Diplomarbeit, 2006
137 Seiten, Note: 1,0
0. Einleitung
1. Definition: Arbeit, Arbeitsgesellschaft
2. Geschichte der Arbeit
2.1 Die Antike (2. Jahrtausend v. Chr. – 476 n. Chr.)
2.2 Mittelalter (zwischen Antike und Renaissance)
2.2.1 Das Christentum
2.3 Puritanismus 17./18. Jahrhundert
2.3.1 Die Ökonomisierung der Arbeit
2.4 Aufklärung 18./19. Jahrhundert
2.5 Die Industrialisierung
2.6 Schlussfolgerungen
3. Arbeit, Identität, soziale Integration - Zur gesellschaftlichen Bedeutung von Erwerbsarbeit
3.1 Arbeiten jenseits von Erwerbsarbeit
„Nie wieder Vollbeschäftigung - wir haben Besseres zu tun.“
4. Das Ende der Erwerbsarbeitsgesellschaft
4.1 Technisierung
4.2 Die Globalisierung der Arbeitsmärkte
4.3 Entwicklung der weltweiten Arbeitslosigkeit
4.3.1 Prekäre Arbeitsformen
4.3.2 Verdeckte Arbeitslosigkeit
4.4 Arbeitsplatzabbau
4.5 Neue Arbeitsbereiche
4.5.1 Virtuelle Untenehmen
4.6 Schlussfolgerungen
5. Visionen zukünftiger Tätigkeitsgesellschaften
5.1 Visionen einer zukünftigen Tätigkeitsgesellschaft nach Jeremy Rifkin
5.1.1 Arbeitszeitverkürzung
5.1.2 Der dritte Sektor
5.1.3 Finanzierung
5.1.4 Entlohnung bzw. Belohnung
5.1.5 Sozialwährung
5.1.6 Schlussfolgerungen
5.2 Die Bürgerarbeit
5.2.1 Materielle Belohnung
5.2.2 Immaterielle Belohnung
5.2.3 Finanzierungsmöglichkeiten
5.2.4 Die Gemeinwohl-Unternehmer
5.2.5 Ausschuss für Bürgerarbeit
5.2.6 Beteiligung an der Bürgerarbeit
5.2.7 Bürgerarbeit als Mittel gegen Arbeitslosigkeit
5.2.8 Schlussfolgerungen
5.3 Neue Arbeit - Neue Kultur
5.3.1 Die Zentren für Neue Arbeit
5.3.2 Die Wurzeln der Neuen Arbeit
5.3.3 Das Konzept der Neuen Arbeit
5.3.3.1 Teilzeitarbeit
5.3.3.2 High-Tech-Eigenversorgung
5.3.3.3 Das calling
5.3.4 Neue Arbeit in den „Entwicklungsländern“
5.3.5 Schlussfolgerungen
5.4 Arbeitsfairteilung
5.4.1 Schlussfolgerungen
6. Reformmodelle der Sozialhilfe
6.1 Staatliche Lohnbezuschussungen
6.2 Der Kombilohn
6.3 Die negative Einkommensteuer
6.4 Das EITC in den USA
6.5 Das RMI in Frankreich
6.6 Schlussfolgerungen
6.7 Das bedingungslose Grundeinkommen
6.7.1 Finanzierungsvorschläge
6.7.2 Bedingungsloses Grundeinkommen als Reaktion auf arbeitsmarktpolitische Herausforderungen
6.7.3 Schlussfolgerungen
7. Neue Möglichkeiten und Aufgaben der Sozialen Arbeit
7.1 Tauschringe
7.2 Eigenarbeit als Alternative zu Erwerbsarbeit
7.2.1 Definition: Eigenarbeit
7.2.2 Haus der Eigenarbeit
7.2.3 Selbstversorgung durch Eigenarbeit?
7.2.4 Schlussfolgerungen
8. Schlussbetrachtungen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die gesellschaftliche Bedeutung von Erwerbsarbeit historisch zu analysieren und Wege aufzuzeigen, wie sich zukünftige Gesellschaftsmodelle unabhängig von der zentralen Rolle der Erwerbsarbeit organisieren und finanzieren lassen, um auf die Herausforderungen der Massenarbeitslosigkeit zu reagieren.
4.1 Technisierung
Ein natürliches Bestreben der Menschen liegt darin, sich Arbeitsprozesse zu erleichtern und somit ein höheres Ergebnis bei weniger Mühe zu erzielen. Hierfür lassen sich im Laufe der Menschheitsgeschichte zahlreiche Beispiele finden: vom Einsatz des Faustkeils, über die Erfindung des Rads, der Beginn des Ackerbaus, Viehzucht etc.
All diesen innovativen Ideen und Erfindungen war und ist gemein, dass sie die zu leistenden Arbeitsprozesse erleichtern sollten. Dieses Bestreben ist auch heute noch der Antrieb für den Einsatz von Technik und Maschinen in annähernd allen Arbeitsbereichen, jedoch mit dem Unterschied, dass der heutige Einsatz dieser Maschinen dazu führt, die menschlichen Leistungen zu ersetzen.
Ulrich Beck drückt dies in der einfachen Formel: „Die Produktivität frisst ihre Erzeuger“ aus.
0. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Massenarbeitslosigkeit als weltweiten Entwicklungsprozess und hinterfragt die Rolle der Erwerbsarbeit als zentrale Existenzgrundlage.
1. Definition: Arbeit, Arbeitsgesellschaft: Dieses Kapitel nähert sich etymologisch und begrifflich dem Arbeitsbegriff und differenziert diesen von allgemeinen Tätigkeiten.
2. Geschichte der Arbeit: Die historische Analyse zeigt den Wandel der Bewertung von Arbeit von einer verpönten Tätigkeit in der Antike bis hin zum zentralen identitätsstiftenden Wert im Zuge der Industrialisierung.
3. Arbeit, Identität, soziale Integration - Zur gesellschaftlichen Bedeutung von Erwerbsarbeit: Der Hauptteil untersucht die psychosoziale Funktion von Erwerbsarbeit für Identitätsbildung und soziale Teilhabe in modernen Industriegesellschaften.
4. Das Ende der Erwerbsarbeitsgesellschaft: Dieses Kapitel analysiert Technisierung, Globalisierung und strukturelle Arbeitslosigkeit als Faktoren, die das bisherige Erwerbsmodell zunehmend unter Druck setzen.
5. Visionen zukünftiger Tätigkeitsgesellschaften: Hier werden Modelle wie die Bürgerarbeit, die Neue Arbeit nach Bergmann und Arbeitszeitverkürzungen vorgestellt, die Arbeit neu definieren.
6. Reformmodelle der Sozialhilfe: Die Untersuchung befasst sich mit Lohnsubventionen, Kombilohn und bedingungslosen Grundeinkommen als Reaktionen auf Armut bei Erwerbstätigen.
7. Neue Möglichkeiten und Aufgaben der Sozialen Arbeit: Das letzte inhaltliche Kapitel erörtert neue Rollen für die Soziale Arbeit, wie das Initiieren von Tauschringen oder Projekten der Eigenarbeit.
8. Schlussbetrachtungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine Neugestaltung des gesellschaftlichen Lebens unabhängig von der Erwerbsarbeit notwendig ist.
Erwerbsarbeitsgesellschaft, Arbeitslosigkeit, Soziale Arbeit, Tätigkeitsgesellschaft, Bürgerarbeit, Neue Arbeit, Grundeinkommen, Technisierung, Globalisierung, Identitätsbildung, Eigenarbeit, Tauschringe, Existenzsicherung, Sozialkapital, Arbeitsteilung
Die Diplomarbeit untersucht das Ende der klassischen Erwerbsarbeitsgesellschaft und diskutiert, wie sich das gesellschaftliche Zusammenleben durch neue Tätigkeitskonzepte und Finanzierungsmodelle neu gestalten lässt.
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der Arbeitsauffassung, die Auswirkungen von Technisierung und Globalisierung auf den Arbeitsmarkt sowie alternative Visionen einer Tätigkeitsgesellschaft.
Ziel ist es, das Ende der Erwerbsarbeitsgesellschaft nicht nur als Problem zu sehen, sondern Perspektiven für eine Neugestaltung zu entwickeln, bei der die Verteilung von Wohlstand und gesellschaftlicher Teilhabe nicht mehr exklusiv an Erwerbsarbeit gekoppelt ist.
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Literaturanalyse, die soziologische, historische und ökonomische Ansätze kombiniert, um den Wandel der Arbeitsgesellschaft zu fundieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, die Analyse heutiger Strukturveränderungen, die Vorstellung konkreter Lösungsmodelle und eine kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Sozialen Arbeit.
Die wichtigsten Schlagworte sind Erwerbsarbeitsgesellschaft, Technisierung, Bürgerarbeit, Neue Arbeit, Grundeinkommen und Soziale Arbeit.
Das Haus der Eigenarbeit (HEI) dient als praktisches Fallbeispiel, um zu verdeutlichen, dass alternative Tätigkeitskonzepte zwar sinnstiftend wirken, aber bei einkommensschwachen Gruppen finanzielle Hürden überwinden müssen.
Der Autor schätzt das Konzept als umfassenden, kreativen Beitrag zur individuellen Entfaltung, äußert sich jedoch kritisch zur flächendeckenden Realisierbarkeit als gesamtgesellschaftliches Modell aufgrund ökonomischer Abhängigkeiten.
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