Masterarbeit, 2019
119 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Zielstellung
1.3 Aufbau und Methodik
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffsbestimmungen
2.2 Bisheriger Forschungsstand
2.3 Aktuelle Rahmenbedingungen
2.3.1 Wertewandel in der Arbeitswelt
2.3.2 Die (Arbeits-)Kultur im öffentlichen Dienst
2.3.3 Demografischer Wandel
2.3.4 Digitalisierungsprozesse im öffentlichen Dienst
3 Empirische Untersuchung
3.1 Befragung von Beschäftigten im öffentlichen Dienst
3.1.1 Hypothesen
3.1.2 Operationalisierung
3.1.3 Forschungsdesign
3.1.4 Durchführung
3.1.5 Stichprobe
3.1.6 Ergebnisse
3.2 Diskussion der Ergebnisse
4 Handlungsempfehlungen
5 Fazit und Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen, welche Werte für Beschäftigte im öffentlichen Dienst für eine gute Zusammenarbeit in virtuellen Strukturen bei der Nutzung mobiler und flexibler Arbeitsformen wesentlich sind. Dabei steht die Frage im Fokus, ob durch diese Arbeitsweisen Isolierungs- oder Individualisierungstendenzen entstehen.
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
Es besteht in der Werte- und Wertewandelforschung größtenteils Einigkeit darüber, dass sich in der postindustriellen Gesellschaft Deutschlands sowie anderen Ländern seit den 1960er Jahren eine Verlagerung der Prioritäten in der Wertorientierung der Bevölkerung vollzieht – der sog. Wertewandel – (Inglehart 1977; Klages 1985; Gensicke 1996). Damit ist gemeint, dass traditionelle Werte wie Disziplin, Pflicht, Unterordnung und Sicherheit an Bedeutung verlieren und moderne emanzipatorische Werte wie Selbstverwicklung und Individualität an Bedeutung gewinnen. Kennzeichnend hierbei ist z. B. der Trend zur Freizeit- statt Karriereorientierung bzw. ein stärkeres Bedürfnis nach der sog. Work-Life-Balance, welches insbesondere bei den Jahrgängen ab 1985 zu beobachten ist (BMAS 2015a: 18; Köhler 2017: 175f.; Rump/Eilers 2017: 35; Kienbaum 2018: 4).
Im Allgemeinen nimmt der Wunsch nach mehr Arbeitszeitsouveränität der Beschäftigten zu. Im Kern geht es darum, die Dauer, Lage (Beginn und Ende) sowie Verteilung der Arbeitszeit selbstbestimmt zu wählen (DGB-Index ‚Gute Arbeit‘ 2014: 5f.; BMAS 2015b: 24f.; Brenscheidt 2018: 38f.). Während bereits viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihren Beschäftigten durch konkretisierte Arbeitszeitregelungen ermöglichen die Arbeitszeit etwas flexibler zu gestalten, ermöglicht der digitalen Wandel Beschäftigten gleichzeitig ortsflexibles Arbeiten. Hierzu gibt es verschiedene Modelle wie z. B. die alternierende Teleheimarbeit oder mobile Arbeit, was noch weitere Flexibilisierungen der Arbeit im Rahmen der geltenden Arbeitszeitgesetze zulässt. Die in verschiedenen Ausprägungen auftretenden Modelle dienen zur Verbesserung der Vereinbarkeitsthematiken je nach Lebensphase (Vogl/Nies 2013: 14). Derzeit werden diese Möglichkeiten noch nicht von der Mehrheit der Arbeitsnehmerinnen und Arbeitnehmer in Anspruch genommen (Initiative D21 2019: 54), obwohl 83 % der Beschäftigten digitale Technologien am Arbeitsplatz (BMAS 2016b: 6) nutzen und für 40% der Arbeitsplätze die Voraussetzungen dazu gegeben wären. Es wird deutlich, dass ‚Arbeit 4.0‘ nicht nur den digitalen Wandel der Arbeitswelt im Zuge reiner Adaption moderner Informations- und Kommunikationstechnologie umfasst, sondern ebenso die gewandelten Werte in der Gesellschaft mitgedacht werden müssen (BMAS 2015a: 18).
1 Einleitung: Beschreibt den gesellschaftlichen Wertewandel, die Bedeutung der Arbeitszeitsouveränität und die Forschungsfrage zur Zusammenarbeit im öffentlichen Dienst.
2 Theoretische Grundlagen: Definiert zentrale Begriffe wie Werte und Wertewandel und analysiert Rahmenbedingungen wie den demografischen Wandel und Digitalisierung im öffentlichen Dienst.
3 Empirische Untersuchung: Stellt das Forschungsdesign der quantitativen Online-Befragung sowie die Hypothesen und Ergebnisse zur Arbeitszufriedenheit und Zusammenarbeit vor.
4 Handlungsempfehlungen: Leitet auf Basis der empirischen Ergebnisse konkrete Maßnahmen für ein werteorientiertes Personalmanagement ab.
5 Fazit und Ausblick: Führt die zentralen Ergebnisse zusammen und reflektiert über zukünftige Forschungsbedarfe im Kontext von Wertewandel und Arbeitskultur.
Wertewandel, öffentliche Verwaltung, Digitalisierung, mobile Arbeit, Arbeitszufriedenheit, Berufsorientierung, Generation Y, Zusammenarbeit, Führung, Personalmanagement, Selbstentfaltungswerte, Pflichtwerte, Online-Befragung, virtuelle Strukturen, Arbeit 4.0
Die Masterarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichem Wertewandel und den Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst, insbesondere im Kontext von Digitalisierung und flexiblen Arbeitsformen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Werteforschung, dem Einfluss der Digitalisierung auf Verwaltungsstrukturen, den Auswirkungen mobiler Arbeit auf die kollegiale Zusammenarbeit sowie dem demografischen Wandel.
Ziel ist es zu identifizieren, welche Werte Beschäftigten im öffentlichen Dienst für eine gute Zusammenarbeit und Berufszufriedenheit wichtig sind und ob mobile Arbeitsformen Isolierungstendenzen fördern.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer eigenen quantitativen empirischen Online-Befragung unter Beschäftigten im öffentlichen Dienst.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Wertekonzepte und die empirische Analyse, in der Hypothesen zu Arbeitswerten, Berufsorientierung und den Auswirkungen mobiler Arbeit getestet werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Wertewandel, öffentliche Verwaltung, Digitalisierung, mobile Arbeit und Arbeitszufriedenheit charakterisieren.
Die Generation Y wird als ein Treiber des Wertewandels betrachtet; die Untersuchung prüft, ob diese Altersgruppe signifikant andere Selbstentfaltungswerte aufweist als ältere Generationen.
Die Studie konnte keine signifikante Isolationstendenz belegen; negative Aspekte wie geringerer Kontakt werden zwar wahrgenommen, führen jedoch nicht zu einem Verlust des Zugehörigkeitsgefühls.
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