Fachbuch, 2021
77 Seiten
1 Einleitung
2 Wissenschaftlicher Hintergrund
2.1 Die verschiedenen Kanäle des Ressourcenfluchs
2.2 Ursprung und Bedeutung der Holländischen Krankheit
2.3 Die Verwendung von Ressourceneinnahmen
2.4 Aktueller Stand der Forschung
2.5 Methodischer Ansatz
3 Theoretischer Rahmen
3.1 Die Holländische Krankheit auf Länderebene
3.1.1 Der Aufbau
3.1.2 Der Ressourcenbewegungseffekt
3.1.3 Der Ausgabeneffekt
3.1.4 Eine Gleichgewichtsanalyse des Ressourcenbooms
3.1.5 Die Effekte der Arbeitsmigration
3.2 Die Holländische Krankheit auf regionaler Ebene
3.2.1 Der regionale Kontext
3.2.2 Learning by Doing
3.2.3 Agglomeration
3.3 Ein Modell zur regionalen Holländischen Krankheit
3.3.1 Der Aufbau
3.3.2 Produktion
3.3.3 Verbraucher und Arbeitnehmer
3.3.4 Wohlfahrt
3.3.5 Relative und absolute Effekte
3.3.6 Vorhersagen des Modells
4 Empirische Betrachtung
4.1 Empirische Vorgehensweise
4.2 Ausgaben- und Ressourcenbewegungseffekt
4.3 Bevölkerung und Löhne
4.4 Die Beschäftigung im handeltreibenden Sektor
4.5 Die Produktivität des handeltreibenden Sektors
4.6 Langfristige Auswirkungen und Wirtschaftswachstum
4.7 Regionale Übertragungskanäle
4.8 Abmilderungseffekte
5 Diskussion
5.1 Schlussfolgerungen und weiterführende Überlegungen
5.2 Einordnung und Ausblick
5.3 Politische Handlungsempfehlungen
6 Fazit
Die Arbeit untersucht, welche lokalen ökonomischen Auswirkungen Ressourcenreichtum auf Regionen innerhalb von Ländern hat und ob diese durch die Mechanismen der Holländischen Krankheit zu einer lokalen Deindustrialisierung führen. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob regionale Entscheidungsträger angesichts dieser Risiken am Rohstoffsektor festhalten sollten.
2.2 Ursprung und Bedeutung der Holländischen Krankheit
Entstehung und Verlauf der Holländischen Krankheit lassen sich exemplarisch am namensgebenden Beispiel aus den Niederlanden in den 50er und 60er Jahren darstellen. 1977 wurde erstmals in einem Artikel der britischen Wochenzeitung „The Economist“ die schlechte gesamtwirtschaftliche Situation der Niederlande als „Holländische Krankheit“ (engl. Dutch disease) bezeichnet (vgl. The Economist 1977, S. 82–83). Der Grund für die Tatsache, dass die Niederlande in den späten 50er und frühen 60er Jahren mehr ökonomische Probleme hatten als andere europäische Länder, hängt paradoxerweise auch mit den 1959 entdeckten Gasreserven zusammen. Nach der Entdeckung von Erdgas, einer wertvollen Ressource für den Energiesektor, wertete der niederländische Gulden stark auf. Dies führte zu einer Inflation, die wiederum Wettbewerbsfähigkeit und Rentabilität des Dienstleistungssektors und des verarbeitenden Gewerbes verminderte (vgl. Gylfason 2001, S. 1–2).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Ressourcenfluchs ein, definiert die Holländische Krankheit und erläutert die Leitfrage sowie den methodischen Ansatz der Masterarbeit.
2 Wissenschaftlicher Hintergrund: Dieses Kapitel ordnet die Literatur zum Ressourcenfluch ein, analysiert die Ursprünge der Holländischen Krankheit am Beispiel der Niederlande und stellt den aktuellen Forschungsstand sowie die methodische Vorgehensweise dar.
3 Theoretischer Rahmen: Hier wird ein theoretisches Modell entwickelt, das die Mechanismen des Strukturwandels nach einem Ressourcenboom systematisiert, inklusive der Effekte von Arbeitsmigration, Learning by Doing und Agglomeration.
4 Empirische Betrachtung: In diesem Kapitel werden die aus der Theorie abgeleiteten Vorhersagen anhand empirischer Daten aus verschiedenen Industrienationen überprüft, wobei insbesondere regionale Wirtschaftsdaten analysiert werden.
5 Diskussion: Die Ergebnisse aus Theorie und Empirie werden zusammengeführt, um die Leitfrage zu bewerten und konkrete politische Handlungsempfehlungen zur Vermeidung der Holländischen Krankheit abzuleiten.
6 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont, dass trotz der theoretischen Risiken in entwickelten Volkswirtschaften oft keine langfristig negativen Auswirkungen eines Ressourcenbooms nachweisbar sind.
Holländische Krankheit, Ressourcenfluch, Ressourcenboom, Regionalökonomie, Strukturwandel, Deindustrialisierung, Rohstoffsektor, Ressourcenbewegungseffekt, Ausgabeneffekt, Learning by Doing, Agglomerationseffekt, regionale Entwicklung, Wirtschaftswachstum, Arbeitsmigration, politische Handlungsempfehlungen
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Auswirkungen von Ressourcenreichtum auf Regionen innerhalb von Ländern und untersucht, ob diese Regionen von einem sogenannten Ressourcenfluch bzw. der Holländischen Krankheit betroffen sind.
Die zentralen Themen sind der Ressourcenbewegungseffekt, der Ausgabeneffekt, die regionale Deindustrialisierung sowie die Rolle von Learning by Doing- und Agglomerationseffekten.
Die zentrale Leitfrage lautet: Sollen ressourcenreiche Regionen und ihre Entscheidungsträger am Rohstoffsektor festhalten?
Die Arbeit kombiniert einen theoretischen, mikroökonomisch fundierten Modellrahmen mit einer empirischen Analyse, die Daten aus Industrienationen wie Australien, Kanada und den USA auswertet.
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Modelle zur Holländischen Krankheit auf Länder- und Regionalebene hergeleitet und anschließend anhand empirischer Daten, insbesondere zu Beschäftigung, Löhnen und Exporten, auf ihre Validität geprüft.
Wichtige Begriffe sind Holländische Krankheit, Ressourcenboom, Strukturwandel, regionale Entwicklung, Deindustrialisierung und politische Steuerungsinstrumente wie Staatsfonds.
Im Gegensatz zu Ländern verfügen Regionen in der Regel über keine eigene Währung und keine eigenständige Geldpolitik, weshalb Anpassungsprozesse primär über Lohn- und Preisniveaus sowie Faktorbewegungen stattfinden.
Die Arbeit betont, dass die institutionelle Qualität entscheidend dafür ist, ob Ressourcenreichtum zu negativem Wachstum (Fluch) führt oder erfolgreich genutzt werden kann, um Wohlstand und Infrastruktur zu fördern (Segen).
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