Bachelorarbeit, 2020
37 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und methodisches Vorgehen
2. Grundlagen
2.1 Theorie der Produktion, Produktionsfaktoren und Wertschöpfung
2.2 Wertschöpfungserfassung in der VGR
3. Der statistische Rahmen zur Messung der Finanzdienstleistung in der VGR
3.1 Internationale Entwicklung der Leistungserfassung von SNA 1993 bis SNA 2008
3.2 Berechnung des Outputs von Finanzdienstleistung via FISIM
3.3 Beitrag der gesamten Finanzdienstleistung zur Wertschöpfung Deutschlands
4. Bewertung des FISIM zur Messung der Finanzdienstleistung in der VGR
4.1 Wesentliche Kritikpunkte an FISIM
4.2 Weitere theoretische Ansätze zur Messung der Finanzdienstleistung
5. Fazit
6. Anhang
Die Arbeit untersucht kritisch die Methoden zur Erfassung der Leistung des Finanzsektors in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR), insbesondere die FISIM-Methode (Financial Intermediation Services, Indirectly Measured), um deren Eignung zur korrekten Bestimmung des Wertschöpfungsbeitrags des Finanzsektors zu bewerten.
1.1 Problemstellung
Den Output von Finanzdienstleistung in einer Volkswirtschaft mit statistischen Modellen korrekt zu bemessen beschäftigt die Wissenschaft schon seit einiger Zeit. Bereits mit der erstmaligen Einführung eines standardisierten Systems für volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen (VGR) im Jahr 1952, begannen Debatten darüber, wie die Höhe der Bankproduktion geschätzt werden könnte (Groslambert, Chiappini und Bruno 2016: 496). Die Relevanz einer adäquaten Erfassung von Finanzdienstleistung in der VGR ist hoch. Eine mögliche Überschätzung der Leistung des Finanzsektors, aufgrund der verwendeten Methode, kann, den Autoren zufolge, wesentliche Auswirkungen auf die Höhe des Bruttoinlandsprodukts (BIP) haben.
Welche Bedeutung dem Finanzsektor zukommt, zeigte sich beispielhaft ab dem Jahr 2007. Durch das Platzen der Immobilienblase und dem daraus resultierenden Ausfall zahlreicher unzureichend besicherter Kredite im US-amerikanischen Finanzsektor, entwickelte sich eine Finanz- und Wirtschaftskrise, die die ganze Weltwirtschaft in die Rezession führte. Folglich ist ein starker und krisensicherer Finanzsektor für die Volkswirtschaft zur Vorbeugung solcher Krisen ein bedeutendes Ziel.
1. Einleitung: Definiert die Problemstellung der statistischen Erfassung von Finanzdienstleistungen und deren Bedeutung für das BIP sowie das Ziel der Arbeit.
2. Grundlagen: Erläutert theoretische Konzepte zur Produktion, Produktionsfaktoren und Wertschöpfung sowie deren Einordnung in die VGR.
3. Der statistische Rahmen zur Messung der Finanzdienstleistung in der VGR: Beschreibt die internationale Entwicklung der Leistungserfassung, die Funktionsweise von FISIM und den Beitrag der Finanzdienstleistung zur Wertschöpfung in Deutschland.
4. Bewertung des FISIM zur Messung der Finanzdienstleistung in der VGR: Analysiert kritisch die Schwächen der FISIM-Methode, insbesondere im Kontext der Finanzkrise, und stellt alternative theoretische Ansätze vor.
5. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung von FISIM sowie die Notwendigkeit einer methodischen Weiterentwicklung.
6. Anhang: Enthält die tabellarischen Daten und die detaillierten Berechnungen für den Beitrag des Finanzsektors zur Wertschöpfung.
Finanzsektor, Wertschöpfung, VGR, FISIM, BIP, Banken, Finanzdienstleistung, Bankproduktion, Produktionsfaktoren, Risikoprämie, Volkswirtschaft, Wirtschaftswachstum, Statistik, Finanzkrise, Zinsmarge
Die Arbeit analysiert, wie die Leistung des Finanzsektors in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) gemessen wird und ob diese Messung, insbesondere mittels der FISIM-Methode, ökonomisch korrekt und plausibel ist.
Zu den zentralen Themen gehören die Definition von Produktionsprozessen, die methodischen Grundlagen der FISIM-Berechnung (Financial Intermediation Services, Indirectly Measured) sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Einbeziehung von Risikoprämien in die Bankproduktion.
Das Ziel ist es, die Leistungserfassung des Finanzsektors zu erklären, den Beitrag des Sektors zur Wertschöpfung in Deutschland zu ermitteln und kritisch zu bewerten, inwieweit FISIM für eine korrekte Erfassung geeignet ist.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer deskriptiven sowie quantitativen Auswertung von Daten des Statistischen Bundesamtes unter Anwendung statistischer Kennzahlen wie dem arithmetischen Mittel, der Standardabweichung und der CAGR.
Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung der statistischen Rahmenbedingungen (SNA 1993 bis SNA 2008), der detaillierten Funktionsweise von FISIM und einer umfassenden Kritik, insbesondere hinsichtlich der Verzerrungen durch Risikoprämien in Krisenzeiten.
Die zentralen Begriffe sind Finanzsektor, Wertschöpfung, FISIM, Bankproduktion, Risikoprämie und Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR).
Kritisiert wird, dass FISIM in Krisenzeiten unplausible Ergebnisse liefert, da die Methode nicht zwischen tatsächlich erbrachter Dienstleistung und einer Erhöhung der Zinsmarge zur Risikokompensation der Banken unterscheidet.
Das Ergebnis legt nahe, dass die derzeitige Methode FISIM die Bankproduktion möglicherweise überschätzt, was darauf hindeutet, dass politische Entscheidungen auf Basis der VGR-Daten unter Umständen auf verzerrten Kennzahlen beruhen könnten.
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