Examensarbeit, 2006
71 Seiten, Note: 1,5
0. Einleitung
1. Intermedialität
2. Libertinage und romantische Liebe
3. Choderlos de Laclos' Briefroman: Les Liaisons dangereues
3.1 Zusammenfassung der Handlung
3.2 Zeit und Wirkung des Romans
3.3 Besonderheiten des Briefromans
3.4 Libertinage und romantische Liebesbeziehungen
3.4.1 Der Vicomte de Valmont
3.4.2 Die Marquise de Merteuil
3.5 Die Machtbeziehungen in den Liaisons dangereuses
4. Roger Vadims Film: Les Liaisons dangereuses 1960
4.1 Handlung des Films und Abweichung zum Roman
4.2 Zeit und Wirkung des Films
4.3 Besonderheiten der Verfilmung
4. 4 Libertinage und romantische Liebesbeziehungen
4.4.1 Valmont
4.4.2 Juliette de Merteuil
4.5 Machtbeziehungen in den Liaisons dangereueses 1960
5. Stephen Frears Film: Dangerous Liaisons
5.1 Handlung des Film und Abweichung zum Roman
5.2 Zeit und Wirkung des Films
5.3 Besonderheiten der Verfilmung
5.4 Libertinage und romantische Liebesbeziehungen
5.4.1 Der Vicomte de Valmont
5.4.2 Die Marquise de Merteuil
5.5 Machtbeziehungen in den Dangerous Liaisons
6. Roger Kumbles Film: Cruel Intentions
6.1 Handlung des Films und Abweichung zum Roman
6.2 Zeit und Wirkung des Films
6.3 Besonderheiten der Verfilmung
6.4 Libertinage und romantische Liebe
6.4.1 Sebastian Valmont
6.4.2 Kathryn Merteuil
6.5 Machtbeziehungen in den Cruel Intentions
7. Schluss
Die Arbeit untersucht den intermedialen Transfer von Choderlos de Laclos' Briefroman "Les Liaisons dangereuses" (1782) in drei filmische Adaptionen des 20. Jahrhunderts. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinsichtlich der Konzepte von Libertinage, Liebesbeziehungen und Machtverhältnissen zwischen den literarischen Vorlagen und den filmischen Umsetzungen von Roger Vadim (1960), Stephen Frears (1989) und Roger Kumble (1999) zu analysieren.
3.4.1 Der Vicomte de Valmont
Im Laufe des Romans verführt der Vicomte mehrere Frauen. Cécile und die Présidente de Tourvel, die sich in den Liaisons dangereuses durch selbstverfasste Briefe charakterisieren werden neben Valmont näher betrachtet. Eine bedeutende Frage ist hier, ob der Vicomte zu leidenschaftlicher Liebe fähig ist oder eine libertine Strategie verfolgt. Gibt es in den Liaisons dangereuses eine Person, die liebt?
Der Vicomte gesteht der Marquise gleich zu Beginn des Romans sein Verliebtsein in die Présidente ein:
„Me voilà donc, depuis quatre jours, livré à une passion forte. ... je n'ai plus qu'une idée; j'y pense le jour, et j'y rêve de la nuit. J'ai besoin d'avoir cette femme, pour me sauver du ridiculed'en être amoureux.“ (Laclos, 1995, 14).
Diese wird von vielen Kritikern als Schwächung angesehen, als Verstoß gegen den libertinären Code. Im Gegensatz dazu sieht Andrejs Petrowski in der Liebe Valmonts eine von ihm benutzte Strategie. Der Vicomte möchte nicht nur die Présidente besitzen, sondern auch Madame de Merteuil von sich abhängig machen, daher „trennt er sich von ihr und beweist der libertinen Gesellschaft, daß er sie nicht liebt, wie er sich den taktischen Anschein geben muss.“ (Petrowski, 2002, 181). Sein Ziel ist es, die beiden Frauen gegeneinander auszuspielen und so beide miteinander betrügen zu können.
0. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz des Briefromans und führt in die Analyse des intermedialen Transfers in den drei ausgewählten Kinofilmen ein.
1. Intermedialität: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Intermedialität und erörtert das theoretische Verhältnis sowie die Vorurteile zwischen Literatur und Film.
2. Libertinage und romantische Liebe: Hier werden die historischen Begriffe der Libertinage und der romantischen Liebe des 18. und 19. Jahrhunderts voneinander abgegrenzt und als theoretische Grundlage für die Untersuchung eingeführt.
3. Choderlos de Laclos' Briefroman: Les Liaisons dangereues: Eine tiefgehende Untersuchung des Romans, seiner Handlung, seiner Besonderheiten sowie der libertinen und Machtstrategien der Figuren Valmont und Merteuil.
4. Roger Vadims Film: Les Liaisons dangereuses 1960: Analyse der Aktualisierung des Stoffes in die 1950er Jahre, wobei besonders die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und der filmische Stil beleuchtet werden.
5. Stephen Frears Film: Dangerous Liaisons: Untersuchung dieser Werktreuen Adaption, die den historischen Kontext des 18. Jahrhunderts beibehält und den Fokus auf das emotionale Innenleben der Figuren legt.
6. Roger Kumbles Film: Cruel Intentions: Analyse der Transformation des Stoffes in das Milieu amerikanischer Highschool-Jugendlicher der 1990er Jahre und die damit verbundene Neuausrichtung der Machtkonstellationen.
7. Schluss: Zusammenfassender Vergleich der Ergebnisse, der die zunehmende Eindeutigkeit der Liebesdarstellungen in den Filmen gegenüber der Ambivalenz des Romans aufzeigt.
Libertinage, Intermedialität, Liebesbeziehungen, Machtstrukturen, Briefroman, Literaturverfilmung, Choderlos de Laclos, Valmont, Marquise de Merteuil, Roger Vadim, Stephen Frears, Roger Kumble, Transgression, Amour Propre, Maskerade
Die Arbeit untersucht den intermedialen Transfer von Choderlos de Laclos' Briefroman in drei bedeutende Verfilmungen, um zu verstehen, wie sich die Konzepte von Liebe, Libertinage und Macht über die Zeit und in verschiedenen kulturellen Medien verändern.
Die zentralen Themen umfassen die libertine Lebensweise des 18. Jahrhunderts, die Machtmechanismen in zwischenmenschlichen Beziehungen sowie die Dynamik der Literaturverfilmung und die Adaption klassischer Stoffe in die Gegenwart.
Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung der libertinen Beziehungen und Machtverhältnisse zwischen dem Roman von 1782 und den Adaptionen von 1960, 1989 und 1999 herauszuarbeiten.
Die Autorin verwendet eine komparatistische Analyse, um den Roman und die Verfilmungen miteinander zu vergleichen, unterstützt durch soziologische Theorien zur Liebe (Niklas Luhmann) und Macht (Michel Foucault) sowie literaturwissenschaftliche Ansätze zur Intermedialität.
Der Hauptteil analysiert jeden Film einzeln, betrachtet jeweils die Handlung, die Zeitwirkung, die spezifischen Besonderheiten der Verfilmung sowie das Verhalten der zentralen Figuren Valmont und der Marquise de Merteuil in Bezug auf Libertinage und Macht.
Die wichtigsten Begriffe sind Libertinage, Intermedialität, Machtstrukturen, Maskerade, Amour Propre und die Analyse der filmischen Transformation klassischer Literaturvorlagen.
Während Valmont im Roman durch seine libertine Strategie und die Ambivalenz seiner Gefühle zur Tourvel definiert ist, zeigt die Tendenz in den Filmen eine Melodramatisierung, bei der Valmont zunehmend als romantisch Liebender und Sympathieträger dargestellt wird.
Die Marquise agiert im Verborgenen gegen das patriarchale System. Die Arbeit zeigt, dass ihr Versuch, sich in einem von Männern dominierten Feld zu behaupten, in den Filmen oft in einer Demaskierung endet, wobei der soziale Preis für ihr Handeln variiert.
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