Masterarbeit, 2016
127 Seiten, Note: 1,4
1 Einleitung
I Theoretische Grundlagen
2 Ars moriendi
2.1 Bedeutung
2.2 Geschichtlicher Abriss
2.2.1 Der Tod im Spätmittelalter
2.2.2 Sterbebüchlein
2.3 Ars moriendi im engeren Sinn
2.3.1 Anselmische Fragen
2.3.2 Anleitungen nach Gerson und Geiler
2.4 Ars moriendi im weiteren Sinn
2.4.1 Bilder-Ars
2.4.2 Totentänze
2.5 Gegenwartsbezug
II Praktische Grundlagen
3 Moderne Ars moriendi- Bilderbuch „Ente, Tod und Tulpe“
3.1 Funktionen und Kriterien von Bilderbüchern in Bezug zum Medium
3.2 Sach- und Sinnpotentialanalyse
3.2.1 Handlungsverlauf
3.2.2 Sachstruktur
3.2.3 Figurencharakteristik
3.2.4 Bildbetrachtungen
3.2.5 Sinnpotential
3.3 Parallelen des Buches zur Ars moriendi
4 Thema ‚Tod‘ im Grundschulalter
4.1 Todesvorstellungen
4.2 Bezug zum Evangelischen Religionsunterricht
4.2.1 Religiosität
4.2.2 Thüringer Lehrplan und Kompetenzmodell des Comenius-Instituts
III Schulpraktische Durchführung im Religionsunterricht
5 Einsatz des Kinderbuches
5.1 Didaktische Vorüberlegungen
5.1.1 Theologisieren mit Kindern
5.1.2 Unterrichtsgespräch
5.2 Bedingungsfeldanalyse
5.3 Lernvoraussetzungen der Grundschüler
5.4 Ziele
5.5 Didaktisch-methodische Entscheidungen
5.5.1 Unterrichtstunde vom 15.05.2016
5.5.2 Unterrichtsstunde vom 27.05.2016
5.5.3 Unterrichtsstunde vom 03.06.2016
5.5.4 Unterrichtsstunde vom 10.06.2016
5.6 Verlaufspläne
5.6.1 Unterrichtsstunde vom 15.05.2016
5.6.2 Unterrichtsstunde vom 27.05.2016
5.6.3 Unterrichtsstunde vom 03.06.2016
5.6.4 Unterrichtsstunde vom 10.06.2016
5.7 Reflexion und Ergebnisauswertung der Erprobung
5.7.1 Gesamteindruck
5.7.2 Lernziele, Schülerergebnisse und Leistungskontrolle
5.7.3 Rolle und Sprache der Lehramtsanwärterin
5.7.4 Ertrag der Praxisstunden
6 Fazit und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung und Erprobung einer Unterrichtseinheit zum Thema Tod und Sterben für eine vierte Grundschulklasse. Basierend auf einem kulturanthropologischen Zugang zur mittelalterlichen Ars moriendi untersucht die Autorin das Bilderbuch „Ente, Tod und Tulpe“ von Wolf Erlbruch als geeignetes Medium, um Kindern einen angstfreien und reflektierten Umgang mit der Endlichkeit des Lebens zu ermöglichen.
2.4.1 Bilder-Ars
Ars moriendi im weiteren Sinne meint das Üben für den eigenen Tod zur Lebenszeit im Hinblick auf die letzten Lebensstunden, um den Versuchungen im Todeskampf widerstehen zu können. Das Üben geschah im Spätmittelalter mittels verschiedener Praktiken, wie Totentänzen und Totengedenken. Die Tradition der klassischen Ars moriendi inspirierte damals die Menschen nicht nur mit Worten, sondern auch mit Bildern. Eine weitere Praktik war somit auch das Betrachten von Bildern.
„Autor, Künstler und genaue Datierung der ‚Bilder-Ars‘ sind der Forschung unbekannt. [...] Eine grobe chronologische Einordnung [...] lässt sich auf die Jahre [während] der Abfassung des Opus(culum) tripartitum [...]“ einschränken.
Den elf Holzschnitten kam eine entscheidende Bedeutung zu, da vor über 500 Jahren nur wenige Menschen lesen konnten. So konnte das Sterbebuch mithilfe der bildhaften Holzschnitte vielen nicht lesekundigen Menschen zur „Kunst des Sterbens“ verhelfen. Allein durch die Holzschnitte wurde das ursprüngliche Sterbebüchlein immer populärer und zügig verbreitet. Die „Bilder-Ars“ oder auch „Holzschnitt-Ars“ zeigen die sogenannte. „Ars moriendi der fünf Anfechtungen“. Immer zwei Holzschnitte gehören thematisch zusammen. Fünf Holzschnitte visualisieren Versuchungen: Versuchung im Glauben, Versuchung durch Verzweiflung, Versuchung durch Ungeduld, Versuchung durch Hochmut, Versuchung durch zeitliche Güter. Dem gegenüber veranschaulichen fünf Antwortbilder, wie Kräfte des Himmels dem Sterbenden nicht nur beistehen, sondern diesen auch zum Widerstand und Ausharren ermutigen. Auf dem elften und letzten Holzschnitt ist der Verstorbene abgebildet.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die universelle Bedeutung des Themas Tod und führt in das Konzept der Ars moriendi als historische Antwort auf die Sterbethematik ein.
2 Ars moriendi: Dieses Kapitel arbeitet die theoretischen Grundlagen der historischen Sterbekunst auf, unterteilt in den engeren (Sterbebegleitung) und weiteren Sinn (Übung zur Lebenszeit).
3 Moderne Ars moriendi- Bilderbuch „Ente, Tod und Tulpe“: Es erfolgt eine detaillierte Sachanalyse des Bilderbuchs und der Vergleich mit historischen Vorbildern der Ars moriendi.
4 Thema ‚Tod‘ im Grundschulalter: Hier werden die entwicklungspsychologischen Stadien kindlicher Todesvorstellungen sowie die Verankerung im Thüringer Lehrplan Evangelische Religionslehre diskutiert.
5 Einsatz des Kinderbuches: Dieser Abschnitt widmet sich der schulpraktischen Durchführung, der Methodik (Theologisieren mit Kindern) und der Reflexion der Unterrichtsversuche.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung des untersuchten Mediums für einen zeitgemäßen, angstfreien Umgang mit der Endlichkeit im Religionsunterricht.
Ars moriendi, Sterbekunst, Tod und Sterben, Religionsunterricht, Grundschule, Bilderbuch, Ente, Tod und Tulpe, Wolf Erlbruch, Kindertheologie, Totentanz, Holzschnitte, Sterbebegleitung, Todesvorstellung, Trauerbewältigung.
Die Arbeit untersucht, wie das Thema Tod und Sterben im Religionsunterricht der Grundschule durch den Einsatz moderner Medien, konkret des Bilderbuchs „Ente, Tod und Tulpe“, kindgerecht thematisiert werden kann, indem sie Bezüge zur historischen Sterbekunst Ars moriendi herstellt.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Ars moriendi, die kindliche Wahrnehmung von Tod und Trauer, religionspädagogische Konzepte wie das „Theologisieren mit Kindern“ sowie die mediale Analyse von Bilderbüchern als didaktisches Werkzeug.
Ziel ist es, eine Unterrichtseinheit für die vierte Klasse zu entwickeln und zu evaluieren, die Kindern hilft, die Endlichkeit des Lebens als Teil des Lebenskreislaufs zu begreifen und ihnen durch den Dialog mit dem Bilderbuch einen angstfreien Zugang zu diesem Tabuthema zu ermöglichen.
Die Arbeit kombiniert eine literaturwissenschaftlich-historische Analyse der Ars moriendi und eine medienanalytische Untersuchung des Bilderbuchs mit einer schulpraktischen Aktionsforschung, bei der konkrete Unterrichtsstunden geplant, durchgeführt und reflektiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Ars moriendi-Texten und Holzschnitten, eine sachanalytische Untersuchung von Erlbruchs Bilderbuch, die Darstellung kindlicher Todeskonzepte und die detaillierte Dokumentation und Auswertung von vier Schulpraxis-Stunden.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Ars moriendi, Kindertheologie, Todesvorstellungen, Unterrichtsmethodik im Religionsunterricht und der interdisziplinäre Ansatz zwischen Historie und moderner Religionspädagogik charakterisiert.
Die Autorin ordnet das Werk als moderne Form der Ars moriendi ein, da es den Tod nicht als Schreckgespenst darstellt, sondern als ständigen Begleiter des Lebens, und somit einen offenen, reflektierten Dialog über das Sterben fördert.
Die Trauerweide dient als strukturgebendes Element in den Praxisstunden, an der die Schüler nach jeder Einheit eine zentrale Erkenntnis oder ein Gefühl auf einer Karte fixieren, um den Lernfortschritt visualisierbar zu machen.
Die Reflexion zeigt, dass die Grundschüler erstaunlich offen und angstfrei über den Tod kommunizieren können, sobald ein geeignetes Medium wie das Bilderbuch eine gewisse Distanz schafft und gleichzeitig die kindliche Vorstellungskraft anregt.
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