Masterarbeit, 2020
196 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Motivation, Fragestellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Bedeutung der Selbstorganisation im Kontext Lernen
2.1 Selbstorganisation durch Emotionen
2.2 Selbstorganisation durch Motivation
2.3 Selbstorganisation durch Anerkennung
2.4 Selbstorganisation im Lernprozess
3 Der Begriff des Lernens
3.1 Lernen früher und heute
3.2 Zugänge zum Gegenstand Lernen
3.3 Anthropologie und Lernen
3.4 Anatomie und Physiologie des Lernens
3.4.1 Das Gehirn
3.4.2 Limbisches System
3.4.3 Unser Gedächtnis
4 Verortung in der Erwachsenenbildung
4.1 Menschenbilder in der Erwachsenenbildung
4.2 Didaktisches Design einer Bildungseinrichtung
4.3 Berufsausbildung als Transition
4.4 Vorstellung der Ausbildung zum Notfallsanitäter
5 Empirische Datenerhebung im Berufsfeld Notfallsanitäter
5.1 Forschungsdesign des Fragebogens
5.2 Auswertung der Ergebnisse
5.2.1 Auswertung statistischer Merkmale
5.2.2 Auswertung phänomenologischer Merkmale
6 Konsequenzen für Lernumgebungen
7 Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, wie Lernumgebungen in der beruflichen Ausbildung – am Beispiel des Notfallsanitäters – so gestaltet werden können, dass selbstorganisiertes Lernen (SOL) nachhaltig und erfolgreich ermöglicht wird. Die Autorin analysiert hierzu theoretische Grundlagen und verknüpft diese mit einer empirischen Datenerhebung, um praxisnahe Ansätze für eine gelingende Lernbegleitung zu identifizieren.
2.1 Selbstorganisation durch Emotionen
Unterschiede zwischen den Begrifflichkeiten Emotion und Gefühl werden in den wissenschaftlichen Fachschaften seit jeher kontrovers diskutiert. Forscher wie der Philosoph und Psychologe William James (* 1842, † 1910) verwenden beide Begriffe synonym. Er definiert beide Wörter als eine Art Bewusstseinszustand, die der Grundform „Erleben“ entspringen, welches nicht nur inhaltlich beschrieben wird, sondern vor allem in seiner Handlung. Weiter begründet James seine synonyme Verwendung auf einer inflationären und nicht immer bestimmungsgemäßen Nutzung beider Wörter, so dass er zu der Überzeugung kommt, „Emotion“ und „Gefühl“ als allgemein gültige Auslegungen für derartige Bewusstseinszustände zu verwenden und es dem entsprechenden Kontext anzupassen. Emotionstheoretiker wie Plutchik (* 1927, † 2006) oder Damásio definieren „Gefühl“ als wahrnehmbare Körperzustände und „Emotion“ als körperlichen Zustand. Beide sind abhängig von der kulturellen Verortung und der individuellen Lebensbiographie. Sich dem Spannungsverhältnis beider Möglichkeiten bewusst, entscheidet sich die Autorin, in der vorliegenden Forschungsarbeit „Emotion“ und „Gefühl“ synonym einzusetzen, da sowohl die wahrnehmbaren Körperzustände, als auch die erlebbaren Zustände beider Bewusstseinszustände gleichermaßen eine wichtige Rolle für das selbstorgansierte Lernen spielen.
„Jeder weiß genau, was eine Emotion ist – aber niemand kann sie definieren.“ So beschreiben die Emotionsforscher Fehr und Russell im Jahre 1984 ihre Einschätzung zum Thema Emotionen. Der Versuch einer wissenschaftlichen Einordnung erfolgt über die Einteilung in Basisemotionen und Nicht-Basisemotionen. Ausgewählte Emotionstheorien definieren mindestens vier dieser Basisemotionen: Furcht, Ärger, Ekel und Kummer. Plutchik fügt dieser Liste Freude und Überraschung hinzu, Tomkins (* 1911, † 1991) ergänzt Verachtung, Interesse und Scham, Izard (* 1923, † 2017) erweitert um die Emotion Schuld. Einer der bekanntesten Emotionsforscher ist Paul Ekman, er definiert Wut, Ekel, Verachtung, Freude, Trauer, Angst sowie Überraschung als die sieben Basisemotionen. Unterwürfigkeit, Staunen, Hochgefühl, Zärtlichkeit, Erwartung, Akzeptieren und Schüchternheit sind weitere Emotionen, die laut den Forschern als Basisemotionen definiert werden könnten.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Motivation für die Arbeit, skizziert die Fragestellungen zur Gestaltung selbstorganisierter Lernumgebungen im Rettungsdienst und gibt einen Überblick über den Aufbau der Arbeit.
2 Bedeutung der Selbstorganisation im Kontext Lernen: Dieses Kapitel betrachtet die theoretischen Grundlagen der Selbstorganisation, insbesondere durch die Faktoren Emotion, Motivation und Anerkennung, und deren Einfluss auf den individuellen Lernprozess.
3 Der Begriff des Lernens: Es erfolgt eine wissenschaftstheoretische Auseinandersetzung mit dem Lernen aus historischer, anthropologischer und neurobiologischer Perspektive, um die Komplexität des Lernbegriffs aufzuzeigen.
4 Verortung in der Erwachsenenbildung: Dieses Kapitel verortet das Thema in der Erwachsenenbildung, beleuchtet relevante Menschenbilder sowie das didaktische Design und analysiert die Berufsausbildung zum Notfallsanitäter als spezifische Transition.
5 Empirische Datenerhebung im Berufsfeld Notfallsanitäter: Hier wird das methodische Design der Befragung erläutert sowie die statistische und phänomenologische Auswertung der gewonnenen Daten aus der Schülerschaft präsentiert.
6 Konsequenzen für Lernumgebungen: Dieses Kapitel führt die theoretischen und empirischen Ergebnisse zusammen, um die zentralen Fragestellungen zu beantworten und konkrete Konsequenzen für die Gestaltung von Lernumgebungen abzuleiten.
7 Fazit: Das Fazit resümiert die gewonnenen Erkenntnisse über die Grundpfeiler des selbstorganisierten Lernens und weist auf zukünftigen Forschungsbedarf hin.
Selbstorganisiertes Lernen, SOL, Didaktisches Design, Lernumgebungen, Notfallsanitäter, Erwachsenenbildung, Motivation, Emotionen, Anerkennung, Anthropologie, Neurodidaktik, Berufsausbildung, Transition, empirische Forschung, Handlungskompetenz.
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und praktischen Herausforderungen von selbstorganisiertem Lernen (SOL) in der beruflichen Ausbildung, mit einem Fokus auf den Notfallsanitäter.
Zentrale Themen sind die Bedeutung von Selbstorganisation durch Emotionen, Motivation und Anerkennung sowie die pädagogische Gestaltung von Lernumgebungen und das Didaktische Design.
Das Ziel ist es zu ergründen, wie Lernumgebungen konzipiert sein müssen, um in einer beruflichen Ausbildung wie der zum Notfallsanitäter ein nachhaltiges und erfolgreiches selbstorganisiertes Lernen zu ermöglichen.
Die Autorin kombiniert eine fundierte Literaturrecherche zu den theoretischen Grundlagen mit einer empirischen Datenerhebung in Form eines standardisierten Fragebogens, der an vier Bildungseinrichtungen durchgeführt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Analysen zur Selbstorganisation, zum Begriff des Lernens (anthropologisch und anatomisch) sowie zur Verortung in der Erwachsenenbildung. Zudem wird die empirische Datenerhebung sowie deren Analyse ausführlich dargestellt.
Neben dem zentralen Begriff "Selbstorganisiertes Lernen" (SOL) sind "Didaktisches Design", "Notfallsanitäter", "Erwachsenenbildung", "Motivation" und "Anerkennung" prägende Begriffe.
Der Notfallsanitäter ist ein relativ neuer Ausbildungsberuf, der komplexe Anforderungen an die Lernenden stellt und somit eine ideale Gelegenheit bietet, pädagogische Entwicklungen gegenwartsbezogen zu beobachten.
Anerkennung wird als identitätsstiftendes und lernförderliches Phänomen beschrieben, das grundlegend ist, damit Lernprozesse im Kontext der Selbstorganisation nachhaltig gelingen können.
Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: Viele Schüler sehen in SOL eine Chance zur individuellen Vertiefung, kritisieren jedoch häufig fehlende Strukturen, mangelnde Vorbereitung durch Dozenten oder eine laute Lernumgebung.
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