Diplomarbeit, 2002
109 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Neue Rechnungslegungsgrundsätze
2.1. Allgemeines
2.2. Die International Accounting Standards (IAS)
2.3. Die Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP)
3. Handelsbilanz und Steuerbilanz
3.1. Die Handelsbilanz
3.2. Die Steuerbilanz
4. Maßgeblichkeitsprinzip
4.1. Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz
4.1.1. Inhalt und Zweck des Maßgeblichkeitsgrundsatzes
4.1.2. Begrenzung des Maßgeblichkeitsgrundsatzes
4.1.3. Maßgeblichkeit der handelsrechtlichen Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung für die Bilanzierung und Bewertung nach Handels- und Steuerrecht
4.1.3.1. Rechtsgrundlage
4.1.3.2. Handelsrechtliche Aktivierungs- und Passivierungsgebote, Bewertungsgebot
4.1.3.3. Handelsrechtliche Aktivierungs- und Passivierungsverbote, Bewertungsverbot
4.1.3.4. Handelsrechtliche Bilanzierungs- und Bewertungswahlrechte
4.1.4. Inhalt und Zweck der umkehrten Maßgeblichkeit
4.1.4.1. Maßgeblichkeit für die Bilanzierung bei steuerrechtlichen Bilanzierungswahlrechten
4.1.4.2. Maßgeblichkeit für die Bewertung bei steuerrechtlichen Bewertungswahlrechten
5. Unterschiede der Internationalen Rechnungslegungsvorschriften nach IAS im Vergleich zum EStG und HGB sowie die Auswirkungen auf den Maßgeblichkeitsgrundsatz
5.1. Problemdarstellung
5.2. Ziel der Vorschrift nach IAS im Vergleich zum EStG und HGB
5.3. Prinzipien nach IAS im Vergleich zum EStG und HGB sowie die Beurteilung aus Sicht des Maßgeblichkeitsgrundsatzes
5.4. Ansatz- und Ausweisvorschriften nach IAS im Vergleich zum EStG und HGB sowie die Beurteilung aus Sicht des Maßgeblichkeitsgrundsatzes
5.5. Vergleich der Bewertungsvorschriften nach IAS, EStG und HGB, sowie kritische Beurteilung aus Sicht des Maßgeblichkeitsgrundsatzes anhand ausgewählter Bilanzposten
5.5.1. Bewertung von Sachanlagen
5.5.2. Bewertung von Verbindlichkeiten
5.6. Zusammenfassende Darstellung des Einflusses der internationalen Rechnungslegung auf den Maßgeblichkeitsgrundsatz
5.7. Kritik am Maßgeblichkeitsgrundsatz
6. Mögliche Zukunftsaussichten
6.1. Eignung der IAS für die steuerliche Gewinnermittlung
6.2. Selbständiges Bilanzsteuerrecht
6.3. Einnahmen-Überschussrechnungen
7. Zusammenfassung
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen der zunehmenden internationalen Rechnungslegung (nach IAS und US-GAAP) auf den deutschen Maßgeblichkeitsgrundsatz, der das Verhältnis zwischen Handels- und Steuerbilanz regelt. Es wird analysiert, ob dieser Grundsatz bei einer Öffnung für internationale Standards beibehalten werden kann oder ob die Schaffung eines eigenständigen Bilanzsteuerrechts erforderlich ist, um eine periodengerechte und leistungsorientierte Besteuerung sicherzustellen.
4.1.1. Inhalt und Zweck des Maßgeblichkeitsgrundsatzes
Der Maßgeblichkeitsgrundsatz gehört zu den fundamentalen und kodifizierten Grundsätzen des Bilanzsteuerrechts und bestimmt das Verhältnis zwischen Handels- und Steuerbilanz. Er wurde vor mehr als 125 Jahren erstmals als Vereinfachungsregelung in den Einkommensteuergesetzen verankert und dient seither als Grundstruktur des deutschen Steuerbilanzrechts. Gesetzliche Grundlage des Maßgeblichkeitsgrundsatzes ist formell in § 60 Abs.1 und 2 Einkommensteuerdurchführungsverordnung (EStDV) und materiell in § 5 Abs.1 EStG zu finden.
Der Grundsatz unterscheidet zwischen dem Prinzip der sog. materiellen Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz nach § 5 Abs.1 S.1 EStG, der auch über § 8 Abs.1 Körperschaftsteuergesetz (KStG) für Kapitalgesellschaften gilt, und dem Prinzip der formellen Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz nach § 5 Abs.1 S.2 EStG. Der materielle Kern des Maßgeblichkeitsgrundsatzes verankert die Forderung, wonach buchführende Gewerbetreibende das Betriebsvermögen für die steuerliche Gewinnermittlung ansetzen müssen, das sich nach handelsrechtlichen GoB ergibt. Damit bezieht sich laut KORT der § 5 Abs.1 S.1 EStG nicht auf die Handelsbilanz als solche, sondern zunächst einmal nur auf die handelsrechtlichen Bilanzierungsgrundsätze (Gebote, Verbote, Wahlrechte für den Ansatz dem Grunde, der Höhe und ggf. dem Ausweis nach).
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Einfluss internationaler Rechnungslegungsstandards auf das deutsche Bilanzrecht und stellt die Frage nach der Zukunft des Maßgeblichkeitsgrundsatzes.
2. Neue Rechnungslegungsgrundsätze: Es werden die Hintergründe der IAS und US-GAAP sowie deren wachsende Bedeutung gegenüber den HGB-Vorschriften für deutsche Unternehmen erläutert.
3. Handelsbilanz und Steuerbilanz: Dieses Kapitel definiert die Aufgaben und Ziele beider Bilanzarten sowie die grundlegenden Prinzipien der Rechnungslegung nach deutschem Recht.
4. Maßgeblichkeitsprinzip: Hier wird der rechtliche Kern des Maßgeblichkeitsgrundsatzes, seine materielle und formelle Ausprägung sowie dessen zunehmende Einschränkung durch den Gesetzgeber detailliert untersucht.
5. Unterschiede der Internationalen Rechnungslegungsvorschriften nach IAS im Vergleich zum EStG und HGB sowie die Auswirkungen auf den Maßgeblichkeitsgrundsatz: Eine tiefergehende Untersuchung der Diskrepanzen zwischen internationalen Standards und deutschem Recht unter Berücksichtigung spezifischer Bilanzposten.
6. Mögliche Zukunftsaussichten: Abschließende Erörterung von Szenarien wie der Einführung eines eigenständigen Bilanzsteuerrechts oder der Öffnung für internationale Standards.
7. Zusammenfassung: Ein Resümee der Ergebnisse bezüglich der Reformbedürftigkeit des Maßgeblichkeitsgrundsatzes vor dem Hintergrund der Globalisierung.
Maßgeblichkeitsgrundsatz, Handelsbilanz, Steuerbilanz, IAS, US-GAAP, HGB, EStG, Rechnungslegung, Bilanzsteuerrecht, Gewinnermittlung, Vorsichtsprinzip, Gläubigerschutz, Betriebsvermögen, Ansatzwahlrechte, Bewertungswahlrechte.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik, wie sich die internationale Rechnungslegung nach IAS/US-GAAP auf den traditionellen deutschen Maßgeblichkeitsgrundsatz auswirkt und ob eine Anpassung der steuerlichen Gewinnermittlung an diese Standards sinnvoll ist.
Zentrale Themen sind die Unterschiede in den Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften zwischen dem deutschen HGB/EStG und internationalen Standards sowie die damit verbundenen Konflikte bei der steuerlichen Gewinnermittlung.
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob der Maßgeblichkeitsgrundsatz bei der zunehmenden Öffnung für internationale Rechnungslegungsregeln erhalten bleiben kann oder ob die Schaffung eines eigenständigen Bilanzsteuerrechts notwendig wird.
Es handelt sich um eine rechtsvergleichende und analytische Arbeit, die auf der Auswertung von Gesetzestexten, Rechtsprechung und wissenschaftlicher Literatur basiert, um die Kompatibilität internationaler Standards mit dem deutschen Bilanzsteuerrecht zu prüfen.
Der Hauptteil analysiert die Zielsetzungen und Prinzipien der unterschiedlichen Rechnungslegungssysteme und führt einen detaillierten Vergleich von Ansatz- und Bewertungsvorschriften für wesentliche Bilanzposten (wie Sachanlagen und Verbindlichkeiten) durch.
Wichtige Begriffe sind Maßgeblichkeitsgrundsatz, Handelsbilanz, Steuerbilanz, IAS, US-GAAP, Bilanzsteuerrecht und die periodengerechte Gewinnermittlung.
Die Arbeit nutzt als Fallbeispiel die Bewertung von Sachanlagen und Verbindlichkeiten, um aufzuzeigen, wie durch unterschiedliche Bewertungsvorschriften und steuerliche Sondervorschriften die Maßgeblichkeit zunehmend durchbrochen wird.
Die Autorin plädiert dafür, den Maßgeblichkeitsgrundsatz aufzugeben, da die Diskrepanzen zur internationalen Rechnungslegung zu groß sind und eine eigenständige steuerliche Gewinnermittlung gerechter und zielorientierter wäre.
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