Masterarbeit, 2015
165 Seiten, Note: 1,7
1 Einführung
2 Die aktuelle Situation in der deutschen Kraftfahrzeugversicherung
2.1 Der deutsche Kraftfahrtversicherungsmarkt
2.1.1 Deckungsarten in der deutschen Kraftfahrtversicherung
2.1.2 Gegenwärtige Tarifierung
2.2 Telematik in der Kraftfahrzeugversicherung
2.2.1 Technologien zur Umsetzung telematikbasierter Versicherungen
2.2.2 Varianten telematikbasierter Versicherungslösungen
2.2.3 Datenverwaltung innerhalb telematikbasierter Versicherungen
3 Auswirkungen der Einführung telematikbasierter Versicherungen für Anbieter und Nachfrager
3.1 Auswirkungen auf Versicherungsunternehmen
3.1.1 Auswirkungen auf das Prämienvolumen
3.1.2 Auswirkungen auf die Schadens- und Betriebskosten
3.1.3 Auswirkungen auf den Risikobestand
3.1.4 Auswirkungen auf die Unternehmensstrategie
3.2 Auswirkungen für Versicherungsnehmer
3.2.1 Auswirkungen auf die Prämienzahlung
3.2.2 Auswirkungen auf die Servicedienstleistung
3.2.3 Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit
4 Identifikation von Kundensegmenten bei der Einführung telematikbasierter Versicherungen
4.1 Konzeption und Durchführung der Untersuchung
4.1.1 Annäherung an den Begriff des Kundensegments
4.1.2 Qualitativer Forschungsansatz
4.1.3 Aufbau des Fragebogens
4.1.4 Auswahl der Experten und Durchführung der Experteninterviews
4.1.5 Methodisches Vorgehen
4.1.6 Auswertungsvorgehen
4.2 Netzwerkökonomische Aspekte bei der Markteinführung digitaler Güter
4.2.1 Strategische Entwicklungsrichtungen der Netzwerkökonomie
4.2.2 Erfolgsfaktoren neuer digitaler Geschäftsansätze
4.3 Strategische Unternehmensentscheidungen von Versicherern bei der Markteinführung in Netzwerkökonomien
4.3.1 Entwicklung der Vernetzung und Technologie
4.3.2 Standards innerhalb telematikbasierter Tarife
4.3.3 Netzwerkeffekte und kritische Masse
4.3.4 Einführungszeitpunkt telematikbasierter Tarife
4.4 Notwendigkeit einer Identifikation von Kundensegmenten innerhalb telematikbasierter Tarife
5 Identifizierte und bewertete Kundensegmente telematikbasierter Versicherungslösungen
5.1 Junge Fahranfänger und durch Eltern versicherte Versicherungsnehmer
5.2 Ältere Versicherungsnehmer
5.3 Sicherheits- und serviceorientierte Versicherungsnehmer
5.4 Firmenkunden und Flottenversicherte
5.5 Abgelehnte Kundensegmente
5.5.1 Risikoarme Fahrer mit hoher SF- Einstufung
5.5.2 Versicherungsnehmer mit hoher jährlicher Fahrleistung
5.5.3 Versicherungsnehmer mit niedriger SF-Einstufung aufgrund eines Unfalls
5.5.4 Eine Einführung in alle Kundensegmenten
6 Diskussion der Ergebnisse und Ausblick
6.1 Zusammenfassende Darstellung der Erkenntnisse
6.2 Diskussion der zentralen Ergebnisse und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Identifikation von Kundensegmenten, die als geeignete Zielgruppen für die Einführung telematikbasierter Versicherungslösungen fungieren. Dabei soll insbesondere untersucht werden, welche Segmente einen positiven Beitrag zur Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit der Versicherer leisten können, während gleichzeitig netzwerkökonomische Aspekte in die strategische Entscheidungsfindung einbezogen werden.
2.1.2 Gegenwärtige Tarifierung
Das Kerngeschäft des Versicherungsunternehmens ist die Produktion des Versicherungsschutzes. Nach Nguyen und Romeike (2012, S. 10) erfolgt die Versicherungsproduktion grundsätzlich in drei Stufen:
1. In der ersten Stufe werden unter Einsatz versicherungstechnischer Instrumente (beispielsweise Risikoselektion, Gestaltung der Deckungsgrenzen, der Prämienhöhe und der Tarifstruktur) die einzelnen Risiken identifiziert und kalkuliert.
2. In der zweiten Stufe wird unter Einsatz weiterer versicherungstechnischer Instrumente (beispielsweise Sicherheitskapitalbildung, Rückstellungsbildung, Vermögensanlagepolitik, Rückversicherungspolitik und Bestandsorganisation) versucht, den Risikoausgleich im Kollektiv und Zeitverlauf zu erreichen.
3. In der dritten Stufe der Versicherungsproduktion erfolgt als Konkretisierung des Schutzversprechens, die Zahlung der Entschädigungsleistung im Versicherungsfall.
Die Bestimmung der Prämienhöhe, ein zentraler Bestandteil der ersten Stufe der Versicherungsproduktion, erfolgt in der Kfz-Versicherung anhand diverser subjektiver und objektiver Merkmale. Zudem haben zahlreiche Rabattierungsmerkmale einen Einfluss auf die Prämienhöhe. Die Kfz-Versicherung ist innerhalb der Schadens- und Unfallversicherung die Sparte, mit der höchsten Anzahl an Tarifierungsmerkmalen zur Prämienkalkulation. Die hohe Anzahl an Tarifierungsmerkmalen resultiert zum einen aus der Deregulierung in der Kfz-Versicherung im Jahr 1994 und der damit einhergehenden zunehmenden Bedeutung einer risikoadäquaten und gerechten Beitragsberechnung. Diese hat den Zweck die Prämienhöhe des einzelnen VN auf Grundlage seiner individuellen Schadenerwartung festzusetzen (vgl. Weidner und Weidner 2014, S. 169). Zum anderen resultiert die hohe Anzahl an Tarifmerkmalen aus der Intention des VU, eine zuverlässige Schätzung der Schadenerwartung sicherzustellen und dadurch eine Steuerung des Gesamtrisikos im Rahmen der Anforderung durch das Solvabilitätssystem zu gewährleisten (vgl. Weidner und Weidner 2014, S. 169).
1 Einführung: Diese Einleitung erläutert den Trend zur Digitalisierung und Vernetzung von Fahrzeugen sowie das Potenzial telematikbasierter Versicherungen für den deutschen Markt.
2 Die aktuelle Situation in der deutschen Kraftfahrzeugversicherung: Das Kapitel beschreibt den deutschen Markt, die bestehende Tarifierung sowie die technischen Grundlagen und Varianten telematikbasierter Versicherungslösungen.
3 Auswirkungen der Einführung telematikbasierter Versicherungen für Anbieter und Nachfrager: Hier werden die Effekte auf Versicherungsunternehmen hinsichtlich Prämienvolumen, Kosten und Risikobestand sowie auf Versicherungsnehmer bezüglich Prämien und Sicherheit analysiert.
4 Identifikation von Kundensegmenten bei der Einführung telematikbasierter Versicherungen: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen, die Konzeption der Untersuchung und die netzwerkökonomischen Rahmenbedingungen für die Markteinführung.
5 Identifizierte und bewertete Kundensegmente telematikbasierter Versicherungslösungen: Es werden spezifische Kundensegmente untersucht, bewertet und deren Eignung für den Einsatz telematikbasierter Tarife geprüft.
6 Diskussion der Ergebnisse und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die strategische Weiterentwicklung im Kontext von Digitalisierung und zukünftigen Technologien.
Kfz-Versicherung, Telematik, Versicherungstarife, Kundensegmentierung, Netzwerkökonomie, Fahrverhalten, Risikobewertung, Digitalisierung, Prämienrabatt, Connected Car, Big Data, eCall, Risikomanagement, Schadenkosten, Zielgruppenanalyse
Die Master-Thesis befasst sich mit der Identifikation und Bewertung von geeigneten Kundensegmenten für die Einführung telematikbasierter Kfz-Versicherungstarife auf dem deutschen Markt.
Die zentralen Themen sind der deutsche Kfz-Versicherungsmarkt, technische Umsetzungsmöglichkeiten von Telematik, deren Auswirkungen auf Versicherer und Kunden sowie die netzwerkökonomische Strategieentwicklung.
Das Ziel ist es zu analysieren, welche spezifischen Kundengruppen telematikbasierte Versicherungslösungen profitabel und strategisch sinnvoll annehmen könnten.
Die Arbeit verfolgt einen qualitativen Forschungsansatz, basierend auf einer fundierten Literaturanalyse und leitfaden-gestützten Experteninterviews mit Branchenvertretern.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Marktanalyse, die Erörterung der Auswirkungen telematischer Dienste auf die Wertschöpfungskette sowie die empirische Identifikation und detaillierte Bewertung verschiedener Kundensegmente.
Wichtige Schlagworte sind Kfz-Versicherung, Kundensegmentierung, Telematik, Netzwerkökonomie und Risikoanalyse.
Es bietet einen frühen Zugang zu jungen Kunden und die Möglichkeit, durch verhaltensbasierte Anreize die in diesem Segment typischerweise hohe Schadenquote zu mindern.
Dieses Segment wird als eher ungeeignet erachtet, da der Spielraum für Prämienreduktionen bei ohnehin schon sehr niedrigen Beiträgen kaum vorhanden ist.
Smartphones bieten gegenüber fest verbauten Black-Boxen geringere Investitionskosten für den Versicherer und eine höhere Nutzerakzeptanz, da keine zusätzliche Hardware eingebaut werden muss.
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