Diplomarbeit, 2008
93 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
2. Störungen im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung - ein zunehmend verbreitetes soziales Problem in Deutschland
2.1 Statistische Daten über Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung in Niedersachsen
2.2 Störungen emotionaler und sozialer Entwicklung
2.2.1 Erscheinungsformen und Merkmale
2.2.1.1 Hyperkinetische Störungen
2.2.2 Feststellbarkeit emotional-sozialer Störungen im Vorschulalter
2.2.3 Ursachen und Einflussfaktoren
2.2.4 Schutzfaktoren, die das Risiko emotional-sozialer Störungen mindern
3. Die Notwendigkeit früher sozialpädagogischer Hilfen
3.1 Selektion im deutschen Schulsystem
3.2 Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie
3.2.1 Emotionale und soziale Entwicklung im Vorschulalter
3.2.2 Ergebnisse der Bindungsforschung
4. Sozialpädagogische Präventions- und Interventionsmöglichkeiten bei Vorschulkindern mit Störungen der emotionalen und sozialen Entwicklung
4.1 Kinder- und Jugendhilfe
4.2 Kindertageseinrichtungen und Familienzentren
4.3 Frühförderung
4.4 Präventionsprojekte
4.4.1 Kindergarten plus
4.4.2 Kinder früher fördern
4.4.3 FAST – ein Präventionsprogramm zur Familienstärkung
5. Sozialpädagogische Unterstützung für Eltern
5.1 Die Situation der Eltern
5.2 Beratungsangebote für Eltern
5.3 Projekte für und mit Eltern
5.3.1 Triple P (Positive Parenting Program)
5.3.2 Starke Eltern - starke Kinder
5.3.3 Eltern stärken – Dialogische Elternseminare
5.3.4 Eltern-AG - Empowermentprogramm für mehr Elternkompetenz in Problemfamilien
5.3.5 Prager-Eltern-Kind-Programm (PEKiP)
6. Zusammenfassung und Perspektiven für sozialpädagogisches Handeln
7. Literatur- und Quellenverzeichnis
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist die Untersuchung sozialpädagogischer Präventions- und Interventionsmöglichkeiten für Kinder im Vorschulalter, die von emotionalen und sozialen Störungen betroffen oder bedroht sind, um ihnen den drohenden Weg der gesellschaftlichen Stigmatisierung und Ausgrenzung zu ersparen. Die Arbeit analysiert dabei, wie durch frühzeitiges sozialpädagogisches Handeln ein positiverer Lebensweg geebnet werden kann.
2.2.1 Erscheinungsformen und Merkmale
Verhaltensstörung nach Myschker ist ein Verhalten, das von den zeit- und kulturspezifischen Erwartungsnormen abweicht und durch eine unangemessene, unvorteilhafte und sozial unverträgliche Situations- und Lebensbewältigung gekennzeichnet ist. Dieses Verhalten hängt von der Organentwicklung ab und/oder ist gesellschaftlich bedingt und beeinträchtigt aufgrund des mehrdimensionalen Auftretens, der Häufigkeit und des Schweregrades die Entwicklungs-, Lern- und Arbeitsfähigkeit sowie das Interaktionsgeschehen in der Umwelt (vgl. Myschker 2005, S. 45). Das heißt, ein bestimmtes Verhalten wird erst als Verhaltensstörung bezeichnet, wenn es mit den Erwartungen der Gesellschaft kollidiert, also von der Norm abweicht und dies als störend empfunden wird (vgl. Finger/Simon-Wundt 2002, S. 18).
Myschker unterscheidet vier Gruppen von Kindern mit Verhaltensstörungen (vgl. Myschker 2005, S. 52). Diese Klassifikation wird an dieser Stelle jedoch nicht übernommen, da sie die Gefahr einer vorschnellen Zuordnung und Etikettierung beinhaltet. Wenn eine solche Einordnung vorgenommen wird, sollte sie lediglich als Beschreibung des Verhaltens verstanden werden, denn jedes Kind ist im Rahmen sozialpädagogischer Hilfen individuell in seiner Lebenswelt zu betrachten. Auch wenn mehrere Kinder ähnliches oder gleiches auffälliges Verhalten zeigen, sind die dahinter stehenden Ursachen vielschichtig und sehr komplex (vgl. Klein 2002, S. 3).
In der sozialpädagogischen Arbeit mit Kindern mit Störungen der emotionalen und sozialen Entwicklung werden bezüglich der Gruppenfähigkeit Kontakt- und Kooperationsschwierigkeiten sowie große Probleme mit Konflikten umzugehen und Regeln einzuhalten beobachtet (vgl. Knitsch 2004, S. 13 f.). Dies äußert sich, indem diese Kinder z. B. kaum Kontakt zu anderen Kindern aufnehmen und sehr stark den Kontakt zu einer erwachsenen Bezugsperson suchen (vgl. Hölling u. a. 2007, S. 789 - 791). In Gruppenphasen können diese Kinder sich oft nicht unterordnen und versuchen deshalb, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen oder nehmen nur passiv an der Gruppe teil ohne sich mit eigenen Ideen einzubringen. In Konfliktsituationen reagieren Kinder mit emotional-sozialen Störungen häufig unkontrolliert und aggressiv und sind nicht fähig, Konflikte verbal zu lösen. Ein Regelbewusstsein ist bei vielen dieser Kinder nicht vorhanden, d. h. es fällt ihnen sehr schwer, besprochene Regeln einzuhalten, was eine kontinuierliche Wiederholung der Regeln erfordert (vgl. Knitsch 2004, S. 13 f.).
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die sozialpädagogische Prävention und Intervention bei emotional-sozialen Störungen im Vorschulalter und hinterfragt den Stigmatisierungsprozess schwieriger Kinder.
2. Störungen im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung - ein zunehmend verbreitetes soziales Problem in Deutschland: Dieses Kapitel klärt Begrifflichkeiten und analysiert die gesellschaftlichen Ursachen sowie die statistische Zunahme dieser Störungen bei Kindern.
3. Die Notwendigkeit früher sozialpädagogischer Hilfen: Hier wird der Bedarf an früher Hilfe durch die Selektionsmechanismen im Schulsystem und entwicklungspsychologische Erkenntnisse begründet.
4. Sozialpädagogische Präventions- und Interventionsmöglichkeiten bei Vorschulkindern mit Störungen der emotionalen und sozialen Entwicklung: Dieses Kapitel untersucht die Rolle der Kinder- und Jugendhilfe sowie konkrete Präventionsprojekte wie "Kindergarten plus" und "FAST".
5. Sozialpädagogische Unterstützung für Eltern: Der Fokus liegt auf der Situation der Eltern und der Vorstellung verschiedener Beratungs- und Bildungsangebote, die Kompetenzen stärken und Erziehungssicherheit fördern sollen.
6. Zusammenfassung und Perspektiven für sozialpädagogisches Handeln: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert ein ressourcenorientiertes Umdenken in Politik und sozialpädagogischer Praxis.
Sozialpädagogik, Prävention, Intervention, emotionale Entwicklung, soziale Entwicklung, Vorschulkind, Stigmatisierung, Bindungsforschung, Familienzentren, Erziehungskompetenz, Kindertageseinrichtungen, Verhaltensstörung, Resilienz, Elternbildung, Inklusion
Die Arbeit untersucht, wie durch sozialpädagogische Maßnahmen frühzeitig auf Kinder eingewirkt werden kann, die emotionale oder soziale Störungen aufweisen oder durch ihr soziales Umfeld gefährdet sind, um langfristige Ausgrenzung zu verhindern.
Die zentralen Themen umfassen die Entwicklungspsychologie, die Bedeutung von Bindungserfahrungen, die Analyse des deutschen Schulsystems sowie die Wirksamkeit von Präventionsprogrammen für Kinder und Eltern.
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie Sozialpädagogik durch Ressourcenorientierung und frühe Prävention dazu beitragen kann, den "Teufelskreis" der Stigmatisierung von Kindern als "verhaltensgestört" zu durchbrechen.
Neben einer fundierten theoretischen Analyse der Fachliteratur und aktueller statistischer Daten wurden fünf leitfadengestützte Interviews mit Fachkräften aus der Praxis geführt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Risikofaktoren, die Begründung notwendiger früher Hilfen, die Vorstellung spezieller Präventions- und Interventionsprojekte für Kinder sowie ein breites Portfolio an Unterstützungsangeboten für Eltern.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Sozialpädagogik, Prävention, Inklusion, Familienzentren, Bindungsforschung und Ressourcenorientierung charakterisiert.
Die Bindungsforschung belegt, dass frühe negative Beziehungserfahrungen die neurobiologische Entwicklung und die psychische Gesundheit fundamental beeinflussen, weshalb ein frühzeitiges Eingreifen im Vorschulalter essenziell ist.
Die Autorin äußert eine ambivalente Sicht: Während die Praxisnähe anerkannt wird, kritisiert sie den teilweise "vorgefertigten" Charakter der Strategien, die das Problem zu einseitig beim Kind suchen, statt die gesamte Interaktion innerhalb der Familie zu berücksichtigen.
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