Bachelorarbeit, 2019
59 Seiten, Note: 2,0
1. Brasília
a. Geschichte Brasílias
b. Der Masterplan nach Lúcio Costa
2. Der Palácio da Alvorada
a. Die Lage
b. Der Grundriss
c. Die äußere Gestaltung
d. Die Gestaltung des Außenraums
e. Der Innenraum
3. Die Kathedrale
a. Die Lage
b. Der Grundriss
c. Die Struktur der Fassade
d. Von der Eingangssituation zum Inneren
e. Architektur als Skulptur
4. Die Wohnbauten der Superquadras
a. Die Lage der Wohnviertel
b. Die Superquadras
c. Oscar Niemeyers Superquadras SQS 107 und SQS 108
d. Der Grundriss eines Apartmenthauses des Superblocks
e. Das sechsstöckige Apartmenthaus
f. Das einstöckige Reihenhaus und das Duplex-Reihenhaus
5. Die Bauten der Öffentlichkeit versus die Wohnbauten
Die Arbeit analysiert die architektonischen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den monumentalen Bauten Oscar Niemeyers im Regierungssektor von Brasília und den funktionalen Wohnbauten der Superquadras, um zu untersuchen, inwieweit diese Bauformen den gesellschaftlichen Ansprüchen des Architekten gerecht werden.
c. Die äußere Gestaltung
Im Aufriss (Abb. 7) wird die Form, die dem Gebäude zugrunde liegt, deutlich. Auf einem rechteckigen Glaskubus kragt ein Flachdach leicht über. Das Stahlskelett erlaubt es Niemeyer auf massive Außenwände zu verzichten und dafür bodentiefe Glasfenster einzufassen. Stamos Papadaki bezeichnet den Palast der Morgenröte aus diesem Grunde als ein „Glaskäfig“, da die Glasfassaden zum Hineinschauen einladen. Dies sei legitim, da auch das Amt des Präsidenten ein öffentliches sei. Durch die Verwendung von Glas werde die Privatsphäre der Familie jedoch erheblich eingeschränkt.
Eine breite, gerade Rampe führt zum offiziellen Haupteingang zentral an der Vorderseite des Gebäudes (Abb. 4 und 8). Es wurde als Eingangslösung keine herkömmliche Tür verwendet, sondern ein Portal aus Glas, das beim Betreten zur Seite gleitet. Die gläserne Fassade musste nicht unterbrochen und eine einheitliche und homogene Fassadengestaltung konnte gewährleistet werden.
Das architektonische Merkmal, das dem Palast seinen hohen Wiedererkennungswert verdankt, ist die Kolonnade der Vorder- und Rückseite auf Höhe des Erdgeschosses. Die Stützen bilden somit einen Rahmen um das eigentliche Gebäude. Für Hornig hat dies einen funktionalen Zweck, da die Kolonnade Schatten spende und daher die gläserne Fassade des Palastes vor direkter Sonneneinstrahlung und der tropischen Hitze schütze. Dies habe Niemeyer aus dem Fazendas der Gründerzeit übernommen (Abb. 9), um damit aber gleichzeitig auch eine Referenz auf die Tradition des brasilianischen Wohnbaus herzustellen.
1. Brasília: Ein Überblick über die historische Entstehung der brasilianischen Hauptstadt und die Umsetzung des Masterplans durch Lúcio Costa.
2. Der Palácio da Alvorada: Detaillierte Untersuchung des offiziellen Präsidentensitzes hinsichtlich Lage, Grundriss, Fassadengestaltung und Raumkonzept.
3. Die Kathedrale: Analyse der Kathedrale als skulpturales Bauwerk und ihrer Bedeutung im städtebaulichen Kontext von Brasília.
4. Die Wohnbauten der Superquadras: Untersuchung der Wohnkonzepte, ihrer sozialen Struktur und der architektonischen Ausführung der Apartmenthäuser.
5. Die Bauten der Öffentlichkeit versus die Wohnbauten: Ein kritischer Vergleich der monumentalen Regierungsbauten mit den funktionalen Wohnsektoren im Hinblick auf Niemeyers architektonische Visionen.
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Die Arbeit untersucht die städtebauliche und architektonische Umsetzung von Brasília durch Oscar Niemeyer, insbesondere den Kontrast zwischen monumentalen Regierungsbauten und funktionalen Wohnanlagen.
Die zentralen Felder sind die städtebauliche Planung nach Lúcio Costa, die ästhetische Gestaltung öffentlicher Bauten sowie die soziokulturelle Konzeption der Wohnviertel.
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen Niemeyers ästhetischem Anspruch der "Schönheit vor Funktionalität" bei Prestigebauten und der funktionalen Notwendigkeit bei Wohnbauten aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt die kunsthistorische Analyse der architektonischen Formensprache im Abgleich mit zeitgenössischen Kritiken und den eigenen theoretischen Schriften des Architekten.
Der Hauptteil beleuchtet detailliert den Palácio da Alvorada, die Kathedrale und die verschiedenen Typologien der Superquadras.
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Monumentalarchitektur, Modernismus, soziale Distanz, Fassadengestaltung und die architektonische Skulpturalität.
Während der Palast auf repräsentative, skulpturale Formen und eine puristische, aber exklusive Ästhetik setzt, sind die Wohnbauten auf Kosteneffizienz, Standardisierung und funktionale Einfachheit ausgelegt.
Die Kolonnade dient sowohl einem funktionalen Schutz vor Hitze und Sonneneinstrahlung als auch als ästhetisches Rahmenwerk, das dem Gebäude seine monumentale Leichtigkeit und den ikonischen Wiedererkennungswert verleiht.
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