Bachelorarbeit, 2020
66 Seiten, Note: 1,8
1. Einführung
2. Konzeptioneller Bezugsrahmen
2.1 Dienstleister und Unternehmensberatungen
2.1.1 Dienstleister und wissensintensive Dienstleister
2.1.2 Unternehmensberatungen und ihre Ausprägngen
2.2 Modelle von Internationalisierungsmotiven
2.2.1 Push-und-Pull-Modell
2.2.2 Market Seeking, Resource Seeking und Client Following
2.3 Stand der Forschung
2.4 Abgrenzung, Schwerpunktsetzung und Zielsetzung
2.5 Theoretischer Hintegrund der wichtiger Faktoren
2.5.1 Wichtiger Faktor: Talentierter Nachwuchs
2.5.1.1 War of Talents
2.5.1.2 High Potentials
2.5.1.3 Reputation
2.5.2 Wichtiger Faktor: Soziale Netzwerke
2.5.2.1 Unsicherheiten im Beratungsmarkt
2.5.2.2 Mechanismen der Markterschließung
2.5.3 Wichtiger Faktor: Folgeaufträge
2.5.4 Forschungsleitende Annahmen
2.5.4.1 Annahme zu wichtigem Faktor : Talentierter Nachwuchs
2.5.4.2 Annahme zu wichtigem Faktor: Soziale Netzwerke
2.5.4.3 Annahme zu wichtigem Faktor: Folgeaufträge
3. Methodik
3.1 Gütekriterien der qualitativen Forschung
3.2 Methodisches Vorgehen
3.2.1 Datenerhebung und Datenaufbereitung
3.2.1.1 Begründung der Methodenwahl
3.2.1.2 Auswahlkriterien der qualitativen Stichprobe
3.2.1.3 Probandenakquise
3.2.1.4 Transkription
3.2.2 Datenauswertung
4. Datenauswertung
4.1 Analyse Oberkategorie: Talentierter Nachwuchs
4.2 Analyse Oberkategorie: Soziale Netzwerke
4.3 Analyse Oberkategorie: Folgeaufträge
5. Schlussbetrachtung
5.1 Theoretische Schlussfolgerungen
5.1.1 Schlussfolgerungen talentierter Nachwuchs
5.1.2 Schlussfolgerungen Soziale Netzwerke
5.1.3 Schlussfolgerungen Folgeaufträge
5.2 Fazit
5.3 Limitiation und Handlungsempfehlungen
6. Literaturverzeichnis
7. Anhang
Die vorliegende Bachelorthesis untersucht die Internationalisierungsmotive von kleinen und mittleren Strategieberatungen (KMSB), indem sie analysiert, inwiefern die Faktoren "Talentierter Nachwuchs", "Soziale Netzwerke" und "Folgeaufträge" diese Motive beeinflussen. Das primäre Forschungsziel besteht darin, die spezifischen Treiber für die Internationalisierung dieser spezifischen Unternehmensgruppe aufzuzeigen, die in der bisherigen Forschung unterrepräsentiert ist.
2.5.1.1 War of Talents
Der Terminus „War of Talents“ ist durch einen gleichnamigen Artikel im Journal der Strategieberatung McKinsey namens TheMcKinseyQuarterly aus dem Jahre 1998 geprägt worden (vgl. Chambers et al., 1998, S. 45ff.). Der Begriff beinhaltet den Kampf um die Hochqualifizierten, die Talente, die sogenannten „High Potentials“ (Weizmann & Wenzler, S. 151). Um im internationalen Wettbewerb erfolgreich bestehen zu können, müssen Unternehmen fähig sein, rasch auf neue Entwicklungen reagieren zu können. Dies ist nur mit qualifizierten, leistungsstarken Mitarbeitern möglich (vgl. Hermann, Kraneis & Renhak, 2005–06, S. 2; Simon & Wiltinger 1993, S. 763), denn diese sind die „wichtigste strategische Ressource im Kampf um Wettbewerbsvorteile“ (Weinert, 2008, S. 47). Sie ermöglichen ihren Arbeitgebern den anhaltenden Unternehmenserfolg (vgl. Weinert, 2008, S. 47). Für Arbeitgeber ist es jedoch extrem aufwendig, High Potentials für sich zu gewinnen und an sich zu binden (vgl. Weinert, 2008, S. 47). Dieser Umstand verleiht dem Faktor Humankapital sehr viel mehr Gewicht als anderen Produktionsfaktoren (vgl. Hermann, Kraneis & Renhak, 2005–06, S. 2; Simon und Wiltinger 1993, S. 763).
Ende der 90er-Jahre waren bereits Entwicklungen erkennbar, die dazu führten, dass der Krieg um die Besten heute wichtiger ist denn je (vgl. Braun, Plagge & Buch, 2011, S. 31). Und seit etwa dieser Zeit wird auch bereits auf die Problematik der talentierten Nachwuchsrekrutierung hingewiesen (vgl. Eggers,Thiele & Draeger, 1999, S. 9; Spieckschen, 2005, S. 129). Die Lünedonk-Studie aus dem Jahr 2001 belegt die Marktsituation. Darin bestätigten 83 % aller befragten Beratungsunternehmen, dass ihr größtes Problem in der Gewinnung qualifizierten Nachwuchses besteht (vgl. Glückler, 2005, S. 75; Streicher, 2002). Es wäre jedoch ein Fehler zu glauben, dass der Krieg um die Talente nicht mehr von Relevanz sei. Die Aktualität wird auch durch die 11. jährliche globale Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC belegt, die aussagt, dass 89 % der befragten CEOs die Nachwuchsrekrutierung als eine ihrer Top-Prioritäten ansehen (vgl. pwc, 2008, S. 35; Guthridge, Komm & Lawson, 2008, S. 49). Ein weiteres Indiz für die Relevanz dieses Themas ist, dass McKinsey 2008, also zehn Jahre nach der Veröffentlichung des Artikels „The War of Talents“ diese Studie wieder aufgreift: „The War for Talent never ended. Executives must constantly rethink the way their companies plan to attract […] employees“ (Guthride, Komm & Lawson, 2008, S. 49).
1. Einführung: Hinführung zum Thema Internationalisierung von Strategieberatungen vor dem Hintergrund der Globalisierung und wachsender Bedeutung wissensintensiver Dienstleister.
2. Konzeptioneller Bezugsrahmen: Definition grundlegender Begriffe wie Dienstleister und Unternehmensberatungen sowie Darlegung der theoretischen Modelle zu Internationalisierungsmotiven (Push-Pull, Dunning-Paradigma).
3. Methodik: Beschreibung des qualitativen Forschungsansatzes, der Datenerhebung mittels Experteninterviews und der Auswertung gemäß der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.
4. Datenauswertung: Detaillierte Analyse der Ergebnisse untergliedert in die drei Hauptfaktoren Talentierter Nachwuchs, Soziale Netzwerke und Folgeaufträge.
5. Schlussbetrachtung: Synthese der Untersuchungsergebnisse, Modifikation der Ausgangsannahmen und Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Praxis der Managementberatungen.
Internationalisierungsmotive, Strategieberatung, kleine und mittlere Unternehmen, KMBU, War of Talents, High Potentials, Reputation, Soziale Netzwerke, Social Embeddedness, Folgeaufträge, Client Following, qualitative Inhaltsanalyse, Markterschließung, Wissensintensive Dienstleister, Internationalisierungsstrategie.
Die Arbeit untersucht, welche spezifischen Motive kleine und mittlere Strategieberatungen dazu bewegen, international tätig zu werden.
Die zentralen Themen sind der Wettbewerb um talentierte Mitarbeiter ("War of Talents"), die Bedeutung von sozialen Netzwerken für die Akquise und die Rolle von Folgeaufträgen bei bestehenden Kunden.
Ziel ist es zu beantworten, welche Internationalisierungsmotive sich bei kleinen und mittleren Strategieberatungen aus den Faktoren talentierter Nachwuchs, soziale Netzwerke und Folgeaufträge ableiten lassen.
Es wird eine qualitative empirische Studie durchgeführt, die auf Experteninterviews basiert und mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wird.
Der Hauptteil gliedert sich in einen konzeptionellen Bezugsrahmen, eine detaillierte methodische Beschreibung und die anschließende Auswertung der Interviewdaten zu den drei untersuchten Einflussfaktoren.
Wesentliche Begriffe sind Internationalisierungsmotive, Strategieberatung, KMBU, War of Talents, soziale Einbettung und Client Following.
Die Internationalisierung wird als Hilfsmittel genutzt, um Schwächen wie geringere Bekanntheit oder niedrigere Gehälter zu kompensieren und gezielt Zugang zu High Potentials in neuen Märkten zu erhalten.
Da Beratungsleistungen Vertrauensgüter sind, ist eine Einbettung in soziale Netzwerke vor Ort oft die einzige Möglichkeit, lokale Kunden zu gewinnen, da reiner Export ohne Präsenz meist nicht ausreicht.
Grenzüberschreitende Folgeaufträge dienen als "Türöffner" und finanzielle Absicherung, um mit einem bestehenden Kundenstamm das Risiko einer Niederlassungsgründung in einem neuen Markt zu minimieren.
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