Bachelorarbeit, 2020
48 Seiten, Note: 1,7
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Definition von Migration
2.2 Gesetzeslage zur Migration
2.2.1 Völkerrecht
2.2.2 Genfer Flüchtlingskonvention
2.2.3 Schutzformen in Deutschland
2.3 Definition von globaler Armut
3 Zur ethischen Bewertung von globaler Armut und Migration
3.1 Entstehung von globaler Armut
3.1.1 Historische Hintergründe
3.1.2 Aktuelle Gründe
3.2 Die Schuld zu helfen
3.2.1 Moralische Verpflichtungen gegenüber von globaler Armut betroffenen Menschen
3.2.2 Zumutbare Hilfsleistungen
3.3 Gegen eine freie Migration
3.3.1 Migrationsfeindliche Positionen
3.3.2 Widerlegung
3.4 Für eine freie Migration
3.4.1 Ein Recht auf Migration
3.4.2 Entstehende Chancen durch Migration
4 Fazit
Die Arbeit untersucht die moralische Rechtfertigung von Migration vor dem Hintergrund globaler Armut und analysiert dabei sowohl die historische Entstehung von Armutsverhältnissen als auch ethische Argumente für und gegen offene Grenzen.
3.2.1 Moralische Verpflichtungen gegenüber von globaler Armut betroffenen Menschen
Die Frage über eine generelle moralische Verpflichtung gegen globale Armut vorzugehen, welche unabhängig von der Schuldfrage über die Armutssituation zu behandeln ist, scheint zunächst schwierig zu beantworten. Grund hierfür ist die weit verbreitete Ansicht darüber, dass es sich bei der Unterstützung von beispielsweise hungernden Menschen in Afrika um eine Wohltätigkeit handle statt um eine Art der Pflicht. Dies hat zur Folge, dass Menschen, die die Bereitschaft haben zu helfen, für ihre Unterstützung gelobt und für jede Spende gewürdigt werden, da es ein hohes Maß an Großzügigkeit darstellt. Parallel dazu folgen aus einer Tatenlosigkeit im Bezug auf Hungersnot negativen Konsequenzen. Nicht zu handeln, zum Beispiel mit der Nicht-Bereitschaft zu spenden, stellt in dieser Annahme keine falsche Handlung dar. Daraus ergibt sich demnach keine Negativ-Würdigung und kein schlechtes Gewissen (vgl. Singer 2007: 43).
Peter Singer allerdings widerspricht dieser Annahme und spricht sich ausdrücklich dafür aus, die Bekämpfung von Armut als eine moralische Pflicht zu behandeln. Dieser Pflicht stellt er die Annahme voran, dass es prinzipiell etwas Schlechtes aufgrund von Hungersnot, Obdachlosigkeit oder schlechter medizinischer Versorgung leiden zu müssen oder gar zu sterben. Diese Prämisse ist soweit größtenteils unumstritten. Des Weiteren gilt die Annahme, dass jeder Mensch Schlechtes verhindern sollte, wenn ihm dies möglich ist, ohne im selben Zug vergleichbaren oder höheren Schaden anzurichten. Was als vergleichbarer Schaden gilt, definiert Singer als etwas, das vorliegt, wenn mindestens einer der folgenden drei Fälle zutreffend ist; es handelt erstens um einen vergleichbaren Schaden, wenn die Handlung, welche Schlechtes wie Leid mindern soll, zeitgleich eine andere vergleichbare Situation hervorruft. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ein Kind Gefahr läuft von einem Löwen im Zoo gefressen zu werden, weil es in das Gehege gefallen ist, und das Kind nur zu retten wäre, würde man ein anderes Kind als Ablenkung in selbiges Gehege setzen.
1 Einleitung: Einführung in die Problematik der globalen Flucht- und Migrationsbewegungen sowie die Darlegung der Relevanz der Forschungsfrage.
2 Grundlagen: Definition zentraler Migrationsbegriffe und Erläuterung der völkerrechtlichen sowie deutschen gesetzlichen Rahmenbedingungen für Migration und Schutzformen.
3 Zur ethischen Bewertung von globaler Armut und Migration: Ethische Analyse der Ursachen von Armut sowie der moralischen Argumentationslinien bezüglich der Pflicht zu helfen und der Zulässigkeit von Migrationsbeschränkungen.
4 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der ethischen Debatte und Schlussfolgerung über die moralische Notwendigkeit der Armutsbekämpfung und Unterstützung von Migranten.
Migration, Globale Armut, Flucht, Völkerrecht, Ethik, moralische Pflicht, David Miller, Joseph H. Carens, offene Grenzen, Entwicklungsländer, Menschenrechte, Genfer Flüchtlingskonvention, Hilfsleistung, Weltarmut, Einwanderungspolitik
Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Rechtfertigung von Migration und der moralischen Verantwortung von Industrienationen gegenüber den armutsbetroffenen Regionen der Welt.
Die zentralen Themen umfassen die Ursachen globaler Armut, die moralische Pflicht zur Hilfeleistung sowie die philosophische Kontroverse um Einwanderungsbeschränkungen und das Recht auf freie Migration.
Das primäre Ziel ist es, die moralische Einschätzung zur Wirtschaftsmigration zu klären und zu untersuchen, ob und in welchem Maße Staaten moralisch verpflichtet sind, Migranten aufzunehmen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse politik-philosophischer Texte (insbesondere von Autoren wie Peter Singer, David Miller und Joseph H. Carens) sowie rechtlicher und soziologischer Grundlagen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse globaler Armut, eine moralphilosophische Diskussion zur Pflicht zur Hilfe und eine detaillierte Gegenüberstellung von Argumenten für und gegen eine freie Migration.
Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie Migration, globale Armut, ethische Verantwortung, Völkerrecht und Menschenrechte charakterisiert.
Das Völkerrecht bietet zwar Schutzmechanismen wie die Genfer Flüchtlingskonvention, überlässt die endgültige Entscheidung über die Aufnahme von Migranten jedoch weitestgehend dem souveränen Ermessen der Nationalstaaten.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass aufgrund historischer Mitschuld und moralischer Prinzipien eine Verpflichtung besteht, die globale Armut zu bekämpfen, was nicht allein durch Spenden, sondern auch durch die Erleichterung von Migrationsmöglichkeiten erfolgen sollte.
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