Diplomarbeit, 2008
72 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Die Entstehung der Krise
2.1. Boom und Preisverfall am Immobilienmarkt in den USA
2.2. Transmission der Probleme über den Hypotheken- auf den Geldmarkt
3. Die Rolle der Zentralbanken
3.1. Gründe für das Eingreifen der Zentralbanken
3.2. Geldpolitische Reaktionen
3.2.1. Die Europäische Zentralbank
3.2.2. Die Federal Reserve
3.2.3. Die Bank of England
4. Kritische Würdigung der Zentralbankreaktionen
4.1. Die Zentralbank als Lender of Last Resort (LOLR)
4.2. Die Rolle von Vermögenspreisen in der Geldpolitik
4.3. Lehren aus der Krise und Reformansätze
5. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht aus volkswirtschaftlicher Sicht die Ursachen und Auswirkungen der Geldmarktkrise des Jahres 2007 sowie die darauf folgenden geldpolitischen Reaktionen der bedeutendsten Zentralbanken, um deren Verhalten in Krisensituationen kritisch zu bewerten und Lehren für die Zukunft abzuleiten.
2.1. Boom und Preisverfall am Immobilienmarkt in den USA
Der Immobilienmarkt in den USA war bis Anfang 2006 durch eine Boomphase gekennzeichnet. So ist der Anteil von Wohnungsbauinvestitionen (residential investment) am Bruttoinlandsprodukt (BIP) seit Beginn der 1990er Jahre bis Ende 2005 um ca. drei Prozentpunkte gestiegen (siehe Abb. 1).
Im letzten Quartal des Jahres 2005 erreichte der Anteil mit 6,3% des BIP den höchsten Stand seit 1950. Diese Zahlen weisen auf eine rege Bautätigkeit in den USA hin, die durch eine erhöhte Nachfrage nach Wohnraum ausgelöst wurde. Als wesentliche Ursache hierfür ist die Entwicklung des subprime-Segmentes am US-Hypothekenmarkt zu nennen (vgl. Gramlich (2007), S. 1-6), das in Abschnitt 2.2 dieser Arbeit vorgestellt wird. So besitzen im zweiten Quartal 2007 68,2% der US-Bevölkerung ein Haus, während dieser Anteil im Jahr 1994 lediglich 63,8% beträgt. Der Nachfrageanstieg führte zu höheren Häuserpreisen: Wie Abb. 2 zeigt sind diese in den Vereinigten Staaten zwischen den Jahren 1996 und 2006 sehr stark (um 86%) gestiegen (vgl. Shiller (2007), S. 4). Da Häuser als Investitionsgut angesehen werden, führt eine Preiserhöhung zu verstärkten Wohnungsbauinvestitionen (vgl. z.B. Mankiw (2007), S. 502f.): Die Erwartung weiter steigender Preise macht Häuser als Investitionsobjekte attraktiv (vgl. Shiller (2007), S. 7f.).
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die US-Hypothekenkrise des Jahres 2007 ein und stellt die Forschungsfrage nach den geldpolitischen Reaktionen von EZB, Fed und BoE.
2. Die Entstehung der Krise: Dieses Kapitel analysiert den Immobilienboom in den USA, die Finanzinnovationen und den Prozess der Transmission, der schließlich zur Illiquidität am Geldmarkt führte.
3. Die Rolle der Zentralbanken: Hier werden die Aufgaben der Notenbanken sowie ihre konkreten geldpolitischen Maßnahmen zur Sicherung der Finanzsystemstabilität in chronologischer Abfolge verglichen.
4. Kritische Würdigung der Zentralbankreaktionen: Das Kapitel bietet eine theoretische und praktische Analyse des "Lender of Last Resort"-Konzepts, diskutiert die Einflüsse von Vermögenspreisen und erörtert Lehren sowie Reformansätze für die Zukunft.
5. Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung resümiert die Ursachen der Krise und die unterschiedlichen Krisenreaktionen der Zentralbanken vor dem Hintergrund künftiger wirtschaftlicher Risiken.
Geldmarktkrise, Subprime-Krise, US-Immobilienmarkt, Zentralbanken, EZB, Federal Reserve, Bank of England, Liquidität, Finanzsystemstabilität, Lender of Last Resort, Verbriefung, Hypotheken, Vermögenspreise, Moral Hazard, Finanzinnovationen.
Die Arbeit analysiert die US-Hypothekenkrise von 2007 und die anschließenden Reaktionen der europäischen, amerikanischen und britischen Zentralbanken, um das Krisenmanagement der Notenbanken zu bewerten.
Die zentralen Felder umfassen die Entstehung von Immobilienpreisblasen, die Transmission von Finanzschocks über komplexe Finanzprodukte sowie die Rolle der Zentralbanken als Liquiditätsgeber in Krisenzeiten.
Das Ziel ist es, die Effektivität der verschiedenen geldpolitischen Interventionen der EZB, der Federal Reserve und der Bank of England zu vergleichen und kritisch zu hinterfragen.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung des "Lender of Last Resort"-Konzepts sowie eine empirische Betrachtung der Marktdaten und Reaktionen der drei untersuchten Zentralbanken im Vergleich.
Im Hauptteil werden die Entstehung der Krise, die konkreten geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken sowie eine kritische Würdigung des Zentralbankverhaltens – inklusive des Umgangs mit dem Moral-Hazard-Problem – detailliert dargestellt.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Geldmarktkrise, Subprime-Krise, Finanzsystemstabilität, Lender of Last Resort, Liquidität und Vermögenspreisblasen.
Während EZB und Fed frühzeitig auf zusätzliche Liquidität setzten, verhielt sich die Bank of England zunächst abwartend, um Moral-Hazard-Probleme zu vermeiden, was später jedoch zu einem radikalen Kurswechsel zwang.
Die Arbeit beleuchtet die Debatte, ob Notenbanken aktiv gegen Vermögenspreisblasen vorgehen sollten oder ob dies ihre Kapazitäten überschreitet und ihre Primäraufgabe der Preisniveaustabilität gefährdet.
Die Arbeit betont, dass mangelnde Transparenz und die unzureichende Regulierung von Zweckgesellschaften zentrale Schwachstellen waren, die eine engere internationale Zusammenarbeit und bessere Offenlegungspflichten erforderlich machen.
Die Stabilität wurde schließlich durch eine staatliche Garantie aller Einlagen bei dieser Bank durch den britischen Finanzminister Alistair Darling gesichert, da die Liquiditätshilfen der Bank of England allein nicht ausreichten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

