Examensarbeit, 2002
85 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
I. THEORETISCHE ASPEKTE
1. Einführende Betrachtungen zum Handlungsorientiertem Unterricht
1.1. Definition von Handlungsorientiertem Unterricht
1.2. Voraussetzungen für Handlungsorientierten Unterricht
1.3. Merkmale von Handlungsorientiertem Unterricht
1.4. Produkte im Handlungsorientierten Unterricht
2. Der Projektgedanke – Unterrichtskonzeptionen und Besonderheiten
2.1. Projekt, Projektunterricht, Projektmethode sowie Geschichte der Projektmethode
2.1.1. Definition des Projekts
2.1.2. Der Begriff des Projektorientierten Lernens
2.1.3. Definition der Projektmethode
2.1.4. Geschichte der Projektmethode
2.2. Theoretische Ansätze der Projektmethode und des Projektunterrichts
2.2.1. Die Urväter des Projektes in der allgemein bildenden Schule: John Dewey (1859-1952) und William Heard Kilpatrick (1871-1965)
2.2.2. Die Projektmethode nach Karl Frey
2.2.3. Projektunterricht nach Herbert Gudjons
2.3. Besonderheiten des Projektmethode, des Projektunterrichts und des Projektorientierten Lernens
2.3.1. Besonderheiten der Lehrerrolle
2.3.2. Besonderheiten der Schülerrolle
2.3.3. Die Schule: eine andere Rolle im Projektunterricht
2.3.4. Leistungsbegriff und Leistungsbeurteilung im Projekt
2.3.5. Die Bedeutung der Produkte im Projekt
3.1. Ästhetik und ästhetische Erfahrung
3.2. Das Produkt bei Wallbaum
3.3. Ästhetische Theorie in der Produktionsdidaktik
3.4. Die Prozess-Produkt-Didaktik und die ästhetische Erfahrung
4. Thesen und aktuelle Forderungen an einen zeitgemäßen Musikunterricht
II. SACHANALYSE
1. HipHop bzw. Rap
1.1 Definitionen von HipHop und Rap
1.1.1 Definition von HipHop
1.1.2 Definition von Rap
1.2 Entstehung und Geschichte der HipHop-Kultur
1.3 Die Elemente der HipHop-Kultur: Rap, Breakdance, Graffiti
1.3.1 Die Musik: Rap und DJing
1.3.2 Der Tanz: Breakdance
1.3.3 Die visuelle Ausdrucksform: Graffiti
1.4 Stilistische Entwicklung der HipHop- bzw. Rapmusik
1.4.1 Die Schools des HipHop
1.4.2. HipHop in Europa und Deutschland
1.5 Die Texte
III. UNTERRICHTSPRAKTISCHE ASPEKTE
1. Informationsquellen
1.1 Informationsquellen für Schüler
1.2 Informationsquellen für Lehrer
2. Voraussetzungen für produktorientierten Projektunterricht im Fach Musik
2.1 Rahmenplananalyse
2.2 Die Voraussetzungen für die Schüler
2.3 Die Voraussetzungen für die Lehrer
2.4 Die Ausstattung des Musikfachraums bzw. des Projektraums
2.5 Materialien und Einrichtungen
3. Die Produktionstechniken
3.1 Die Produktion des Textes
3.2 Die Produktion der Musik
4. Projektvorschläge zum Thema HipHop bzw. Rap
4.1. Die Ausstellung zum Thema HipHop: ein theoretischer Aspekt
4.2. Praktische Projektideen und ihre Entwürfe
4.3. Ein Kleinprojekt: Erarbeiten eines rhythmischen Patterns und eines Raps
4.4. Ein Mittelprojekt: Lebensentwürfe am Beispiel des Songs „Millenium“
4.5. Die Produktion und Aufnahme eines eigenen Songs
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Voraussetzungen eines produktorientierten Projektunterrichts im Fach Musik, wobei das Phänomen HipHop und Rap als konkretes Anwendungsbeispiel dient. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jugendliche durch die aktive Produktion eigener Musikstücke und Texte nicht nur ihre musikalische Kompetenz erweitern, sondern auch authentische Erfahrungen mit der Lebenswirklichkeit sammeln und ihre Identitätsentwicklung fördern können.
2.1.1. Definition des Projekts
Etymologisch leitet sich das Wort Projekt vom lateinischen Verb „projicere“ ab, das soviel wie „vorauswerfen, entwerfen, planen, sich vornehmen“ bedeutet (vgl. Frey 1998, S. 14). Der Begriff „Projekt“ gehört zum allgemeinen Wortschatz der deutschen Sprache. So verfolgt z.B. der Architekt ein Bau-Projekt, die Forscherin arbeitet an einem Projekt. In vielen Bereichen der Wirtschaft ist die Zusammenarbeit im Projekt an der Tagesordnung. Die Gruppe, die sich für ein Projekt zusammenfindet, kann aus Schülern, Mitarbeitern, Vereinsmitgliedern etc. bestehen.
„In der Pädagogik hat das Wort ‚Projekt’ eine etwa 300jährige Geschichte“ (Frey 1998, S. 13). Zum ersten Male im Sinne der heute gebräuchlichen Form der zusammenhängenden Arbeit an einem Gegenstand wurde der Begriff laut Frey (1998) in der amerikanischen Reformpädagogik am Anfang des letzten Jahrhunderts benutzt.
Gudjons dagegen vertritt die Auffassung, dass neuerer Forschung zufolge der Begriff „Projekt“ nicht aus Amerika oder der Reformpädagogik stammt, sondern „aus Italien im 16. Jahrhundert bzw. aus Frankreich, Anfang des 18. Jahrhunderts. Dort hatten die Studenten der Akadémie [!] Royale d’Architecture die Aufgabe, regelmäßig ‚projets’ einzureichen [...] – kooperativ, originell und selbständig, als Bestandteil ihrer Ausbildung“ (Gudjons 1997, S.67).
Nach Kilpatrick ist ein Projekt „planvolles Handeln aus ganzem Herzen und inmitten einer sozialen Umgebung“ (Kilpatrick 1918, S. 162). Ob es sich um ein Werk individueller Planung handelt oder um ein Gruppenprojekt, „wesentlich sind das Vorhandensein eines Planes, sowie die Intensität, mit der die Schüler dabei sind“ (Schweingruber 1984, S. 25). Mit Kilpatricks Formulierung „aus ganzem Herzen und inmitten einer sozialen Umgebung“ wird auch eine besonders wichtige Komponente des Projekts angesprochen: die des individuellen und gemeinsamen sozialen Lernens und des Lernens in und durch Gruppenprozesse.
Einführende Betrachtungen zum Handlungsorientiertem Unterricht: Definition und Merkmale von handlungsorientiertem Unterricht werden kurz dargelegt, da dieser als theoretischer Überbegriff für projektorientiertes Lernen fungiert.
Der Projektgedanke – Unterrichtskonzeptionen und Besonderheiten: Dieses Kapitel liefert eine fundierte theoretische Basis, indem die Geschichte, Definitionen und bedeutende pädagogische Ansätze (Dewey, Kilpatrick, Frey, Gudjons) zum Thema Projektunterricht analysiert werden.
Ästhetik und ästhetische Erfahrung / Das Produkt bei Wallbaum / Ästhetische Theorie in der Produktionsdidaktik / Die Prozess-Produkt-Didaktik und die ästhetische Erfahrung: Hier wird die Produktionsdidaktik nach Christopher Wallbaum vorgestellt, um Kriterien für die Gestaltung ästhetisch wertvoller Lernprozesse und Produkte im Musikunterricht zu entwickeln.
HipHop bzw. Rap: Eine ausführliche Sachanalyse, die die soziokulturelle Entstehung, die musikalischen Stilmittel und die Bedeutung der HipHop-Kultur als Gegenstand für den Musikunterricht beleuchtet.
Unterrichtspraktische Aspekte: Dieses Kapitel bietet konkrete Orientierungshilfen zu Informationsquellen, Rahmenbedingungen und technischer Ausstattung für die praktische Durchführung von HipHop-Projekten an Schulen.
Die Produktionstechniken: Darstellung konkreter Methoden für die Arbeit mit Schülern, insbesondere im Hinblick auf die Produktion von Rap-Texten und musikalischen Patterns.
Projektvorschläge zum Thema HipHop bzw. Rap: Ein praxisorientierter Katalog mit verschiedenen Projektmodellen, von der Ausstellung bis hin zur Aufnahme eines eigenen Songs, zur unmittelbaren Umsetzung im Unterricht.
Projektunterricht, Handlungsorientierter Unterricht, HipHop, Rap, Musikpädagogik, Produktionsdidaktik, Ästhetische Erfahrung, Medienkompetenz, Schülermusik, Projektmethode, Kreativität, Jugendkultur, Sampling, Songproduktion, Musikunterricht
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Integration von HipHop-Musik und Rap in den Musikunterricht unter Anwendung projektorientierter und produktionsdidaktischer Methoden.
Sie deckt theoretische Grundlagen des Projektunterrichts, eine fundierte Sachanalyse der HipHop-Kultur sowie praktische didaktische Handlungsanweisungen für Musiklehrer ab.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schüler durch die eigene Musik- und Textproduktion in einem Projektrahmen tiefere Lernerfahrungen und ein besseres Verständnis für populäre Musik gewinnen können.
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Hausarbeit, die eine pädagogische Literaturanalyse mit der Auswertung von Unterrichtsmodellen und musikpraktischen Konzepten kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Aspekte des Projektunterrichts, eine Sachanalyse zu HipHop/Rap und die Darstellung unterrichtspraktischer Voraussetzungen und konkreter Projektideen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Projektunterricht, Produktionsdidaktik, HipHop, Rap, ästhetische Erfahrung und kreative Schülermusik charakterisiert.
HipHop bietet einen hohen Identifikationsfaktor für Jugendliche, ist musikalisch patternorientiert und ermöglicht eine Produktion, die auch ohne klassische Instrumentalausbildung realisierbar ist.
Technische Hilfsmittel wie Sampler, Computer mit Sequenzer-Software oder Aufnahmegeräte sind zentral, um zeitgemäße Ergebnisse zu erzielen und Schülern ein „professionelles“ Arbeiten zu ermöglichen.
Die Autoren schlagen vor, das produzierte Ergebnis oder den Arbeitsprozess selbst als Leistungsnachweis zu begreifen und Zensuren transparent oder kooperativ mit den Schülern zu erarbeiten.
Lehrer werden dazu angehalten, eine Balance zwischen professioneller Begleitung und nötiger Distanz zu finden, um nicht als „Eindringlinge“ in die Lebenswelt der Schüler wahrgenommen zu werden.
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