Gewalt
1.3. Appell zur Überwindung des Absolutheitsanspruches
2. Einbuße von Freiheit durch Absolutheitsanspruch
4. Offenbarungsglaube und Grenzsituationen
4. Abbruch der Kommunikation durch Offenbarungsglaube und Mystik
III. Philosophischer Glaube als Ausweg?
2. Glaubensgehalte des philosophischen Glaubens
IV. Würdigung und Kritik von Jaspers Religionsphilosophie – eine Bilanz
Die vorliegende Arbeit untersucht Karl Jaspers' Religionskritik, insbesondere seine Auseinandersetzung mit dem christlichen Offenbarungsglauben. Ziel ist es, die philosophischen Grundlagen seiner Kritik offenzulegen und aufzuzeigen, wie sein Konzept des "Philosophischen Glaubens" eine Alternative zum Offenbarungsglauben darstellt, während gleichzeitig die praktischen Konsequenzen dogmatischer Absolutheitsansprüche kritisch beleuchtet werden.
3.3.1. Jesus als Chiffer der Transzendenz statt Inkarnation
Eine weitere Möglichkeit, wie man die Leibhaftigkeit trotz aller Kritik an der absolut gesetzten Bedeutung Jesu Christi durch die Christenheit realisieren kann, zeigt Jaspers auf, indem er Jesus als philosophisch relevante Persönlichkeit ersten Ranges ernstnimmt. Dies zeigt bereits ein Blick in Jaspers Publikation Die großen Philosophen aus dem Jahre 1957. Dort gesellt sich nach Jaspers Einschätzung Jesus neben Sokrates, Buddha und Konfuzius zu den vier „maßgebenden Menschen“, denen er eine herausragende historische Wirkung attestiert. Für Jaspers steht fest: „Der menschgewordene Gott Christus ist philosophisch unmöglich, während Jesus als einzigartige Chiffer sprechen kann.“ Nun soll geklärt werden, wie diese Entgöttlichung Jesu und die Transformation in eine Chiffre der Transzendenz zu verstehen ist.
Chiffern sind – wie bereits oben erläutert – notwendige Symbole für den Menschen, anhand derer er sich zur Transzendenz emporheben kann. Die Jesus-Chiffer möchte nicht Gegenständliches behaupten, sondern bloß auf etwas Transzendentes verweisen. Sie bleibt als Chiffer in ihrer Wirkung bedeutungslos, wenn sie nicht mit einem existenziellen Ergriffensein von der Transzendenz korreliert.
Erster Teil: Grundzüge der Philosophie Jaspers`: Dieses Kapitel erläutert die epistemologischen und ontologischen Voraussetzungen von Jaspers' Denken, insbesondere die Subjekt-Objekt-Spaltung und das Konzept des Umgreifenden.
Zweiter Teil: Kritik am christlichen Offenbarungsglauben: Hier wird Jaspers' theoretische und praktische Religionskritik entfaltet, wobei der Fokus auf dem Absolutheitsanspruch, der Inkarnationsvorstellung und der Gefahr religiöser Gewalt liegt.
III. Philosophischer Glaube als Ausweg?: Dieses Kapitel stellt Jaspers' Gegenentwurf des "Philosophischen Glaubens" vor, der auf der Anerkennung des "deus absconditus" und der Arbeit mit Chiffern statt dogmatischen Festlegungen beruht.
IV. Würdigung und Kritik von Jaspers Religionsphilosophie – eine Bilanz: Diese Bilanz reflektiert die Wirkungsgeschichte und kritische Einwände gegenüber Jaspers' Religionsphilosophie, etwa die Vorwürfe einer elitären Philosophie oder mangelnder Präzision.
Karl Jaspers, Religionsphilosophie, Offenbarungsglaube, Absolutheitsanspruch, Subjekt-Objekt-Spaltung, Existenz, Transzendenz, Philosophischer Glaube, Chiffern, Grenzsituationen, Kommunikation, Leibhaftigkeit, Dogmatik, deus absconditus.
Die Arbeit analysiert die Religionskritik von Karl Jaspers, speziell sein kritisches Verhältnis zum christlichen Offenbarungsglauben und seinen Entwurf einer philosophischen Alternative.
Zentrale Themen sind die Subjekt-Objekt-Spaltung, die existenzphilosophische Freiheitslehre, die Kritik an religiösen Absolutheitsansprüchen sowie der Begriff der "Chiffer" in der Philosophie.
Das Ziel ist es, die theoretische und praktische Argumentation Jaspers' aufzuzeigen, warum er den dogmatischen Offenbarungsglauben ablehnt und stattdessen einen Philosophischen Glauben befürwortet.
Es handelt sich um eine systematische philosophische Untersuchung, die Jaspers' Hauptwerke und deren Rezeptionsgeschichte hermeneutisch analysiert.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Bedenken gegen das Postulat einer "Leibhaftigkeit der Transzendenz" sowie die negativen praktischen Folgen eines exklusiven Absolutheitsanspruchs, wie Gewalt und Kommunikationsverlust.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Transzendenz, Existenz, Chiffer, Offenbarungsglaube, Absolutheitsanspruch und philosophische Kommunikation definieren.
Für Jaspers neigt Religion zur "Leibhaftigkeit" (Kultus, Dogma), während Philosophie einen "unbedingten" Weg zur Wahrheit sucht, der ohne fixierte Gegenständlichkeit auskommt.
Er lehnt ihn ab, weil er darin eine Verabsolutierung der Immanenz sieht, die den freien, existenziellen Bezug zur ungegenständlichen Transzendenz behindert.
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